Der MSCI World galt lange Zeit als Allheilmittel. Ein ETF, der „die ganze Welt“ abbildet – so glaubten viele zumindest. Doch so global ist der MSCI World gar nicht.
Der MSCI World bildet nur Unternehmen aus 23 Industrieländern ab – wichtige Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien fehlen komplett. Damit bleibt ein großer Teil des Weltwirtschaftswachstums außen vor.
Wer seine risikoreiche Geldanlage auf nur einen ETF stützen möchte, sollte daher auf eine breitere Streuung setzen. Die bessere Alternative: Ein sogenannter All-World- oder All-Countries-ETF, also ein Index, der sowohl Industrie- als auch Schwellenländer abbildet. Damit haben Anleger alles in einem ETF. Denn mehr Diversifikation bedeutet auch immer weniger Risiko.
Team FTSE oder Team MSCI?
Möchte man nun die gesamte Welt in einem ETF haben, stehen Anleger vor einer fast philosophischen Frage: Team FTSE oder Team MSCI? Beide Anbieter bieten globale Indizes an, die in der Praxis sehr ähnlich funktionieren – aber sich in den Details unterscheiden.
Was ist der Unterschied?
Der FTSE All-World Index, entwickelt vom Indexanbieter FTSE Russell (gehört zur London Stock Exchange Group), umfasst rund 4.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Er bildet etwa bis zu 95 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab.
Der MSCI ACWI – kurz für „All Country World Index“ – stammt vom weitaus bekannteren US-Anbieter MSCI. Auch er kombiniert Industrie- und Schwellenländer, allerdings mit etwas weniger Unternehmen im Index: rund 2.900 Aktien. Die Marktabdeckung ist geringer, aber für Anleger kaum spürbar.
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Die Unterschiede zwischen FTSE All-World und MSCI ACWI entstehen vor allem durch die unterschiedliche Methodiker beiden Anbieter. Zwar wollen beide Indizes die Weltwirtschaft möglichst breit abbilden, doch sie treffen dabei leicht unterschiedliche Entscheidungen: Welche Länder zählen zu den Schwellenländern? Welche Unternehmen schaffen es in den Index? Und wie genau wird gewichtet?
Beide Indizes enthalten nur große und mittelgroße Unternehmen, sogenannte Large und Mid Caps. Wer Small Caps mit abdecken möchte, kann sich den MSCI ACWI IMI oder den FTSE Global All Cap anschauen – beides noch breiter gestreute Varianten.
Und nun? Welche Variante ist die bessere?
Die kurze Antwort: Man kann mit beiden Indizes langfristig erfolgreich investieren. Beide Varianten sind für Anleger, die ein einfaches, langfristiges, global gestreutes ETF-Portfolio wollen, hervorragend geeignet.
Ob man sich nun für FTSE oder MSCI entscheidet, ist letztlich weniger wichtig als die Tatsache, dass man investiert – und zwar klug, gut diversifiziert und idealerweise langfristig. Entscheidend ist, dass man verstehst, was man kauft, und dass dein ETF zu der persönlichen Finanzstrategie passt.
Denn egal ob Team FTSE oder Team MSCI: Mit beiden Anbietern setzt man auf globale Streuung, langfristiges Wachstum und eine solide Basis für den Vermögensaufbau. Wichtig ist nicht, was drauf steht, sondern was drin ist.
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