Wärmewende

Alternative zur Wärmepumpe: Ingenieur spart 20.000 Euro – und heizt trotzdem grün

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Wärmepumpen können nachhaltig und günstig heizen – doch der Einbau ist oft sehr teuer. Ein Ingenieur stellt in einem Video eine günstige Alternative vor, die sich vor allem für Altbaubesitzer eignet.

München – Im Zuge der Wärmewende gibt es einen großen Ansturm auf Wärmepumpen. Deutschland soll nach dem Willen der Ampel-Koalition künftig nachhaltiger heizen. Eine der beliebtesten und auch von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) favorisierten grünen Heizsystemen ist die Wärmepumpe.

Der Ingenieur Andreas Schmitz und seine Familie heizen ihr Haus schon seit über einem Jahr mit einem nachhaltigen Heizsystem – aber haben sich dabei gegen eine Wärmepumpe entschieden. Diese sei ihnen nach dem Hauskauf damals zu teuer gewesen, erklärt Schmitz in seinem YouTube-Channel. Die Familie habe dafür nicht noch einen Kredit aufnehmen wollen.

Mit einem effizienten Heizsystem lässt sich viel Geld sparen. (Symbolbild)

Statt zentraler Wärmepumpe: Hybrides dezentrales Heizsystem für unter 10.000 Euro

Schmitz hat deshalb ein dezentrales hybrides Heizsystem installiert, wie er in seinem aktuellen Video erklärt, in dem er sich fragt: „Warum sieht keiner diese einfache & günstige Heizungslösung?“ Er hat als „Akkudoktor“ auf YouTube über 270.000 Abonnenten. Der Tüftler ist beruflich Wissenschaftler im Bereich mathematische Optimierung und künstliche Intelligenz und hat einen Doktor in Ingenieurwesen. Mit seinen Videos will Schmitz zeigen, dass Nachhaltigkeit und Energiewende nicht teuer sein müssen.

Seine Familie heizt seit einem Jahr mit einem Mix aus verschiedenen Klimaanlagen (Luft-Luft-Wärmepumpen), einer Brauchwasserwärmepumpe für das Warmwasser und der schon vorhandenen Ölheizung als Backup bei kalten Minustemperaturen. „Wir sind damit ziemlich zufrieden“, resümiert Schmitz. Das neue Heizsystem habe nicht einmal 10.000 Euro gekostet und trotzdem die Heizkosten halbiert.

Heizen mit Klimaanlagen, Brauchwasserpumpe und Ölheizung

„Diese Lösung eignet sich natürlich nicht für jedermann“, betont Schmitz in dem Video. „Ich glaube aber, dass es für einige eine gute Sache ist.“ Für die Familie, die in einem Haus (Altbau) mit wenigen großen Räumen lebt, und schon über eine alte Ölheizung verfügt, hat es sich wohl gelohnt. Der YouTuber besorgte dafür voriges Jahr fünf Klimaanlagen für insgesamt 4690 Euro und Installationsmaterial für 500 Euro. Die Brauchwasserwärmepumpe kostete mit Material und Einbau 3800 Euro, so der Ingenieur.

Sparen konnte Schmitz beim Einbau der Klimaanlagen. Dabei hätten ihm Freunde geholfen, die über einen Kältemittelschein verfügen, denn nur mit diesem darf man die Anlagen installieren. Somit hat die Familie nicht mehr als 8990 Euro für das neue Heizsystem gezahlt. Bei den Heizkosten konnte die Familie mit dem neuen System im vergangenen Jahr 1600 Euro sparen.

Zentrale Wärmepumpe hätte Familie Schmitz 31.000 Euro gekostet

Im Vergleich zur zentralen Wärmepumpe ist das dezentrale hybride Heizsystem viel billiger: Denn eine zentrale Wärmepumpe hätte die Familie 31.000 Euro gekostet, da man unter anderem im Wohnzimmer eine Fußbodenheizung verlegt hätte – und bei den Kosten sei die Förderung schon mit eingerechnet, so der Ingenieur.

Ein weiterer Vorteil sei laut Schmitz, dass man die Anlage Schritt für Schritt in den Räumen installieren könne und sich erst einmal mit dem System vertraut machen und herausfinden könne, ob es einem zusagt. Die Geräte geben die Wärme direkt an die Raumluft ab und müssen nicht an bestehende Heizkörper angeschlossen werden. Zudem können die Anlagen im Sommer auch kühlen.

Ein Manko: Für das Wohnzimmer sei die Leistung der dort installierten Klimaanlage bei sehr niedrigen Temperaturen im Winter zu schwach – dann müsse die alte Ölheizung einspringen. Dabei enthalte der Öltank aber noch circa 400 Liter Heizöl. „Wir haben es jetzt erst mal, also warum nicht nutzen“, erklärt Schmitz. Er rät seinen Zuhörern, sich diese Möglichkeit durch den Kopf gehen zu lassen, auch wenn sie sich nicht für alle eigne.

Rubriklistenbild: © Robert Schmiegelt/Imago

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