Kosten- und Konkurrenzdruck

Technologiekonzern plant Teilverlagerung von deutschem Standort ins Ausland - 350 Mitarbeiter betroffen

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Der Liebherr-Konzern plant einer Mitteilung zufolge, Teile eines deutschen Standortes nach Bulgarien zu verlagern. Davon sind rund 350 Mitarbeiter betroffen.

Bad Schussenried - Auslandsverlagerungen sind aufgrund der hohen Kosten in Deutschland ein oft genutztes Mittel, um Kosten einzusparen. Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat sich beispielsweise gegen einen deutschen Standort entschieden und will stattdessen in Tschechien investieren. Der Liebherr-Konzern, der ursprünglich in Kirchdorf an der Iller (Baden-Württemberg) gegründet wurde und seinen Sitz heute in Bulle (Schweiz) hat, hat in einer Mitteilung ähnliche Pläne angekündigt. Konkret sollen Teile des Liebherr-Mischtechnik-Standorts im baden-württembergischen Bad Schussenried nach Bulgarien verlagert werden.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Liebherr-Mischtechnik will Teile des Standorts Bad Schussenried nach Bulgarien verlagern

Als Grund für die geplante Verlagerung gibt die Geschäftsführung der Liebherr-Mischtechnik GmbH den hohen Kostendruck an. Während Konkurrenten Fahrmischer und Mischanlagen bereits im kostengünstigen Ausland produzieren, habe man selbst bislang am Standort Bad Schussenried festgehalten. „Wir stehen im Markt unter einem enorm zunehmenden Wettbewerbs- und Kostendruck“, heißt es in der Mitteilung. Die Baukrise hat die Situation noch weiter verschärft, weshalb auch Liebherr reagieren muss. Deshalb sollen Teile der Produktion, der Entwicklung sowie der produktionsbegleitenden Tätigkeiten und Administrationsaufgabe von Bad Schussenried nach Plovdiv (Bulgarien) verlagert werden.

Name Liebherr-International S.A.
Gründung 1949 in Kirchheim an der Iller, Baden-Württemberg
Sitz Bulle, Kanton Freiburg, Schweiz
Branche diverse (Maschinenbau, Fahrzeugbau, Haushaltsgeräte und weitere)
Mitarbeiter 51.321
Umsatz 12,6 Milliarden Euro

Das Produktprogramm der Liebherr-Mischtechnik GmbH umfasst die Herstellung von robusten Fahrmischern, innovativen Mischanlagen und leistungsstarken Betonpumpen. Künftig soll sich der Fokus in Bad Schussenried vor allem auf die Betonpumpen, sowie den dort ebenfalls angesiedelten Bereich der Messtechnik fokussieren, während die Mischanlangen und Fahrmischer ausgelagert werden. Die Liebherr Concrete Technology Marica EOOD in Plovdiv stellt selbst Fahrmischer her und produziert bislang auch Vorbauten für den Standort Bad Schussenried. Künftig soll der Bereich offenbar in Bulgarien konzentriert werden.

Am Liebherr-Standort Bad Schussenried soll der Fokus künftig auf Betonpumpen und Messtechnik liegen.

Liebherr will von Verlagerung betroffene Stellen bis 2028 sozial verträglich abbauen

Von der Verlagerung, die Stufenweise bis 2028 erfolgen soll, sind nach Unternehmensangaben rund 350 Mitarbeiter in Bad Schussenried betroffen. Liebherr will die Stellen bis dahin sozial verträglich abbauen und ist bereits in Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Im vergangenen Jahr mussten auch andere Liebherr-Standorte in Baden-Württemberg aufgrund der wirtschaftlichen Schieflage Maßnahmen ergreifen. Am großen Produktionsstandort Biberach an der Riß waren rund 1.000 Mitarbeiter über mehrere Monate in Kurzarbeit, und auch am nahen Hausgerätestandort Ochsenhausen hatte das Unternehmen im November erneut Kurzarbeit angemeldet.

Rubriklistenbild: © Liebherr-Mischtechnik GmbH

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