Nach nur einem Jahr: Reiseveranstalter muss Insolvenz anmelden – 1500 Urlauber im Ausland gestrandet
VonMarkus Hofstetter
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Ein junges Reiseunternehmen steht vor dem Aus. Probleme mit dem Kreditkartenanbieter zwingen es in die Insolvenz.
Heilbronn – Trotz steigender Energie- und Lebenshaltungskosten bleibt das Fernweh der Deutschen stark. Der Deutsche Reiseverband (DRV) schätzt, dass im Reisejahr 2024 (zwölf Monate bis Ende Oktober 2024) insgesamt 80 Milliarden Euro für Urlaubs- und Privatreisen ausgegeben wurden.
Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: Anbieter ging erst vor rund einem Jahr an den Start
We-Flytour, der Anbieter ist erst im September 2023 gestartet, hat nicht so viele betroffene Kunden wie FTI, bei dem laut DRFS 216.000 Verbraucher anspruchsberechtigt sind. Das Mittelmeerland Türkei, neben Griechenland ein besonders beliebtes Reiseziel laut DRV, ist das Hauptzielgebiet von We-Flytour.
Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: 1500 Kunden vor allem in der Türkei und Ägypten betroffen
Laut der Mitteilung des DRFS hat We-Flytour alle noch nicht angetretenen Reisen mit Reisebeginn bis einschließlich 26. November storniert. Etwa 1500 Reisende, die sich bereits in Urlaubsgebieten, hauptsächlich in der Türkei und Ägypten, aufhalten, sind von der bevorstehenden Insolvenz betroffen.
Die Pauschalreisen, die bei We-Flytour gebucht wurden, sind durch den DRFS abgesichert. Dies gilt dank der EU-Pauschalreiserichtlinie für alle Reiseveranstalter mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro. Daher ist für die von der aktuellen Insolvenz betroffenen Kunden, die sich noch im Urlaub befinden, eine sichere Heimreise oder Fortsetzung ihres Urlaubs gewährleistet.
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Reiseveranstalter We-Flytour ist insolvent: Mit dem plötzlichen Rückzug des Zahlungsdienstleister begann das Dilemma
Kunden von We-Flytour, deren Reisen storniert wurden, erhalten ebenfalls Unterstützung. Der DRSF wird sich um die Rückerstattung der geleisteten Zahlungen kümmern und wird sich mit den Betroffenen in Verbindung setzen, sobald alle Rückholaktionen abgeschlossen sind.
Das Fachportal Touristik Aktuell zitiert We-Flytour und nennt den „plötzlichen“ Rückzug des in München ansässigen Zahlungsdienstleisters Getnet als Grund für die Insolvenz. Bei dem Wechsel des Anbieters habe es Verzögerungen gegeben. Über einen Zeitraum von zwei Monaten konnten keine Restzahlungen eingezogen werden, obwohl alle Leistungen weiterhin erbracht wurden. Dies führte zu Liquiditätsproblemen und Vertriebspartner zogen sich zurück.
Für Reisende, die sich im Urlaub befinden, hat der DRSF Notrufnummern eingerichtet, an die sie sich wenden können:
Türkei-Urlauber erhalten unter den Nummern +90 (0)533 653 35 38 und +90 (0)533 613 91 53 Hilfe.
Reisende in anderen Zielgebieten können sich an die Nummer +49 (0)69 9588 4076 wenden.
Für allgemeine Fragen rund um die drohende Zahlungsunfähigkeit von We-Flytour gibt es Service-Hotline unter der Nummer +49 (0)30 25 89 87 253. Sie ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr zu erreichen.