Worst-Case-Szenario?

Insolvenz trifft deutsche Immobilienfirma – die Konsequenzen für Tausende Anleger

  • schließen

Ein Unternehmen, das sich auf Immobilien und Sanierung konzentriert, stürzt in die Insolvenz. Die Auswirkungen spüren Tausende von Investoren.

Berlin – Viele deutsche Unternehmen geraten aufgrund der wirtschaftlichen Situation in eine Schieflage. Eine Firma aus der Wohnmobilbranche musste jüngst Insolvenz anmelden und versucht nun den Betrieb zu stabilisieren. Eine deutsche Großbäckerei muss schließen und 480 Mitarbeiter entlassen. Nun trifft es auch ein auf Immobilien und Sanierung spezialisiertes Unternehmen.

Deutscher Sanierungsspezialist ist insolvent – was das für Anleger bedeutet

Die Deutsche Grundbesitz Holding AG (Degag) und eine ihrer Tochtergesellschaften haben Insolvenz angemeldet. Rund 6300 Anlegern drohen nun hohe Verluste. Bis zu 282 Millionen Euro der Anleger sind insgesamt gefährdet. „Wir hoffen, dass durch geordnete Insolvenzverfahren die Immobilien genutzt oder verwertet und damit die Gläubiger so gut wie möglich befriedigt werden können“, sagte Vorstand Bernd Klein gegenüber dem Handelsblatt.

Neben der Holding meldete Klein am Montag (27. Januar 2025) auch für die Degag Bestand und Neubau 1 GmbH Insolvenz an. Das ist eine Anlagegesellschaft, bei der rund 2900 Anleger ungefähr 164 Millionen Euro investiert haben.

Eine deutsche auf Immobilien und Sanierung spezialisierte Firma ist insolvent.

Die Anträge seien notwendig geworden, weil beide Gesellschaften fällige Zahlungen nicht hätten bedienen können. Ursächlich für die Schieflage ist der Ausfall eines Kreditgebers, für den kein Nachfolger gefunden werden konnte. Dies erklärte der Vorstand wenige Tage zuvor gegenüber dem Handelsblatt. Nun wird versucht, durch einen Teilverkauf des Immobilienportfolios Liquidität zu schaffen.

Anleger sollten laut anwalt.de nun prüfen lassen, ob ihnen Schadenersatzansprüche zustehen. Neben Ansprüchen gegen die Unternehmensverantwortlichen kommen auch Forderungen gegen Anlageberater bzw. -vermittler in Betracht, sofern diese ihre Aufklärungs- und Informationspflichten verletzt haben. 

Deutscher Sanierungsspezialist muss Insolvenz anmelden – Unternehmen setzte Zahlungen im Dezember aus

Die Degag investiert in sanierungsbedürftige Wohnimmobilien, vermietet diese und verkauft sie anschließend weiter. Rund 5000 Wohnungen sowie 1000 Garagen sollen zum Portfolio des Unternehmens zählen. Nach der Abspaltung des Unternehmers Birger Dehne im Jahr 2021 ist die finanzielle Situation der Degag laut dem Handelsblatt schwieriger geworden.

Seitdem firmiere die Degag unter der neuen Leitung von Klein, agiert jedoch in einem zunehmend schwierigen Immobilienmarkt. Für 2022 wies das Unternehmen einen Jahresfehlbetrag von zwei Millionen Euro aus. Im Dezember 2024 hieß es, dass die Degag Zins- und Rückzahlungen für rund 4700 Investoren „bis auf Weiteres“ aussetzen werde.

Die DEGAG ist ein eigentümergeführtes Wohnungsunternehmen, das sich auf die Vermietung des eigenen, langfristig gehaltenen Immobilienvermögens sowie den Erwerb und die Entwicklung neuer Immobilien für die langfristige wohnwirtschaftliche Bestandshaltung spezialisiert hat. Seit Ende 2016 begibt die DEGAG Genussrechtsbeteiligungen, die in Immobilienprojekte investiert werden sollen. 

Rubriklistenbild: © Hannes P Albert/dpa

Kommentare