Trumps Zölle

Handelsstreit verschärft sich – nun äußert auch Japan Warnungen

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Die Zollmaßnahmen von Donald Trump stoßen international auf Ablehnung. Auch Japan äußert Bedenken hinsichtlich der weitreichenden Konsequenzen des Zollstreits, der nun für 90 Tage pausiert.

Tokio – Kaum hatte der US-Präsident Donald Trump mit seiner Zolloffensive die halbe Welt besteuert, folgte ein Börsencrash in etlichen Ländern. Unter anderem die EU reagierte prompt mit einer Warnung vor Gegenmaßnahmen. Noch bevor Trump am Mittwoch (9. April) eine 90-tägige „Pause“ im weltweiten Zollstreit ankündigte, meldete sich auch Japan zu Wort.

Handelskrieg eskaliert – nun spricht auch Japan Warnungen aus

„Die breite Palette Handels-beschränkender Maßnahmen der USA hätte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf unsere wirtschaftlichen Beziehungen, sondern könnte auch das multilaterale Handelssystem ernsthaft belasten“, erklärte Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi am Mittwoch 9. April) auf einer Pressekonferenz, berichtete Sumikai. Die Maßnahmen der USA könnten das Vertrauen in stabile Handelsstrukturen erschüttern. Tokio werde weiterhin nachdrücklich auf eine Rücknahme dieser Schritte hinwirken und dabei den Grundsätzen internationaler Kooperation treu bleiben.

Trumps Zölle: Japan will betroffene Unternehmen unterstützen

Auch der japanische Premierminister Shigeru Ishib kritisiert Trumps Zölle, berichtete Reuters. Am Montag (7. April) erklärte Ishiba, die Regierung werde den US-Präsidenten weiterhin dazu drängen, die Zölle auf japanische Produkte zu senken. Gleichzeitig räumte er ein, dass Fortschritte „nicht über Nacht kommen werden.“

Daher müsse seine Regierung alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die wirtschaftlichen Folgen der US-Zölle abzufedern, betonte Ishiba vor dem Parlament. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem finanzielle Hilfen für betroffene Unternehmen sowie Initiativen zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Ebenso sollen internationale Handelsbeziehungen im asiatisch-pazifischen Raum und der EU ausgeweitet werden.

Japans Premierminister Shigeru Ishib bezeichnet Trumps Zölle als „äußerst enttäuschend und bedauerlich.“

„Äußerst enttäuschend“: Japans Premierminister will mit Trump verhandeln

Die von Trump verhängten Strafzölle auf japanische Importe bezeichnete Ishiba als „äußerst enttäuschend und bedauerlich.“ Japan werde weiterhin deutlich machen, dass es gegenüber den USA kein Fehlverhalten begangen habe.

Zudem äußerte Ishiba seine Bereitschaft, „so bald wie möglich“ in die USA zu reisen, um sich mit Präsident Trump zu treffen. „Dabei müssen wir aber ein Maßnahmenpaket vorbereiten, das Japans mögliche Maßnahmen beinhaltet“, sagte er. Am Montag forderte der japanische Premierminister Trump in einem 25-minütigem Gespräch auf, sein Zollpaket zu überdenken.

Trumps Handelskrieg: Japans Bruttoinlandsprodukt könnte drastisch sinken

Trumps Beschluss, eine Importabgabe von 25 Prozent auf japanische Fahrzeuge und im Gegenzug Zölle von 24 Prozent auf weitere Waren aus Japan zu erheben, könnte Japans exportorientierte Wirtschaft erheblich belasten. Reuters berichtete, dass Ökonomen warnen, dass das Bruttoinlandsprodukt dadurch um bis zu 0,8 Prozent sinken könnte.

Die wachsende Sorge vor einer weltweiten Rezession hat auch auf den internationalen Finanzmärkten Spuren hinterlassen. In Tokio brach der Nikkei-Index am Montagmorgen um fast neun Prozent ein.

Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer

Die Strafzölle der neuen US-Regierung zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab
Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen.
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago
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BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig.  © Ulrich Roth/Imago
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago

Japan bleibt trotzdem der zentrale strategische Partner der USA in Asien. Der Inselstaat steht unter dem militärischen Schutz der US-Streitkräfte – auch gegenüber potenziellen Bedrohungen durch Länder wie Russland. Vor diesem Hintergrund setzt die japanische Regierung nicht auf Konfrontation oder Vergeltungszölle, sondern strebt den Dialog mit Trump an.

„90-tägige Pause“: Trump senkt Zölle auf zehn Prozent – und hebt sie für China weiter an

Trump hat im Zollstreit eine Kehrtwende angekündigt: „Ich habe eine 90-tägige Pause genehmigt“, schrieb Trump am Mittwoch im Onlinedienst Truth Social. In diesem Zeitraum gelte ein „erheblich reduzierter“ Zollsatz von zehn Prozent für die Handelspartner, darunter auch für die EU. Für China erhöhte Trump den Satz dagegen auf 125 Prozent. (dpa/AFP/hk)

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