Seit Mai 2023 ist das 49-Euro-Ticket erhältlich. Für Studenten gab es lange keine echte Lösung. Doch bald sollen sie ein günstigeres Deutschlandticket bekommen können.
Berlin/Düsseldorf – Es gibt eine Einigung für ein erschwinglicheres 49-Euro-Ticket für Studierende. Bund und Länder haben sich auf einen entsprechenden Plan verständigt. Oliver Krischer, Verkehrsminister für NRW und Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz der Länder, bezeichnete dies am Montagabend (27. November) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als Durchbruch. Etwa drei Millionen Studierende könnten nun ein Semesterticket für monatlich 29,40 Euro, basierend auf dem seit Mai 2023 erhältlichen Deutschlandticket erwerben.
Das landesweit einheitliche Semesterticket könnte zum Sommersemester 2024 eingeführt werden. Dies setzt voraus, dass die Allgemeinen Studierendenausschüsse und die Verkehrsunternehmen nun rasch die erforderlichen Verträge abschließen.
Deutschlandticket für Studenten soll 29,40 Euro im Monat kosten
Bundesverkehrsminister Volker Wissing äußerte sich erfreut über die Einigung. Er sagte: „Ich freue mich, dass wir uns heute mit den Ländern auf ein Deutschlandticket für Studierende verständigen konnten. Nachdem die Ministerpräsidentenkonferenz die Finanzierungsfragen zum Deutschlandticket abschließend bestätigt hat, stand einer Verständigung über das Semesterticket nichts mehr im Wege. Damit profitieren nun auch die Studentinnen und Studenten von diesem attraktiven deutschlandweiten Angebot – und das zu einem sehr günstigen Preis.“
Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, bestätigte: „Das deutschlandweite Semesterticket im Solidarmodell kommt.“ Es werde 29,40 Euro kosten, was 60 Prozent des regulären Ticketpreises entspricht. Bund und Länder hätten den Weg für eine weitere Ausweitung der Abonnentenzahl geebnet. „Und das ohne nennenswerte Mehrkosten für Bund und Länder.“ Das Solidarmodell bedeutet, dass alle Studierenden zur Finanzierung eines erschwinglichen ÖPNV-Tickets beitragen.
Weiterhin offen, wie lange das Deutschlandticket für 49 Euro angeboten wird
Madita Lachetta, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, berichtete, dass Studierendenschaften aus Furcht vor Klagen ihre Semesterticketverträge reihenweise gekündigt hätten. „Durch die Einführung des 49-Euro-Deutschlandtickets stehen deshalb derzeit viele Studierende ohne Semesterticket da.“ Den Studierendenschaften stehe es nun frei, das neue Angebot anzubieten oder regionale Alternativen auszuhandeln. Lachetta forderte eine Preisstabilität für das Deutschlandticket. Sollte der reguläre Preis ansteigen, würde auch der Preis für das ermäßigte Studententicket steigen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich trotz eines Finanzstreits darauf, das Deutschlandticket für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr weiterhin anzubieten. Eine offene Frage bleibt jedoch, wie lange das Ticket noch für monatlich 49 Euro erhältlich sein wird oder ob es bald teurer wird. Die Verkehrsminister sollen ein Konzept für ein langfristig gesichertes Ticket erarbeiten.
Deutschlandticket als Semesterticket soll junge Menschen an ÖPNV binden
Wissing erklärte, dass die Einigung beim Semesterticket für die für den ÖPNV zuständigen Bundesländer sichere Einnahmen bedeute. Diese würden dazu beitragen, den Ticketpreis so günstig wie möglich zu halten. „Denn mit dem Deutschlandticket-Semesterticket binden wir eine junge Kundengruppe dauerhaft an den ÖPNV.“
Nicht nur für Studierende soll das Deutschlandticket bald günstiger werden. In NRW startet in einigen Regionen am 1. Dezember auch das „Deutschlandticket sozial“ – das für bestimmte Personen nur 39, statt 49 Euro monatlich kosten wird. (bs/dpa) Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von Redakteur Benjamin Stroka sorgfältig geprüft.
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