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Energiekrise: EU erreicht Gasspeicher-Ziele früher als erwartet

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Durch Nord Stream 1 fließt erneut kein russisches Gas mehr. Die große Frage ist, ob nach der Wartung die Lieferungen wieder aufgenommen werden. Alle Informationen zur Gas-Krise im News-Ticker

Update vom 31. August, 12.26 Uhr: Die Europäische Union hat ihr Gasspeicherziel zwei Monate im Voraus erreicht. Laut Daten der europäischen Gasspeicher-Betreiber waren die europäischen Reserven am Mittwoch zu 80,1 Prozent gefüllt. Die deutschen Gasspeicher überschritten die Marke noch weiter und erreicht am Mittwoch einen Stand von knapp 84 Prozent.

Wegen des Kriegs in der Ukraine hatte die Europäische Union ein neues Gesetz erlassen, wonach die Reservoirs in diesem Jahr bis zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein müssen. Ziel ist es, für einen möglichen Totalausfall russischer Gaslieferungen besser gewappnet zu sein.

In Deutschland gilt, dass die Speicher am 1. Oktober zu mindestens 85 Prozent gefüllt sein sollen und am 1. November zu mindestens 95 Prozent. Die bei einem Füllstand von 95 Prozent gespeicherte Gasmenge entspricht etwa dem bundesweiten Verbrauch der beiden Monate Januar und Februar 2022.

Polen hat Lücken in der Gasversorgung

Update vom 31. August, 10.46 Uhr: In Polen könnte das Erdgas schon bald knapp werden. Denn die Pläne der Regierung, das fehlende russische Gas anderweitig zu besorgen, sind zu großen Teilen gescheitert. Eigentlich wollte Polen den Rohstoff durch die neu gebaute Baltic Pipeline beziehen. Doch diese dürfte vorerst leer bleiben, da der mehrheitlich staatliche polnische Energiekonzern PGNiG es nicht geschafft hat, die benötigten Mengen einzukaufen, wie das Handelsblatt berichtet.

Grund für die Zurückhaltung beim Einkauf seien die hohen Preise, welche Norwegen für das Gas verlangt. Jetzt tut sich also eine Lücke in Polens Energieversorgung auf - und die könnte auch Auswirkungen auf Deutschland haben. Denn im Notfall ist zu erwarten, dass sich Polen an seinen Nachbarn wenden wird.

Gazprom fährt Milliarden-Gewinne ein

Update vom 31. August, 9.41 Uhr: Trotz westlicher Sanktionen hat Gazprom im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben einen Rekordgewinn eingefahren. Danach hat der Konzern von Januar bis Juni einen Netto-Gewinn von 2,5 Billionen Rubel ausgewiesen – das sind umgerechnet 46,5 Milliarden Euro. Der Staatskonzern verwies via Telegram darauf, dass das Ergebnis trotz Strafmaßnahmen wegen des Ukraine-Kriegs gegen Russland und eines „ungünstigen Umfelds“ erzielt worden sei. Gazprom werde nun jedem Aktionär pro Anteilsschein 51,03 Rubel zahlen. Noch im Frühjahr hatte der Energieriese die Erwartungen für 2022 gedämpft.

Russland stoppt Lieferung durch Nord Stream 1

Erstmeldung vom 31. August, 9.22 Uhr: Russland hat die schon seit Monaten stark gedrosselte Gaslieferung über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 am frühen Mittwochmorgen wie angekündigt gestoppt. Nach Angaben auf der Website der Nord Stream AG ist in der Zeit zwischen 03.00 bis 04.00 Uhr keine nennenswerte Menge mehr geflossen. Bereits in der Stunde davor war sie demnach gesunken.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte angekündigt, dass die Pipeline vom 31. August bis zum 2. September wegen Wartungsarbeiten geschlossen werde. Am Mittwochmorgen teilte Gazprom im Nachrichtenkanal Telegram mit, „die Versorgung über Nord Stream wurde komplett eingestellt“. Es begännen planmäßige Wartungsarbeiten an einer Kompressorstation. (ph/dpa)

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