Weltweite Vertretungen

Insolvenz trifft deutschen Maschinenbauer nach 50 Jahren

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Die Rezession in Deutschland hinterlässt ihre Spuren. Die Insolvenzrate nimmt zu. Jetzt ist ein westdeutscher Maschinenbauer betroffen.

Monzingen/Bad Kreuznach – Die Pleitewelle rollt weiter durch das Land. Es trifft alle Branchen, denn die Wirtschaft steckt in einer Rezession. Experten erwarten daher auch weiter steigende Insolvenzzahlen. In jüngster Zeit musste beispielsweise eine Solarfirma trotz Auftragsbooms in der Branche Insolvenz anmelden. Besonders hart getroffen sind allerdings aktuell Unternehmen in der Autobranche: Vergangene Woche ging ein weiterer Autozulieferer in die Insolvenz, und auch ein Maschinenbauer mit vielen Aufträgen in der Autobranche ist nun pleite.

Deutscher Maschinenbauer meldet Insolvenz an: Nach 50 Jahren in der Krise

Jetzt hat es einen weiteren Maschinenbauer mit weltweiten Vertretungen getroffen. Die D.W. Renzmann Apparatebau GmbH, ein mittelständischer Maschinenbauer mit Sitz in Monzingen, hat am 24. Oktober beim Amtsgericht Bad Kreuznach einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht hat den Sanierungsexperten Rechtsanwalt Jens Lieser von LIESER Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung zum Vorgang hervor.

Ein deutscher Maschinenbauer aus Rheinland-Pfalz hat Insolvenz angemeldet. (Symbolbild)

Die D.W. Renzmann Apparatebau GmbH stellt seit 50 Jahren industrielle Waschmaschinen und Destillieranlagen her. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 100 Mitarbeitende, deren Gehälter über das Insolvenzgeld gesichert sind. Die Firma erwartet laut Mitteilung, dass sie ab 2025 wieder aus eigener Kraft Gehälter zahlen wird.

Insolventer Maschinenbauer durch Umsatzeinbrüche in der Krise: Zukunft sieht positiv aus

„Wir sind nach der Coronazeit und darüber hinaus in eine schwierige Lage geraten, in der wir Umsatz verloren hatten. Aber Renzmann verfügt über eine sehr gute technologische Substanz sowie eine hoch qualifizierte Belegschaft für die von uns im In- und Ausland bedienten Märkte. Wir konzeptionieren und produzieren nicht nur die Reinigungsmaschinen und Destillieranlagen, sondern bieten zudem umfassende Service- und Beratungsleistungen, die unsere Kunden sehr schätzen“, sagt Dr. Dominik Zimmermann, Geschäftsführer von Renzmann, der Pressemitteilung zufolge. Das Unternehmen ist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit vertreten. Neben mehreren Ländern in Europa hat Renzmann Vertretungen in Südamerika, Australien und Neuseeland.

Insolvenzverwalter Jens Lieser sieht den Maschinenbauer aus Rheinland-Pfalz für die Zukunft gut aufgestellt. „Renzmann hat gut gefüllte Auftragsbücher und ist im gesamten Geschäftsjahr 2025 durchfinanziert. Das stimmt mich sehr optimistisch, dass eine nachhaltige Sanierung und ein Neustart gelingt“, sagt dieser.

Insolvenz von deutschem Maschinenbauer Renzmann kein Einzelfall

Die Insolvenz des Maschinenbauers ist kein Einzelfall. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat kürzlich einen besorgniserregenden Trend festgestellt. Demnach befindet sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland auf einem Rekordhoch, die Zahl der Insolvenzen sei im dritten Quartal so hoch gewesen wie in keinem Quartal seit 2010.

Auch die Unternehmensberatung Falkensteg verfolgt diesen Trend bei Insolvenzen in Deutschland. „Das zweite Halbjahr verspricht einen Sturm von Firmenpleiten. Zumal die zweite Jahreshälfte immer deutlicher höhere Fallzahlen aufweist“, prognostiziert der Restrukturierungsexperte und Partner bei Falkensteg, Jonas Eckhardt.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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