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Köln und Leverkusen haben durch die beschädigte A1-Rheinbrücke Leverkusen über Jahre viele Millionen Euro Bußgelder eingesackt.
Köln/Leverkusen – Nach über zehn Jahren Einschränkungen können sich Autofahrer zwischen Köln und Leverkusen ab Anfang Februar über freie Fahrt freuen. Nachdem das erste Teilbauwerk der neuen Rheinbrücke Leverkusen fertiggestellt wurde, wird jetzt der Verkehr von der alten Rhein-Überquerung auf diese umgeleitet. Dafür ist auch eine wochenlange Vollsperrung der A1 notwendig. Damit enden auch das Fahrverbot für Lkws und Tempolimit 60, die den Städten Köln und Leverkusen einen Geldregen gebracht haben.
16 Millionen Euro Bußgelder: Tausende Lkws wollten trotz Verbot über Rheinbrücke Leverkusen fahren
Die A1-Rheinbrücke Leverkusen war seit fast zehn Jahren für den Lkw-Verkehr komplett gesperrt. Aber zigtausende Trucker hielten sich nicht an das Verbot und wollten trotzdem über das marode Bauwerk fahren. Wofür sie ordentlich blechen mussten. Seit 2016 nahm die Stadt Leverkusen dadurch rund 12,4 Millionen Euro Bußgelder ein, teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. Weitere 5,2 Millionen Euro sammelte derweil die Stadt Köln ein.
2012 hatten Fachleute Risse in der Tragwerkskonstruktion der alten Rheinbrücke festgestellt. Daraufhin wurden Geschwindigkeits- und Gewichtsbeschränkungen eingeführt. Ab 2014 war das A1-Bauwerk dann für Lkws über 3,5 Tonnen gesperrt. Um ihre Auffahrt möglichst zu verhindern, wurden schließlich 2016 Schrankenanlagen aufgebaut.
Blitzer auf A1-Rheinbrücke erwischen hunderttausende Verkehrssünder
Noch mehr Geld als das Lkw-Verbot brachten die Verstöße gegen das Tempolimit von 60 km/h ein. Über die Jahre wurden auf der Leverkusener Brücke hunderttausende Fahrzeuge von den stationierten Blitzern erwischt. Der Stadt Leverkusen erhielt über ihre sechs Radarfallen seit 2014 gut 15 Millionen Euro. Köln sackte derweil seit 2016 rund vier Millionen Euro Bußgelder ein.
Nach der Eröffnung der neuen Rheinbrücke Leverkusen versiegen diese Einnahmequellen jedoch. Zumindest zum Teil. Am 4. Februar wird die A1 zwischen Köln und Leverkusen wieder für den Verkehr freigegeben – auch für Lkws. Ein Tempolimit bleibt wegen der verengten Fahrbahnen aber vorerst bestehen. Dieses wird allerdings von 60 auf 80 km/h angehoben. Bis also auch die zweite Hälfte der neuen Rheinbrücke steht, stellt das Bauwerk vorerst weiter ein Nadelöhr im A1-Verkehr dar. (os mit dpa)
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