VonAmy Walkerschließen
Die Ampel-Koalition hat sich auf neue Förderungen für den Heizungstausch geeinigt. Ein Geschwindigkeitsbonus und ein Konjunktur-Booster sollen die Baukonjunktur beleben.
Berlin – Nach langem Warten scheint die Ampel-Koalition endlich eine Einigung über die Förderungen für den Austausch von Heizungen erzielt zu haben. Aus einem Dokument, das IPPEN.MEDIA vorliegt, geht hervor, dass sowohl die Sanierung von Wohngebäuden als auch der Austausch von Heizungen stärker gefördert werden sollen als ursprünglich geplant. Der „Geschwindigkeitsbonus“ soll demnach erhöht werden und es soll einen zusätzlichen „Konjunktur-Booster“ geben. Beide Maßnahmen dienen der „Belebung der Baukonjunktur“, wie es in dem Dokument heißt.
Tabelle zeigt: So sieht die geplante Förderung für Heizungen aus
Die Ausarbeitung des Plans der Ampel hat einige Zeit in Anspruch genommen. Im September wurde das Gebäudeenergiegesetz (GEG), oft auch als „Heizungsgesetz“ bezeichnet, verabschiedet. Seitdem warten sowohl Eigentümer als auch die betroffenen Branchen auf weitere Informationen darüber, wie genau die Förderungen für den Austausch von Heizungen aussehen sollen.
Wie IPPEN.MEDIA nun erfahren hat, haben die Parteien endlich eine Einigung erzielt. Der aktuelle Entwurf liegt unserer Redaktion vor und ist auf „November 2023“ datiert. Ab 2024 sollen neben verschiedenen Heizsystemen auch Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden gefördert werden. Im Detail ist Folgendes vorgesehen:
| Maßnahmen | Grundförderung | Geschwindigkeitsbonus | Einkommensbonus | Konjunktur-Booster |
|---|---|---|---|---|
| Gebäudehülle | 15 % | - | - | 10 % |
| Anlagentechnik | 15% | - | - | 10 % |
| Solarthermie | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Biomasseheizung | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Wärmepumpen | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Wasserstoffheizungen | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Innovative Heiztechnik | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Änderungen am Gebäudenetz | 30 % | max. 25 % | 30 % | - |
| Heizungsoptimierung | 15 % | - | - | 10 % |
| Optimierung zur Emissionsminderung | 50 % | - | - | - |
Neu an diesem Entwurf sind der erhöhte Geschwindigkeitsbonus und der „Konjunktur-Booster“, der sich speziell an die schwächelnde Baubranche und die durch Marktunsicherheiten geplagte Heizungsindustrie richtet. Wer seine Heizung bis zum 31. Dezember 2024 austauscht, erhält den maximalen Fördersatz von 25 Prozent. Danach verringert sich der Fördersatz beim Geschwindigkeitsbonus wie folgt:
- bis 31. Dezember 2026: 20 Prozent
- Januar 2027 bis 31. Dezember 2028: 15 Prozent
- Januar 2029 bis 31. Dezember 2030: 12 Prozent
- Januar 2031 bis 31. Dezember 2032: 9 Prozent
- Januar 2033 bis 31. Dezember 2034: 6 Prozent
- Januar 2035 bis 31. Dezember 2036: 3 Prozent
Für den Austausch von Heizungen gilt weiterhin eine Fördergrenze von 30.000 Euro. Eigentümer können also maximal 21.000 Euro vom Staat erhalten, wenn sie den maximalen Fördersatz von 70 Prozent erhalten.
Konjunktur-Booster für die Baubranche durch Sanierungen: 30 Prozent extra
Der „Konjunktur-Booster“ gilt nur für Sanierungsmaßnahmen, nicht für den Austausch von Heizungen. Wer also beispielsweise im kommenden Jahr sein Haus neu dämmt, kann zusätzlich 30 Prozent Förderung vom Staat erhalten. Das Budget für diesen Booster ist jedoch begrenzt: Laut Entwurf stehen dafür drei Milliarden Euro zur Verfügung, von denen zwei Milliarden für selbstnutzende Eigentümer vorgesehen sind. Sobald der Fördertopf ausgeschöpft ist, entfällt dieser Bonus. Also: Nur solange der Vorrat reicht.
Die Branche reagiert erleichtert auf den Entwurf. „Endlich gibt es einen konkreten Entwurf für die neue Förderung! Vorausgesetzt, dass dieser jetzt schnell beschlossen wird, schafft man damit endlich Klarheit. Planungssicherheit ist hier viel wichtiger als fünf Prozentpunkte mehr oder weniger“, sagt Bastian Gierull von Octopus Energy auf Anfrage. Sobald die Förderung beschlossen wird, kann er und seine Kollegen mit der Arbeit beginnen.
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