Nachwehen der Corona-Pandemie

Wohnmobil-Firma ist insolvent – Fast 200 Mitarbeiter an 13 Standorten betroffen

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Nach dem Corona-Boom folgt der tiefe Fall. Der Vermieter einer Flotte von 1100 Wohnmobilen ist in eine Insolvenz gerutscht. Für Kunden hat das unangenehme Folgen.

Mönchengladbach – Laut dem Portal Insolvenzbekanntmachungen des nordrhein-westfälischen Justizministeriums hat der Wohnmobilvermieter Roadfans GmbH beim Amtsgericht Mönchengladbach Insolvenz angemeldet (Aktenzeichen 45 IN 68/24). Der Insolvenzantrag wurde am 18. Oktober veröffentlicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Nikolaos Antoniadis von der Düsseldorfer Kanzlei Antoniadis & Ure bestellt.

Wohnmobil-Firma Roadfans ist insolvent: Verkauf und Werkstattbetrieb laufen weiter

Roadfans bietet neben der Vermietung auch den Verkauf und die Reparatur von Wohnmobilen an. Nach einem Bericht der Rheinischen Post will Insolvenzverwalter Antoniadis den Betrieb von Roadfans so stabil wie möglich halten und fortführen. Aus rechtlichen Gründen wurde die Vermietung von Wohnmobilen vorläufig eingestellt. Kunden, die noch mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs sind, können dieses bis zum Vertragsende weiter nutzen. Kautionen, die bis zum 17. Oktober für eine Anmietung gezahlt wurden, werden jedoch nicht mehr zurückerstattet.

Der Wohnmobil-Vermieter Roadfans ist insolvent (Symbolfoto)

Die beiden anderen Geschäftsbereiche, der Verkauf sowie die Reparatur und Wartung von Wohnmobilen, laufen jedoch ungehindert weiter. Neue Verkäufe von Wohnmobilen sollen laut Antoniadis abgewickelt werden, sofern die vollständige Zahlung erfolgt. Bereits vor der Insolvenz abgeschlossene Kaufverträge müssten jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Nach Boom während der Corona-Pandemie: Schwankende Nachfrage Grund für Insolvenz

Für die 179 Mitarbeiter von Roadfans in den bundesweit 13 Filialen ist die Zahlung der Löhne und Gehälter bis Ende Dezember über das Insolvenzgeld gesichert. Geschäftsführer Jan Philipp Harmes, der das Unternehmen 2017 gegründet hat, ist optimistisch. Er betonte, das Team stehe „in dieser schwierigen Phase loyal zusammen“ und glaube an die Sanierung und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Als Grund für die Insolvenz von Roadfans nannte Geschäftsführer Harmes die stark schwankende Nachfrage. Ein Nachfrageboom bei gleichzeitig geringen Fahrzeugbeständen während der Corona-Pandemie führte zu hohen Preissteigerungen. Das Ende der Lieferengpässe ging jedoch mit einer Überproduktion einher. Steigende Zinsen erhöhten den Preisdruck im Neu- und Gebrauchtwagenhandel. Diese schwierigen Rahmenbedingungen hätten zu Insolvenzen geführt.

Grenzenlos frei: Zehn der schönsten Länder der Welt für einen Campingurlaub

Wohnmobil fährt auf der Altantikstraße in Norwegen.
Norwegen ist ein äußerst beliebtes Land für einen Camping-Urlaub und geradezu prädestiniert dafür. Es gilt nämlich das Jedermannsrecht, was bedeutet, dass jeder die offene Natur erleben kann. Camping-Urlaub dürfen somit mit dem Van, Wohnmobil oder Wohnwagen fast überall stehen bleiben und übernachten, solange es sich nicht um eingezäuntes Land handelt und man mindestens 150 Meter Abstand zum nächsten bewohnten Haus hält. Unterwegs gibt es zahlreiche atemberaubende Landschaften zu entdecken – Fjorde, Wasserfälle und Berge rahmen jeden Ausflug mit dem Camper ein. Außerdem gibt es einige beeindruckende Panoramastraßen, so wie die Atlantikstraße (s. Bild), die zu den schönsten der Welt gehört.  © Fokke Baarssen/Imago
Luftaufnahme des Sees Gausträsk in Schwedisch Lappland
Endlich abschalten und einfach nur die Natur genießen, ist auch in Schweden angesagt. Das Land wartet mit etwa 450 Campingplätzen und 75.000 Stellplätzen auf, wie das offizielle Tourismusportal Visit Sweden informiert und ist damit bestens für Camping-Urlauber ausgerüstet. Der Sommer ist oft mild bei 20 Grad und die Tage sind lang, sodass Reisende genug Zeit haben, die Landschaft zu genießen. Und die ist wirklich sehenswert: Zu den schönsten Regionen zählen Småland mit den Wäldern, Wiesen und Seen, die für Schweden typisch sind, sowie Schwedisch Lappland, wo Berge, Gletscherseen und arktische Ebenen auf Camping-Urlauber warten. Überdies gilt auch hier, wie in Norwegen, das Jedermannsrecht – Wildcampen ist also erlaubt. © Depositphotos/Imago
Wohnmobil auf der Rossfeld Panorama-Mautstraße mit Ausblick auf den Hohen Göll im Berchtesgadener Land
Wozu weit wegfahren, wenn es daheim auch so schön sein kann? In Deutschland gibt es von Nord bis Süd zahlreiche Campingplätze, die es ermöglichen, die schöne Natur der Bundesrepublik zu genießen. Ob die flachen Küsten von Rügen und Sylt, die Mittelgebirge wie Schwarzwald und Erzgebirge oder das Alpenpanorama im Allgäu – es ist für alle Geschmäcker etwas geboten.  © Norbert Eisele-Hein/Imago
Campervan in Schottland
Die schottischen Highlands sind eine faszinierende Landschaft, die zu Fuß oder mit dem Camper erkundet werden kann. Mystische Seen wie der Loch Ness oder der imposante Berg wie der Ben Nevis stellen die perfekte Kulisse für einen Urlaub auf vier Rädern dar. Ähnlich wie in Norwegen und Schweden ist auch in Schottland das Wildcampen erlaubt, solange die Natur respektiert wird.  © Pond5 Images/Inago
Campervan fährt durch ein Lavendel-Feld in der Provence.
Frankreich ist ein richtiges Campingland: Urlauber haben die Wahl zwischen fast 9.000 Campingplätzen, Campingdörfer und Stellplätzen – das macht die Grand Nation zum Spitzenreiter in Europa, wie das Portal Pincamp informiert. Zudem ist Frankreich bekannt für das “Camping Municipal”, was bedeutet, dass viele Orte über öffentliche Übernachtungsplätze verfügen, auf denen Urlauber auf der Durchreise mit dem Wohnmobil eine Nacht verbringen können. Auch landschaftlich ist so einiges geboten: Ob die Côte d’Azur mit ihren felsigen Küsten, die Bretagne mit ihren weißen Sandstränden oder die Provence mit ihren farbenprächtigen Lavendel-Feldern – Camping-Urlauber finden garantiert ihren perfekten Reise-Spot. © Depositphotos/Imago
Campingmobil steht in den Bardenas Reales in Spanien
Beim Spanien-Urlaub denken viele an die beliebten Inseln Mallorca, Ibiza oder Teneriffa – doch auch das Festland hat einiges zu bieten, vor allem, wenn man mit dem Camper unterwegs ist. Zahlreiche Regionen laden dazu ein, die einzigartigen Naturlandschaften zu erkunden – von den Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich über die Halbwüste Bardenas Reales (s. Bild) bis hin zur weitläufigen Steppenlandschaft von Kastilien. Über 1.000 Campingplätze erwarten Urlauber auf ihrem Roadtrip, wie der Campingführer-Anbieter ACSI informiert. Besonders an der Mittelmeerküste ist einiges an Stellplätzen geboten. © Luis Pina/Imago
Camper in portugiesischer Landschaft
Auch das Nachbarland Portugal lässt sich wunderbar vom Camper aus erkunden. Viele Campingplätze befinden sich laut Pincamp eher in geschützter Lage und nicht unbedingt direkt am Strand – dafür genießen Urlauber die Ruhe des Hinterlandes, einen gemütlichen Abend am See oder ein wenig Privatsphäre in einer Badebucht. Unterwegs gibt es ebenfalls genug zu sehen: Die Algarve gehört seit Jahren zu den beliebtesten Urlaubsregionen, die malerischen weißen Fischerdörfer und naturbelassenen Sandstrände können auch mit dem Camper angesteuert werden. Die wilde Westküste des Landes ist ebenfalls gespickt mit tollen Möglichkeiten für Stopps: dazu gehören unter anderem die Hauptstadt Lissabon, der Badoca Safari Park sowie die Badeorte Sines und Porto Corvo. © Panthermedia/Imago
Campingplatz in Kroatien
Kroatien bezaubert mit seinen traumhaften Stränden, beeindruckenden Nationalparks und charmanten Inseln. Auch für Camping-Urlauber ist das Land an der Adria schon lange eine gute Adresse – dem Portal Pincamp zufolge haben Reisende die Auswahl zwischen rund 500 Campingplätzen. Zu den beliebtesten Regionen für den Wohnwagen oder das Wohnmobil zählen die Halbinsel Istrien mit der Kvarner Bucht zusammen mit den Inseln Krk, Cres oder Losinj. Aber auch Dalmatien, etwas weiter südlich, ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ans Meer oder in die nahegelegenen Nationalparks. © Pond5 Images/Imago
Campervan auf dem Highway durch die kanadischen Rocky Mountains
In Kanada genießen Camping-Urlauber das Gefühl von grenzenloser Freiheit und viel unberührter Natur. Der Osten besticht mit den imposanten Niagara-Fällen und den zerklüfteten, felsigen Küsten von Neufundland, während im Westen der Banff-Nationalpark mit dem Lake Louise und die Rocky Mountains warten. Camping ist in Kanada eine sehr beliebte Reiseform, daher gibt es auch eine große Auswahl an privaten und staatlich betriebenen Campingplätzen – von einfacher Ausstattung bis hin zu Glamping-Erlebnissen ist alles geboten. © Depositphotos/Imago
Caravan am Straßenrand im Monument Valley
Wenn man an einen klassischen Roadtrip denkt, hat man meistens die USA vor Augen – spektakuläre Wildwest-Landschaften, kilometerweit nur den Highway vor Augen und zwischendrin vielleicht mal ein Motel oder ein Diner mit Leuchtreklame für einen Stopp. Zu den Klassikern für einen Camping-Urlaub zählen die berühmte Route 66, die Westküste mit San Francisco und Los Angeles oder das Naturwunder des Grand Canyon. Aber auch der Osten lockt viele Touristen, um die bunten Herbsttöne während des Indian Summer zu genießen – allen voran in den Neuenglandstaaten. Wildcampen ist in den USA nicht überall uneingeschränkt erlaubt. In Nationalparks kann man sich laut ADAC aber die Erlaubnis der Ranger einholen oder auf Privatgrundstücken die vom Grundstücksbesitzers. © Depositphotos/Imago

Gespräche mit möglichen Investoren laufen nach der Roadfans-Insolvenz bereits

Nach einem Bericht der Auto Bild laufen bereits erste Gespräche mit potenziellen Investoren. Antoniadis sieht trotz der aktuellen Schwierigkeiten Potenzial für die Zukunft des Unternehmens. Der langfristige Trend zu Wohnmobilreisen und die Naturverbundenheit der Kunden seien ungebrochen.

Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version dieses Artikels war einmal anstatt „Roadfans“ von „Roadsurfer“ die Rede. Das war nicht korrekt – die insolvente Firma ist, wie nun überall richtig im Artikel steht, die Firma Roadfans GmbH. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © ingimage/Imago

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