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Beim insolventen Autozulieferer Allgaier Automotive gehen Ende des Jahres endgültig die Lichter aus. Im vergangenen Jahr war ein potenzieller Investor kurzfristig abgesprungen.
Uhingen - Es war eine lange Geduldsprobe für die Belegschaft, seit die traditionsreichen Allgaier-Werke mit Sitz in Uhingen (Baden-Württemberg) Mitte 2023 überraschend Insolvenz anmeldeten. In den vergangenen Monaten konnten die Insolvenzverwalter von PLUTA zwar für mehrere Gesellschaften Lösungen finden, darunter auch für eine der beiden Hauptgesellschaften der Unternehmensgruppe. Die Allgaier Process Technologie GmbH wurde bereits Ende 2023 von einem Investor übernommen, für die zweite zentrale Gesellschaft, die Allgaier Automotive GmbH, gehen die Lichter Ende 2025 aber endgültig aus.
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Die Allgaier Automotive ist die größte Gesellschaft der Allgaier-Gruppe und beschäftigt am Firmensitz im schwäbischen Uhingen rund 750 Mitarbeiter. Die IG Metall und die Insolvenzverwalter kämpften lange Zeit um eine Zukunft des Unternehmens, das als Zulieferer für die Autobauer in der Region einen großen Stellenwert hat. Als Ende 2024 ein potenzieller Investor absprang, hieß aber bereits, dass eine Rettung am seidenen Faden hinge. Eine solche ist nun endgültig vom Tisch, für die Belegschaft gibt es aber dennoch Hoffnung.
Allgaier Automotive wird Ende 2025 geschlossen - für die Mitarbeiter gibt es aber eine Absicherung
Wie die PLUTA-Pressestelle auf IPPEN.MEDIA-Anfrage bestätigt, soll die Allgaier Automotive Ende des Jahres geschlossen werden. Die rund 750 Mitarbeiter wurden demnach am Mittwoch (26. Februar) informiert, Kündigungen soll es bis zum Jahresende aber nicht geben. Die Autobauer haben sich dazu bereiterklärt, eine Transfergesellschaft zu unterstützen, die die Mitarbeiter bis Mitte 2026 finanziell absichert. „Wir haben Zeit gewonnen und nun Ruhe in der Belegschaft“, erklärt Insolvenzverwalter Michael Pluta. Für die Region ist das Ende der Allgaier Automotive dennoch ein schwerer Schlag, auch weil die Insolvenz beispielsweise von der IG Metall auch als Chance für das Unternehmen bezeichnet wurde.
| Name | Allgaier Automotive GmbH |
| Gründung | 1906 (Allgaier-Gruppe) |
| Sitz | Uhingen, Baden-Württemberg |
| Gruppe | Allgaier-Gruppe |
| Mitarbeiter | rund 750 |
Wie eingangs erwähnt konnte die Prozess-Technik-Sparte der Allgaier-Gruppe, die ihren Sitz ebenfalls in Uhingen hat, kurz vor Weihnachten 2023 durch eine Übernahme aus der Insolvenz gerettet werden. Der Geschäftsführer der Sparte hatte jüngst im Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten (StN) erklärt, dass das „krisenhafte Geschehen“ eher von der Automotive-Sparte ausgegangen sei und dass sich die Prozesstechnik von dieser lösen möchte. „Wir müssen autark werden“, sagte er. Kritik an der Sparte gibt es Berichten zufolge, weil keine Automotive-Mitarbeiter aufgenommen wurden.
Allgaier-Gruppe hat eine lange und wechselhafte Firmengeschichte hinter sich
Die Allgaier-Gruppe geht auf eine im Jahr 1906 im schwäbischen Hattenhofen gegründete Firma zurück und hat im Laufe der Jahrzehnte mehrfach sowohl die Ausrichtung als auch den Besitzer gewechselt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Allgaier beispielsweise im Bereich der Landmaschinentechnik tätig und beschäftigte in der Hochphase rund 3.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2008 ist die bisherige Gesellschaft in drei Einheiten aufgeteilt worden, die Allgaier-Werke GmbH (Holding), die gerettete Allgaier Process Technologie GmbH, die im Bereich der Verfahrenstechnik tätig ist, sowie die Allgaier Automotive GmbH.
Ende Januar hatte ein weiterer Autozulieferer aus dem Südwesten Insolvenz angemeldet, wovon rund 2.000 Mitarbeiter betroffen sind.
Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

