E-Mobilität

Gestiegene Exporte: Beliebtheit von deutschen E-Autos steigt im Ausland

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Die E-Autos aus Deutschland werden im Ausland gern einkauft. Hierzulande sinkt die Begeisterung gegenüber den umweltfreundlichen Modellen jedoch merklich.

Wiesbaden – Trotz der verhaltenen Einstellung von Bundesbürgern gegenüber E-Autos zeigen aktuelle Exportzahlen, dass die batterieelektrischen Autos (BEV) aus Deutschland beliebt sind. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 6. Mai mitteilte, wuchs der Export von Elektroautos aus Deutschland 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent auf 786.000 Stück. Dagegen wurde 446.000 Stück importiert. Demnach lag der Wert der Ausfuhren bei 36 Milliarden Euro, während der Einfuhrwert 14,1 Milliarden Euro betrug. 

Verbraucher hierzulande entscheiden sich lieber für Verbrenner - obwohl das deutsche Stromer im Ausland beliebter wird.

Für den Exporterfolg sei demnach auch die Eröffnung der Tesla-Fabrik im Jahr 2022 verantwortlich. 2023 erreichte der BEV-Anteil mehr als ein Viertel der Ausfuhren. Die wichtigsten Abnehmer waren innerhalb der EU die Niederlande (15,6 Prozent) als Spitzenreiter, gefolgt von Großbritannien (13,4 Prozent) und Belgien (12,4 Prozent). China mit 29 Prozent, Südkorea mit knapp zehn Prozent sowie Tschechien (9,3 %) waren 2023 wichtigster Importpartner Deutschlands.

Ausfuhr-Zuwachs des umstrittenen Plug-in-Hybrids

Auch der Plug-In-Anteil ist laut Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) verglichen mit 2022 im vergangenen Jahr gestiegen. 234.000 Plug-in-Hybridmodelle mit Elektro- und Verbrennermotor (PHEV) verkaufte die Bundesrepublik ans Ausland, was einem Anstieg von 31 Prozent entspricht. Weiterhin ergeben sich daraus 7,5 Prozent des Gesamtanteils an Auto-Exporten.

Die Plug-In-Modelle haben, was ihre Umweltfreundlichkeit anbelangt, einen umstrittenen Ruf. Wie eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung zeigte, ist der Verbrauch der Autos um ein Vielfaches höher als von Herstellern angegeben. Der Studie zufolge soll der reale Verbrauch bei etwa 4,0 bis 4,4 Litern je 100 Kilometer liegen und somit viel höher als bei Autos mit konventionellem Verbrennungsmotor. Der Wert liegt im Durchschnitt drei- bis fünfmal höher, als die offiziellen WLTP-Werte.

„Im Mittel fallen die realen Kraftstoffverbräuche und CO₂-Emissionen von Plug-in-Hybridfahrzeugen bei privaten Haltern in Deutschland und anderen europäischen Ländern etwa dreimal so hoch aus wie im offiziellen Testzyklus, während die Werte bei Dienstwagen sogar etwa fünfmal so hoch sind“, so Dr. Patrick Plötz, Leiter des Geschäftsfelds Energiewirtschaft am Fraunhofer ISI und Hauptautor der Studie.

Umfrage zeigt: Weniger Verbraucher planen Kauf von E-Autos

Verbraucher in Deutschland zeigen indes begrenzte Begeisterung für den Erwerb von E-Autos. Derzeit befinden sich 1,5 Millionen Elektroautos auf den Straßen. Obwohl die Bundesregierung vorhat, bis 2030 15 Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen, planen immer weniger Bürger den Erwerb eines solchen Fahrzeuges.

Laut der Global Automotive Consumer Study 2024 von Deloitte äußerten lediglich 13 Prozent der befragten Deutschen ein Kaufinteresse an E-Autos. Nur noch jeder fünfte habe demnach ein Interesse an Hybrid-Modellen. Hingegen würden sich 49 Prozent für einen Verbrenner entscheiden (2023: 45 Prozent). Die Umfrage ergab zudem, dass mehr als die Hälfte der Befragten das nächste Auto für einen Preis von unter 30.000 Euro kaufen wollen. Für ganze 30 Prozent, war die Umweltprämie ein Grund für die Kaufentscheidung

„Die Umweltprämie motivierte die Menschen zum Kauf und kurbelte die Nachfrage nach Elektroautos an. Der vorzeitige Wegfall wird zu einem Einbruch bei den Verkaufszahlen führen, da Stromer immer noch deutlich teurer sind als vergleichbare Verbrenner“, so Dr. Harald Proff, globaler Sektorleiter Automotive bei Deloitte.

Rubriklistenbild: © Lars Penning/dpa

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