Rente unter Palmen

„Ich habe keinen Grund, zurückzugehen“: Viele deutsche Rentner verbringen die Rente lieber im Ausland

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Viele Rentner und Rentnerinnen suchen sich für den Ruhestand ein sonniges Fleckchen Erde aus. Doch dabei gibt es einiges zu beachten. Eine Rentnerin berichtet, wie es für sie in Florida ist.

Naples, Florida – Rund 1,71 Millionen Renten zahlt die Deutschen Rentenversicherung jedes Jahr an Menschen aus, die im Ausland leben. Die meisten von ihnen gehen an Rentner und Rentnerinnen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, die in Deutschland gearbeitet haben und für den Ruhestand in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. Doch 14 Prozent dieser Renten gehen an deutsche Staatsangehörige, die sich für den Ruhestand außerhalb Deutschlands niederlassen.

Rentnerin lebt in Florida – warnt aber vor hohen Lebenshaltungskosten

Entgegen dem Klischee treibt es die meisten deutschen Rentner und Rentnerinnen nicht etwa in „klassische“ Rentnerparadiese wie auf die kanarischen Inseln oder nach Thailand. Laut dem Rentenatlas 2023 lebten die meisten im Ausland lebenden deutschen Ruheständler in Österreich (knapp 12 Prozent) oder in der Schweiz (11,3 Prozent). Erst auf Platz drei kommt das Urlaubsland Spanien (9,5 Prozent), danach folgen die USA (9,12 Prozent). Wiederum dahinter folgen andere Länder in Europa wie Frankreich oder Italien, im Rest der Welt sind es nur noch sehr wenige Rentner und Rentnerinnen aus Deutschland.

Und das hat auch einen wichtigen Grund. Denn auch wenn in einigen vermeintlichen Rentnerparadiesen wie Thailand oder Florida in den USA das schöne Wetter lockt und – zumindest in Thailand – die Lebenshaltungskosten niedriger sind als hierzulande; in Deutschland leben hat seine Vorzüge. So genießen deutsche Rentner und Rentnerinnen einen vergleichsweisen guten Schutz in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Ein älteres Paar am Strand von Longboat Key in Florida

Auch die deutsche Rentnerin Sibylle Zinser, die ihre Rente in Florida genießt, mahnt im Handelsblatt: „Für einen Durchschnittsverdiener ist das nichts“. Die Krankenversicherung sei teuer, und trotzdem müsste vieles aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die Lebenshaltungskosten seien in Florida zudem deutlich gestiegen, von den Immobilien gar nicht erst zu sprechen. Ein Haus am Wasser gibt es laut Handelsblatt in Florida für acht Millionen Dollar aufwärts, unter einer Million sei es generell schwierig. Hinzu kämen dann noch Versicherungen, die aufgrund des Klimawandels teurer würden.

„Da muss man schon einiges gespart haben, um hier zu leben“, erklärt die 68-jährige Rentnerin der Zeitung. Deswegen ziehe es immer mehr Menschen zurück nach Deutschland, berichtet Sibylle Zinser weiter – sie können es sich in Florida schlicht nicht mehr leisten. Für sie komme das aber nicht infrage: „Ich bleibe. Ich habe keinen Grund, zurückzugehen. Ich fühle mich sehr wohl hier“.

Top 10 der besten Rentnerparadiese 2024

Das kann je nach Land unterschiedlich aussehen. Das US-amerikanische Magazin International Living bringt jedes Jahr seinen „Global Retirement Index“ heraus, der die Top zehn Länder für den Ruhestand vorstellt. Dabei ist zu bedenken, dass der Index einen US-amerikanischen Blick hat. Dennoch können sich auch deutsche Rentner und Rentnerinnen davon inspirieren lassen. Die Top zehn für 2024 sind:

  1. Costa Rica
  2. Portugal
  3. Mexiko
  4. Panama
  5. Spanien
  6. Ecuador
  7. Griechenland
  8. Malaysia
  9. Frankreich
  10. Kolumbien

In vielen dieser Länder sind nicht nur die Lebenshaltungskosten gering, sondern auch das Gesundheitssystem ist modern und damit die Versorgung gut.

Und in Portugal kommen obendrauf sogar noch Steuervorteile für deutsche Rentner und Rentnerinnen: Sie können, wenn sie zum ersten Mal nach Portugal ziehen und länger als sechs Monate dort leben, einen Sonderstatus beantragen. Dann zahlt man zehn Jahre lang einen pauschalen Steuersatz von zehn Prozent auf sein Ruhegehalt aus dem Ausland. Andere Einkünfte aus dem Ausland, wie etwa Einkommen aus Zinsen, seien dabei von der Steuer freigestellt.

Rubriklistenbild: © Imago

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