Zum zweiten Mal betroffen

Deutscher Weltmarktführer könnte wegen Trump-Zöllen Produktion in die USA verlagern

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Der Waagenhersteller Bizerba ist bereits zum zweiten Mal von Trumps Zöllen betroffen und überlegt, die Produktion in die USA zu verlagern, um diese zu umgehen.

Balingen - Der Maschinenbauer Bizerba, der als Weltmarktführer bei der Herstellung von Industrie-Waagen gilt, hatte bereits Anfang 2024 einen umfassenden Stellenabbau angekündigt und steht nun aufgrund der von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle vor erheblichen Herausforderungen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Balingen (Baden-Württemberg) produziert in mehreren europäischen Ländern und auch in China, die allesamt von den Zöllen betroffen sind.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Wie Bizerba-CEO Andreas Kraut im Interview mit dem Handelsblatt erklärte, ist das im Jahr 1866 gegründete Traditionsunternehmen bereits zum zweiten Mal von Trumps Strafzöllen betroffen. „In seiner ersten Amtszeit hatten wir Geräte noch aus China in die USA geliefert“, sagte er. „Als für das Land Zölle verhängt wurden, haben wir diese Produktion nach Serbien verlagert.“ Nun ist Bizerba erneut von der Zollpolitik aus dem Weißen Haus betroffen und denkt über eine Verlagerung nach.

Bizerba könnte Produktion in USA verlagern, will aber zunächst abwarten

Donald Trump hat die scheinbar wahllosen Strafzölle deshalb verhängt, weil die USA seiner Ansicht nach seit vielen Jahren ausgenutzt wurde. Damit hat der Präsident aber nicht nur der eigenen Wirtschaft und der Börse geschadet, sondern auch bereits drastische Gegenmaßnahmen provoziert. China hat beispielsweise mit eigenen Strafzöllen reagiert. Bizerba-Chef Andreas Kraut war laut eigenen Aussagen von der Höhe der Zölle gegen Serbien überrascht. „Wie dieser hohe Zollsatz für so ein kleines osteuropäisches Land zustande kommt, ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar“, erklärte er.

Name Bizerba SE & Co. KG
Gründung 1866 in Ebingen, Baden-Württemberg
Sitz Balingen, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 4.770 (2022/2023)
Umsatz 875,2 Millionen Euro (2022/2023)

Da der Weltmarktführer aus Balingen auch bereits im kleinen Rahmen in den USA produziert, wäre eine Verlagerung in das Land als Reaktion denkbar. Das Unternehmen habe „Konzepte in der Pipeline, weitere Produktionskapazität aus anderen Ländern in die USA zu verlagern“, erklärte Kraut im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Aber wir wollen mit der Entscheidung noch abwarten, was denn wirklich konkret kommt, wir wissen ja, wie schnell sich da wieder etwas ändern kann.“

Der traditionsreiche Waagenhersteller Bizerba erwägt aufgrund der Strafzölle eine Produktionsverlagerung in die USA.

Bizerba könnte laut CEO „in wenigen Monaten“ die Fertigung in die USA verlagern

Wie der Bizerba-Chef in dem Interview ausführt, geht es bei den Überlegungen darum, die Endmontage der Geräte in die USA zu verlagern. Das sei an sich schnell umsetzbar. „Wir könnten in wenigen Monaten Fertigung in die USA verlagern“, sagte Kraut. Allerdings müsste das Unternehmen dann zunächst Mehrkosten verkraften, um die Infrastruktur und die Logistik vor Ort aufzubauen. „Das dauert einige Zeit, bis man das wieder erwirtschaftet hat.“ Autobauer Audi hatte jüngst mit einem Exportstopp auf die Zölle von Donald Trump reagiert.

Rubriklistenbild: © Forseti2012/Wikipedia/CC BY-SA 3.0

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