„Erfolg für alle“

Neuer Vorschlag für E-Auto-Prämie kommt auf den Tisch – so viel Geld gäbe es

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Eine neue Prämie soll E-Auto-Verkäufe anheizen. Diese richtet sich vor allem an Menschen mit geringen Einkommen. Die SPD konkretisiert die Pläne.

Berlin – Die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich Anfang Oktober auf ein Reformpaket geeinigt. Dieses sieht unter anderem eine Rückkehr der E-Auto-Prämie vor. Allerdings soll es dabei einige Anpassungen geben, die vor allem Menschen mit geringem Einkommen zugutekommen sollen. Ein Beschluss des Koalitionsausschusses ließ vermuten, dass es Unterstützung für den Umstieg auf klimaneutrale Mobilität und die Nutzung von Elektroautos geben soll. Das Kanzleramt plane „spürbare Vorteile“ für Verbraucher. Jetzt hat die SPD neue Vorschläge dazu geliefert, wie die geplante Förderung von Elektroautos für Geringverdiener aussehen soll.

SPD legt Papier für Elektroauto-Prämie vor – „Erfolg für alle“

Diese soll, so die aktuellsten Pläne, eine Kaufprämie und ein Leasing-Angebot umfassen. „Bislang kaufen vor allem einkommensstärkere Gruppen E-Autos“, schreibt die verkehrspolitische Sprecherin der SPD, Isabel Cademartori in einem Forderungspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es müsse mehr bezahlbare Autos geben, damit E-Mobilität zu einem „Erfolg für alle“ werde. Ebenso waren die Sprecher für Umwelt und Wirtschaft, Jakob Blankenburg und Sebastian Roloff, beteiligt.

Friedrich Merz nach dem Koalitionsausschuss im Oktober (Symbolfoto). Eine neue Prämie soll E-Auto-Verkäufe anheizen. Diese richtet sich vor allem an Menschen mit geringen Einkommen. Die SPD konkretisiert die Pläne.

Zwischen 2026 und 2029 schlagen die SPD-Leute eine Kaufprämie vor, die den Absatz kostengünstiger Elektroautos fördern soll. „Die Prämie beträgt mindestens 3.000 Euro und soll in gleicher Höhe von Herstellern oder Händlern ergänzt werden“, fordert die SPD. Vor allem Menschen mit „kleinen bis mittleren Monatseinkommen“ sollen anspruchsberechtigt sein.

Für welche Autos soll die neue Prämie gelten? Hier schlägt das Positionspapier vor, den Kreis der geförderten Autos auf in Europa produzierte Wagen zu begrenzen. Außerdem müssen sie bestimmte Umweltanforderungen erfüllen. Dafür aber sollen sowohl neue als auch gebrauchte Autos gefördert werden. Ihr Nettolistenpreis soll die 45.000 Euro unterschreiten. Beim Kauf gebrauchter Autos müssten Händler nach SPD-Vorstellungen kostenlos einen „Batteriecheck“ anbieten. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung über das Papier berichtet.

Außerdem fordern die SPD-Politiker ein Leasing-Programm ab 2027. Dieses soll eine geringe Leasing-Rate haben und eine spätere Kaufoption für europäische Elektroautos beinhalten. Das Programm müsse einfach und unbürokratisch funktionieren.

Gebrauchte Elektroautos im Kommen – meistens „in gutem Zustand“

Gebrauchte Elektroautos profitieren dabei von zwei entscheidenden Faktoren. Erstens füllt sich der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos derzeit – laut dem ADAC kommen viele junge Gebrauchtwagen als Leasing-Rückläufer auf den Markt. Diese sind zwischen zwei und vier Jahre alt und noch in „gutem Zustand“.

Zweitens haben Elektroautos erheblich weniger Verschleißteile als Verbrenner. Der Energiekonzern EnBW zählt beispielsweise den Auspuff, Zahnriemen, Zündkerzen oder Schaltgetriebe als Bauteile auf, die für Verbrenner normalerweise typische Schwachstellen sind – aber bei Elektroautos schlichtweg entfallen.

Trendwende beim Elektroauto – Verbrenner-Aus steht auf der Kippe

Elektroautos haben innerhalb der letzten paar Jahre erhebliche Höhen und Tiefen durchgemacht. Während es (auch durch die E-Auto-Prämie) vor mehreren Jahren einen regelrechten Run auf Elektroautos gab, so kehrte sich der Trend zuletzt eher um. Die fehlende Förderung und ein genereller Zweifel am Verbrenner-Aus haben der Industrie teilweise die Hoffnung darauf zurückgegeben, dass der Verbrenner ein Comeback erleben könnte. (Laernie mit Agenturen, ADAC, EnBW)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Andreas Gora

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