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Eine Auswertung zeigt erhebliche Gehaltsunterschiede zwischen den Bundesländern und Branchen. Ärzte und Banker verdienen am meisten, während der Gender-Pay-Gap weiterhin besteht. Die Transparenz von Gehältern beeinflusst die Zufriedenheit der Mitarbeiter und die Attraktivität von Arbeitgebern.
Berlin – Für viele wird das Gehalt angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise ausschlaggebender bei der Jobwahl. Auch bei der Wahl eines Standortes kann das Gehalt eine große Rolle spielen. Eine Auswertung zeigt, wie stark die Gehälter zwischen den Bundesländern variieren und welche Branche am meisten in Deutschland verdient.
Ab welchem Gehalt Sie in Deutschland zu den Bestverdienern zählen
Das Mediangehalt in Deutschland beträgt laut einer Erhebung der Jobplattform Stepstone 45.800 Euro jährlich. Das Bruttodurchschnittsgehalt lag bei 52.300 Euro. Der Median liegt genau in der Mitte aller Brutto-Gehälter, während der Durchschnittswert durch extrem hohe oder niedrige Werte verzerrt werden kann. Für den Gehaltsreport wurden mehr als eine Million Vergütungsdaten von Januar 2022 bis November 2024 ausgewertet. Sie wurden mithilfe des Gehaltsplaners von Stepstone erhoben und schließen Boni und Prämien ein.
Das höchste Mediangehalt haben Ärzte mit 98.750 Euro im Jahr. Unterteilt man das Ranking in Branchen, erhalten Beschäftigte im Bankwesen das höchste Gehalt. Aus dieser Übersicht können Sie entnehmen, welche Berufsgruppen das höchste Mediangehalt verdient und welche Branchen die niedrigsten Gehälter bekommen:
| Bankwesen | 65.500 Euro |
| Luft-und Raumfahrt | 62.000 Euro |
| Pharma | 60.750 Euro |
| Versicherungen | 59.750 Euro |
| Chemie-und eröldverarbeitende Industrie | 58.250 Euro |
| Transport und Logistik | 41.750 Euro |
| Freizeit, Touristik, Kultur und Sport | 41.250 Euro |
| Handwerk | 40.750 Euro |
| Land-, Forst-, und Fischwirtschaft, Gartenbau | 38.500 Euro |
| Hotel, Gastronomie und Catering | 37.250 Euro |
In diesen Bundesländern verdienten Beschäftigte das höchste Mediangehalt – wer ist der Spitzenreiter?
Die Verteilung des Medianeinkommens in Deutschland zeigt deutliche regionale Unterschiede, die eng mit der wirtschaftlichen Stärke und der Branchenstruktur der jeweiligen Bundesländer und Regionen verknüpft sind. Unternehmen in Süddeutschland, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, sowie in Hamburg bieten im regionalen Vergleich die höchsten Mediangehälter.
Diese Bundesländer profitieren von einer hohen Dichte an internationalen Unternehmen, einem starken Mittelstand und innovativen Branchen wie Automobilbau, Maschinenbau und Informationstechnologie. Hamburg als Stadtstaat sticht zudem durch seine Bedeutung als Handels- und Logistikzentrum hervor. Hier eine Übersicht, in welchem Bundesland die Beschäftigten das höchste Mediangehalt verdienen:
| Hamburg | 52.000 Euro |
| Baden-Württemberg | 50.250 Euro |
| Hessen | 50.250 Euro |
| Bayern | 50.000 Euro |
| Berlin | 48.250 Euro |
| Bremen | 47.750 Euro |
| Nordrhein-Westfalen | 47.250 Euro |
| Rheinland-Pfalz | 45.250 Euro |
| Niedersachsen | 44.750 Euro |
| Saarland | 44.500 Euro |
| Schleswig-Holstein | 43.750 Euro |
| Brandenburg | 41.000 Euro |
| Sachsen | 40.750 Euro |
| Thüringen | 40.250 Euro |
| Sachsen-Anhalt | 39.750 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 39.500 Euro |
Gehalt ist für viele Jobsuchende ein wichtiges Kriterium
Der Gender-Pay-Gap beschreibt die Differenz zwischen den durchschnittlichen Gehältern von Männern und Frauen und ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Gleichstellung der Geschlechter. Im Jahr 2024 lag der bereinigte Gender-Pay-Gap bei 5,7 Prozent.
Für 63 Prozent ist das Gehalt bei der Jobsuche das wichtigste Kriterium. Doch nicht nur die Höhe ist ausschlaggebend: Wie transparent Unternehmen mit dem Thema umgehen, beeinflusst die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und die Attraktivität von Arbeitgebern. 86 Prozent der Befragten geben an, dass konkrete Gehaltsangaben ihre Meinung über ein Unternehmen positiv beeinflussen, und 82 Prozent wünschen sich mehr Transparenz, zum Beispiel durch Gehaltsspannen in Stellenanzeigen.
Im Vergleich zum Vorjahr gaben 33,6 Prozent an, mit ihrem Gehalt zufrieden zu sein (ein Plus von 6 Prozent). 4,2 Prozent sind sehr zufrieden. 15,7 Prozent sind sehr unzufrieden und 46,5 Prozent sind laut Stepstone unzufrieden. (bohy)
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