CO2-Preis und Netzentgelte steigen

Gaspreise nehmen 2025 zu: Bundesnetzagentur ruft zum Sparen auf

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Der Gasverbrauch in Deutschland steigt erneut. Die Netzagentur fordert eine Reduzierung des Verbrauchs. 2025 könnten die Kosten steigen.

Bonn – Die Energiekrise als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine und den weitgehenden Stopp von Gas-Importen aus Russland ist überwunden. Nun ruft die Bundesnetzagentur Verbraucher jedoch auf, ihren Gasverbrauch zu reduzieren – um Geld zu sparen. „Es lohnt sich auf jeden Fall weiterhin, Gas zu sparen und damit den Geldbeutel zu entlasten“, erklärte Präsident Klaus Müller.

Spar-Appell der Netzagentur: Gas-Verbrauch in Deutschland steigt wieder

Hintergrund der Forderungen ist der Gas-Verbrauch in der bisherigen Heizperiode. Laut einer Analyse der Netzagentur ist dieser in den Monaten Oktober bis Dezember um 5,8 Prozent gestiegen. Das berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Trotz insgesamt guter Versorgungslage ruft die Bundesnetzagentur zum Sparen von Gas auf. (Symbolfoto)

Die Industrie verzeichnete in den Monaten Oktober bis Dezember einen Zuwachs von über neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während der Anstieg in den Haushalten und im Gewerbe mit 1,9 Prozent deutlich niedriger war. Der Bericht weist darauf hin, dass die erste Winterhälfte etwas kälter war als im Jahr 2023. Die durchschnittliche Temperatur lag bei 6,5 Grad, das sind 0,6 Grad weniger als im Vorjahr.

Netzagentur-Chef Klaus Müller bewertet Gas-Versorgung positiv: „Für die nächsten drei Monate gut gerüstet“

Dennoch seien die Verbraucher im Vergleich zu den Jahren vor dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise weiterhin zurückhaltend. In diesem Winter liegt der Gasverbrauch insgesamt um 9,7 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021.

Trotz des Appells zum Gassparen bewertete Netzagentur-Chef Müller die Gesamtsituation daher als positiv: „Wir sind bisher gut durch die erste Hälfte des Winters gekommen.“ Mit etwa 70 Prozent seien die Gasspeicher immer noch gut gefüllt. „Damit sind wir für die nächsten drei Monate gut gerüstet“, erklärte Müller.

Netzentgelte und CO₂-Preis: 2025 wird das Gas wieder teurer

Finanziell droht Verbrauchern jedoch eine Mehrbelastung. Die Gaspreise werden steigen, erwartet Experte Sebastian Gulbis vom Beratungsunternehmen Enervis. Der Anteil der Gasbeschaffungskosten in den Endkundenpreisen werde dabei weitgehend stabil bleiben. „Die wesentlichen Auswirkungen auf den Endkundenpreis haben Entgelte und Umlagen“, erklärt er. Vor allem würden die Gasnetzentgelte steigen. Grund sei die unklare Zukunft der Gasnetze.

„Den Netzbetreibern wurde es ermöglicht, ihre Netze schneller abzuschreiben, was teils zu deutlichen Steigerungen der Netzentgelte führt, so der Netzbetreiber von dieser Möglichkeit Gebrauch macht.“ Hinzu komme der höhere CO₂-Preis, der zum Jahresbeginn von 45 auf 55 Euro je Tonne steige und eingepreist werde. Darüber hinaus sei auch die Gasspeicherumlage angehoben worden.

Vergleichsportal berichtet von Preissenkung bei Gas-Grundversorgung zum Jahreswechsel

Zum Jahresende hat Verivox eine Preissenkung in der Gas-Grundversorgung ermittelt. Die Analyse des Vergleichsportals zeigt, dass die durchschnittlichen Preiserhöhungen und -senkungen insgesamt zu einem Rückgang des Preisniveaus der Gas-Grundversorgungstarife um etwa 0,5 Prozent führen. Dies entspricht einem Kilowattstundenpreis von etwa 14 Cent, einschließlich Mehrwertsteuer und Grundpreis.

Im Gegensatz dazu beträgt der Preis des günstigsten Neukundenangebots von überregionalen Gasanbietern mit einer Laufzeit und Preisgarantie von zwölf Monaten etwa zehn Cent. Die Bundesnetzagentur berichtet, dass im Jahr 2023 etwa 19 Prozent aller Haushalte ihr Erdgas über einen Grundversorgungsvertrag bezogen. (ms/dpa)

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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