„Große Herausforderung“

Gebrauchtwagen in Deutschland: Preise für E-Autos sind rapide gesunken

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Elektroautos werden zunehmend auch als Gebrauchtwagen interessant. Wie sind der Markt und die Angebote im Jahr 2024 zu bewerten? Studien und Experten klären auf.

München – Die Marktsituation von Elektroautos hat sich in den vergangenen Monaten geändert: Waren Stromer bis vor kurzem als Neuwagen noch kostspielig bis unerschwinglich, sind die Preise für zahlreiche Modelle zuletzt merklich gesunken. 

Was den Automarkt in Deutschland betrifft, spielt der Wegfall der staatlichen Kaufprämie eine Rolle, auch das gewachsene Konkurrenzumfeld sowie die Rabattoffensive von Vorreiter Tesla zwingen Autobauer wie Volkswagen zu einer Anpassung der Preisstrategie, um neue Fahrzeuge an den Mann oder die Frau zu bringen. 

Was bedeutet der Preisverfall der Stromer auf dem Gebrauchtwagenmarkt? Dort fanden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) im vergangenen Jahr rund zwei Drittel der Autoverkäufe statt, es handelt es sich um den größten Pkw-Umschlagplatz. Eine Studie von AutoScout24* analysiert die Lage im Jahr 2024 und erklärt, was Experten sagen. 

Elektroautos als Gebrauchtwagen: Wie zuverlässig sind Stromer?

Dabei geht es auch um die Frage, wie es nach dem Kauf eines E-Autos um die technische Zuverlässigkeit bestellt ist. Experten sind sich der Studie zufolge einig, dass die Anschaffung eines Gebrauchtwagens mit Elektromotor nicht weniger Vor- oder Nachteile mit sich bringt, als ein Fahrzeug mit Verbrennermotor. 

Elektrospezialist Maximilian Fichtner nennt Erfahrungswerte: „Autos wie Tesla-Modelle aus dem Jahr 2017 sind gute Beispiele. Viele, die 2021 gebraucht verkauft wurden, wiesen immer noch mehr als 95 Prozent ihrer Batteriekapazität auf. Das unterstreicht, dass gebrauchte Elektroautos von hoher Qualität sein können“, wird der Professor und Direktor des Helmholtz-Instituts für Elektrochemische Energiespeicherung (Ulm) zitiert.

Der Experte für Akkuforschung und -technologie führt laut AutoScout24 aus, dass die Erfahrungen von Elektroauto-Studien aus den USA und Schweden untermauert werden. „Batteriepapst“ Fichtner verweist aber auch darauf, dass vor dem Kauf eines gebrauchten Stromers ein „State-of-Health-Test“ bei Institutionen wie dem TÜV oder dem ADAC unverzichtbar seien, um „für Klarheit zu sorgen“.

Kraftfahrzeuge stehen auf dem Gelände eines Autohauses. E-Autos spielen zunehmend auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine Rolle. (Symbolbild)

Gebrauchtwagen in Deutschland: Preise für E-Autos 2022 auf Rekordniveau

Neben dem technischen Zustand ist beim Gebrauchtwagenkauf auch der Preis von Bedeutung: Wie das Portal schildert, würde ein neues Elektroauto in Deutschland derzeit zwischen 22.000 und 100.000 Euro kosten. Das ist für viele Menschen zu teuer, daher wird zunehmend auf gebrauchte Stromer ausgewichen. 

Doch auch E-Autos aus zweiter Hand wurden hierzulande seit 2021 merklich teurer: In jenem Jahr habe der durchschnittliche Kaufpreis noch bei 33.200 Euro gelegen. Im Jahr darauf (2022) ist der Betrag für ein Elektroauto auf rund 44.000 Euro gestiegen. Die Studie nennt folgende Gründe:

  • gestiegene Energiekosten
  • allgemeine Inflation als Kaufbremse
  • Engpässe bei Halbleitern in der Autoproduktion
  • Aus- und Nachwirkungen der Corona-Pandemie 

Elektroauto-Angebote: Preise für Stromer zuletzt rapide gesunken

Wie die Studie ausführt, hat auf dem Gebrauchtwagenmarkt nun jedoch eine Trendumkehr eingesetzt: Denn mit der steigenden Verbreitung von Elektroautos und zahlreichen neuen Modellen werden zwangsläufig auch die Elektroauto-Angebote stetig mehr - und das wirkt sich auf die Anschaffungskosten aus. 

AutoScout24 führt aus, dass die Preise für ein gebrauchtes E-Auto seit Herbst 2022 kontinuierlich gesunken sind, im Jahr 2023 lag der Durchschnittspreis nur mehr bei 36.703 Euro. Dabei profitieren Verbraucher in Deutschland immer mehr auch von elektrischen Leasingrückläufern, die als junge Gebrauchte auf den Markt kommen und wodurch sich eine „kontinuierliche Preisverbesserung“ ergebe.

Warum Verbrenner neben E-Autos existieren müssen

Infrastruktur: E-Autos benötigen eine entsprechende Infrastruktur, um aufgeladen zu werden. Derzeit gibt es noch nicht genügend öffentliche Ladestationen, um den Bedarf zu decken. Für lange Strecken oder abgelegene Orte sind Verbrenner daher immer noch die praktikablere Option.
Infrastruktur: E-Autos benötigen eine entsprechende Infrastruktur, um aufgeladen zu werden. Derzeit gibt es noch nicht genügend öffentliche Ladestationen, um den Bedarf zu decken. Für lange Strecken oder abgelegene Orte sind Verbrenner daher immer noch die praktikablere Option. © IMAGO/Robert Poorten
Kosten: E-Autos sind in der Regel teurer als Verbrenner und nicht jeder kann sich diese höheren Kosten leisten. Zudem sind E-Autos nicht in allen Größen und Varianten erhältlich, so dass es für manche Anforderungen noch keine entsprechenden E-Autos gibt.
Kosten: E-Autos sind in der Regel teurer als Verbrenner und nicht jeder kann sich diese höheren Kosten leisten. Zudem sind E-Autos nicht in allen Größen und Varianten erhältlich, so dass es für manche Anforderungen noch keine entsprechenden E-Autos gibt. © IMAGO
Reichweite: E-Autos haben im Vergleich zu Verbrennern immer noch eine begrenzte Reichweite, die oft nicht ausreicht, um lange Strecken zurückzulegen. Auch wenn die Reichweite von E-Autos in den letzten Jahren gestiegen ist, können Verbrenner immer noch eine größere Reichweite bieten.
Reichweite: E-Autos haben im Vergleich zu Verbrennern immer noch eine begrenzte Reichweite, die oft nicht ausreicht, um lange Strecken zurückzulegen. Auch wenn die Reichweite von E-Autos in den letzten Jahren gestiegen ist, können Verbrenner immer noch eine größere Reichweite bieten. © IMAGO/Ralf Homburg
Umwelt: Obwohl E-Autos eine sauberere und umweltfreundlichere Alternative zu Verbrennern sind, müssen auch ihre Produktionsprozesse und ihre Stromversorgung berücksichtigt werden. Bis zur vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien werden Verbrenner noch benötigt, um den Energiebedarf zu decken.
Umwelt: Obwohl E-Autos eine sauberere und umweltfreundlichere Alternative zu Verbrennern sind, müssen auch ihre Produktionsprozesse und ihre Stromversorgung berücksichtigt werden. Bis zur vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien werden Verbrenner noch benötigt, um den Energiebedarf zu decken. © IMAGO/Florian Gaertner
Bedienkomfort: Für viele Menschen ist das Fahren eines Verbrenners noch immer vertrauter und einfacher als das Fahren eines E-Autos. Auch wenn sich dies mit der Zeit ändern wird, kann es eine Weile dauern, bis sich die breite Bevölkerung an das Fahren von E-Autos gewöhnt hat.
Bedienkomfort: Für viele Menschen ist das Fahren eines Verbrenners noch immer vertrauter und einfacher als das Fahren eines E-Autos. Auch wenn sich dies mit der Zeit ändern wird, kann es eine Weile dauern, bis sich die breite Bevölkerung an das Fahren von E-Autos gewöhnt hat. © IMAGO/David Munoz
Ladezeit: Das Aufladen eines E-Autos dauert länger als das Betanken eines Verbrenners. Dies kann zu Verzögerungen und Wartezeiten führen, die bei Verbrennern nicht auftreten. Für Menschen, die viel unterwegs sind und nicht auf eine schnelle Mobilität verzichten können, sind Verbrenner daher oft die praktikablere Option.
Ladezeit: Das Aufladen eines E-Autos dauert länger als das Betanken eines Verbrenners. Dies kann zu Verzögerungen und Wartezeiten führen, die bei Verbrennern nicht auftreten. Für Menschen, die viel unterwegs sind und nicht auf eine schnelle Mobilität verzichten können, sind Verbrenner daher oft die praktikablere Option. © IMAGO/Michael Gstettenbauer
Verfügbarkeit von Ladestationen: Auch wenn die Anzahl der öffentlichen Ladestationen zunimmt, sind E-Auto-Fahrer immer noch auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Ladestationen angewiesen. In ländlichen Gebieten oder auf Fernstraßen kann es jedoch immer noch an Ladestationen mangeln, was Verbrenner zu einer zuverlässigeren Wahl macht.
Verfügbarkeit von Ladestationen: Auch wenn die Anzahl der öffentlichen Ladestationen zunimmt, sind E-Auto-Fahrer immer noch auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Ladestationen angewiesen. In ländlichen Gebieten oder auf Fernstraßen kann es jedoch immer noch an Ladestationen mangeln, was Verbrenner zu einer zuverlässigeren Wahl macht. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Wartung: E-Autos haben in der Regel weniger bewegliche Teile als Verbrenner, was sie insgesamt wartungsärmer macht. Dennoch können Reparaturen oder Wartungsarbeiten an einem E-Auto teurer und zeitaufwendiger sein als an einem Verbrenner. Für Menschen, die keine Zeit oder das nötige Geld haben, können Verbrenner daher immer noch die bessere Wahl sein.
Wartung: E-Autos haben in der Regel weniger bewegliche Teile als Verbrenner, was sie insgesamt wartungsärmer macht. Dennoch können Reparaturen oder Wartungsarbeiten an einem E-Auto teurer und zeitaufwendiger sein als an einem Verbrenner. Für Menschen, die keine Zeit oder das nötige Geld haben, können Verbrenner daher immer noch die bessere Wahl sein. © IMAGO/Bernd Feil
Reichweite bei schlechtem Wetter: Die Reichweite von E-Autos kann bei extremen Temperaturen oder schlechtem Wetter beeinträchtigt werden. Dies kann zu Problemen führen, insbesondere wenn das E-Auto für lange Strecken eingesetzt werden soll. Verbrenner haben hier einen Vorteil, da sie nicht von solchen Faktoren beeinflusst werden.
Reichweite bei schlechtem Wetter: Die Reichweite von E-Autos kann bei extremen Temperaturen oder schlechtem Wetter beeinträchtigt werden. Dies kann zu Problemen führen, insbesondere wenn das E-Auto für lange Strecken eingesetzt werden soll. Verbrenner haben hier einen Vorteil, da sie nicht von solchen Faktoren beeinflusst werden. © IMAGO/Ray van Zeschau
Flexibilität bei der Energieversorgung: Verbrenner können mit einer Vielzahl von Brennstoffen betrieben werden, darunter Benzin, Diesel, Ethanol oder Wasserstoff. E-Autos sind hingegen auf eine Stromversorgung angewiesen und müssen daher an eine Stromquelle angeschlossen werden. In einigen Gebieten kann die Stromversorgung jedoch instabil sein oder es kann zu Stromausfällen kommen. Verbrenner bieten hier mehr Flexibilität in Bezug auf die Energieversorgung.
Flexibilität bei der Energieversorgung: Verbrenner können mit einer Vielzahl von Brennstoffen betrieben werden, darunter Benzin, Diesel, Ethanol oder Wasserstoff. E-Autos sind hingegen auf eine Stromversorgung angewiesen und müssen daher an eine Stromquelle angeschlossen werden. In einigen Gebieten kann die Stromversorgung jedoch instabil sein oder es kann zu Stromausfällen kommen. Verbrenner bieten hier mehr Flexibilität in Bezug auf die Energieversorgung. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Gebrauchtwagen in Deutschland: Eine Gattung ist teurer als E-Autos

In der Gesamtbetrachtung gehören E-Autos hierzulande trotz des Preisverfalls weiter zu den teuersten Gebrauchtwagen. Jedoch gibt es eine Gattung, die beim Autokauf noch höhere Ausgaben erfordert: Hybridmodelle. Die Auswertung über die Preisentwicklung 2023:

  1. Hybridfahrzeuge: 39.894 Euro
  2. Elektroautos: 36.703 Euro
  3. Modelle mit Dieselantrieb: 29.631 Euro
  4. Modelle mit Benziner: 26.281 Euro

Derweil verrät die Studie, in welchem EU-Land für den Kauf eines Elektroautos am tiefsten in die Tasche gegriffen wird: Es handelt sich um Belgien, wo im vergangenen Jahr durchschnittlich 52.834 Euro fällig wurden. Auf Platz zwei liegt Österreich, mit 44.274 Euro. Die Bundesrepublik (36.703) belegt bei den elektrifizierten Fahrzeugen den vierten Rang, hinter den Niederlanden mit 40.605 Euro. (PF)

*Quelle der Studie ist nach Angaben des Online-Automarkts die monatlich über zwei Millionen Fahrzeuge umfassende Gebrauchtwagen-Datenbank.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

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