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Geldanlage zwischen Sicherheit und Risiko: So legen Sie das Geld gut in Aktien an

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Früh übt sich, wer langfristig mit Plan sparen will. IMAGO/photothek
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Tages- oder Festgeld sowie klassische Sparkonten sind hierzulande weiterhin sehr beliebt. Doch die Zahl der Menschen, die ihr Geld am Aktienmarkt anlegen, nimmt zu.

Immer mehr Menschen legen mittlerweile ihr Geld auch am Aktienmarkt an. Da der Ausblick auf gute Rendite immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist, gilt es, einige Grundsätze zu beachten. Eine Auswahl der Antworten der FR-Telefonaktion.

Für die Rente oder für das Kind: Was man zu einem Sparplan auf dem Aktienmarkt wissen muss

Was sollte ich mit meinem Fondssparplan machen, wenn ich in Rente gehe? Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiterhin meine monatlichen Zahlungen fortführen kann.

Sie sind nicht verpflichtet, Ihre regelmäßigen Einzahlungen fortzuführen. Ein Fondssparplan bietet Ihnen viel Flexibilität: Sie können die Zahlungen je nach finanzieller Situation anpassen, pausieren oder später wieder aufnehmen. Falls Sie das Geld zur Deckung Ihrer monatlichen Ausgaben benötigen, besteht die Möglichkeit, den Sparplan in einen Auszahlplan umzuwandeln, wodurch Sie monatlich eine feste Summe erhalten. Sollten Sie hingegen eine größere Investition planen, können Sie auch das angesparte Kapital abheben.

Was gibt es zu beachten, wenn ich für meinen vierjährigen Sohn einen Sparplan einrichte?

Sie haben zwei Optionen: Entweder eröffnen Sie ein Depot auf Ihren eigenen Namen, was aber Ihren Freibetrag bei der Abgeltungssteuer belasten könnte, oder, um die steuerlichen Vorteile voll auszuschöpfen, lassen Sie das Depot direkt auf den Namen des Kindes laufen. In diesem Fall verwalten Sie das Depot im Sinne des Kindes. Rechtlich betrachtet ist es dessen Vermögen, nicht Ihr eigenes.

Kann ich bei Investmentfonds jederzeit auf mein Geld zugreifen, sollte es einmal schwierig werden?

Ja, grundsätzlich können Sie Ihre Fondsanteile jederzeit verkaufen. Eine Ausnahme bilden allerdings offene Immobilienfonds: Hier gilt eine Mindesthaltefrist von zwei Jahren und eine Kündigungsfrist von einem Jahr. Generell sind Investmentfonds, insbesondere offene Immobilienfonds, jedoch eher für eine mittelfristige Anlage von mindestens etwa fünf Jahren gedacht und weniger für kurzfristige Verfügbarkeit.

Ich interessiere mich für einen ETF, der in globale Aktien anlegt. Aber die Kurse sind aktuell sehr hoch. Sollte ich jetzt einsteigen oder auf niedrigere Kurse warten?

Es lässt sich nicht verlässlich vorhersagen, wann die Kurse einen Tiefpunkt erreichen, der ideal für den Einstieg wäre. Mein Rat: Investieren Sie Ihr Kapital nicht auf einmal, sondern in regelmäßigen Abständen, etwa über einen Sparplan monatlich mit kleineren Beträgen über einen längeren Zeitraum. So reduzieren Sie das Risiko, zu einem Höchststand zu investieren, und profitieren möglicherweise von günstigeren Kursen im Laufe der Zeit.

Geld vom Tagesgeldkonto auf einen Fondssparplan schieben? Wann sich das nicht lohnt

Ich habe 80.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto und dem Girokonto als Notreserve für das Alter. Ich bin 82 Jahre alt. Wäre es sinnvoll, dieses Geld auch in Fonds zu investieren?

In Ihrer Situation wäre eine Fondsanlage vermutlich nicht die beste Wahl. Sie sollte wegen der zwischenzeitlichen Marktschwankungen einen Anlagehorizont von mindestens fünf, besser zehn Jahren haben. Eine Alternative könnte sein, einen Teil des Geldes in Festgeld anzulegen, um höhere Zinsen zu erzielen, während ein Teil als kurzfristige Reserve verfügbar bleibt. Besprechen Sie diese Möglichkeit am besten mit Ihrer Bank.

Ich habe bereits Aktienfonds und überlege, Einzelaktien dazu zu nehmen. Was sagen Sie?

Mit Einzelaktien können Sie sehr viel Geld gewinnen, aber ebenso viel Geld verlieren. Das Risiko ist also extrem hoch. Wir empfehlen daher, wenn Sie Einzelaktien kaufen wollen, dann nur Geld einzusetzen, das Sie im Ernstfall verschmerzen können. Für die langfristige Geldanlage, vor allem für die Alterssicherung, sollten Sie Ihr Geld in Fonds investieren. Ein Fonds hält meist Anteile an vielen hundert Unternehmen und streut somit das Risiko. Sollte ein Unternehmen in Schieflage geraten, macht sich das nicht so stark bemerkbar. Solcherart Schwankungen werden zudem über eine möglichst lange Laufzeit ausgeglichen.

Meine Mutter wird 80, will ihr Sparbuch auflösen und einen Teil an die Enkel verschenken. Einen weiteren Teil will sie stets zur Verfügung haben. Wie hoch sollte der sein? Für den Rest habe ich Festgeld empfohlen, da sie keine Fonds möchte.

Für den sogenannten Notgroschen empfehlen wir die Höhe von zwei bis drei monatlichen Renten- oder Pensionszahlungen. Das Geld kann sie auf ein Tagesgeldkonto legen, dort kommt sie jederzeit heran, und es gibt auch noch ein paar Zinsen. Beim Festgeld könnte es sinnvoll sein, den Betrag aufzuteilen und zu unterschiedlichen Laufzeiten und unterschiedlichen Konditionen anzulegen.

Geld investieren nach einem Hauskauf: Was die Experten raten

Ich würde gern in nachhaltige Fonds investieren, aber es gibt immer noch keine klaren Regeln. Sich jeden Fonds einzeln anzuschauen, finde ich schwierig. Gibt es eine Orientierungshilfe?

Die gibt es nach wie vor bei Finanztest. Die Tester haben die Kriterien noch einmal verschärft. Alle infrage kommenden Fonds müssen ein zweistufiges Verfahren durchlaufen. Beim letzten Ranking hat nur etwa die Hälfte die erste Stufe geschafft, weil die Fonds unter anderem in geächtete Waffen und fossile Energien investiert waren. Neben Nachhaltigkeitskriterien wird auch der Renditeerfolg betrachtet – schließlich handelt es sich um eine Geldanlage. In der Finanztest-Ausgabe vom Oktober 2024 finden Sie den aktuellen Test und die ausführliche Beschreibung von Auswahlkriterien und Bewertung.

Ich habe einen Fonds bei meiner Bank und einen direkt online bei einer anderen Fondsgesellschaft abgeschlossen. Wo muss ich den Freistellungsauftrag stellen?

Teilen Sie den Freistellungsauftrag auf. Stellen Sie ihn also einmal bei der Bank und ein weiteres Mal bei der Fondsgesellschaft. Dazu sollten Sie vorher abschätzen, wie viele Erträge wo erzielt werden.

Ich bekommt eine größere Summe durch einen Hausverkauf, und weil ich schon fast 80 bin, möchte ich das Geld sicher anlegen. Wozu raten Sie?

Legen Sie einen Teil des Geldes auf ein Tagesgeldkonto. Den Rest verteilen Sie auf Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten. Geschützt ist Ihr Geld über die gesetzliche Einlagensicherung. Sie beträgt pro Bank und Kunde 100 000 Euro. Suchen Sie besser nicht im Internet, da gibt es zu viele dubiose Anbieter. Schauen Sie beispielsweise bei Finanztest auf den Fest- und Tagesgeldvergleich mit stabilen Einlagensicherungen.

Ich möchte mir ein so genanntes Pantoffel-Portfolio zulegen. Wie kann ich es bestücken?

Nehmen Sie beispielsweise für den Risikobaustein einen ETF auf den MSCI World und für den Sicherheitsbaustein Zinsanlagen aus Tages- und Festgeld. Es sind je nach Ihrem Sicherheits- oder Risikoempfinden verschiedene Varianten möglich. Mögen Sie es ausgewogen, setzen Sie Risiko- und Sicherheitsbaustein ins Verhältnis von 50:50. Sind Sie ein risikofreudiger Typ, wählen Sie die offensive Variante mit 75:25, sind Sie eher sicherheitsorientiert, nehmen Sie die passive Variante von 25:75 mit weniger Risiko und mehr Sicherheit.

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