Wohnmobil-Firma ist insolvent – Fast 200 Mitarbeiter an 13 Standorten betroffen
VonMarkus Hofstetter
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Nach dem Corona-Boom folgt der tiefe Fall. Der Vermieter einer Flotte von 1100 Wohnmobilen ist in eine Insolvenz gerutscht. Für Kunden hat das unangenehme Folgen.
Mönchengladbach – Laut dem Portal Insolvenzbekanntmachungen des nordrhein-westfälischen Justizministeriums hat der Wohnmobilvermieter Roadfans GmbH beim Amtsgericht Mönchengladbach Insolvenz angemeldet (Aktenzeichen 45 IN 68/24). Der Insolvenzantrag wurde am 18. Oktober veröffentlicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Nikolaos Antoniadis von der Düsseldorfer Kanzlei Antoniadis & Ure bestellt.
Wohnmobil-Firma Roadfans ist insolvent: Verkauf und Werkstattbetrieb laufen weiter
Roadfans bietet neben der Vermietung auch den Verkauf und die Reparatur von Wohnmobilen an. Nach einem Bericht der Rheinischen Post will Insolvenzverwalter Antoniadis den Betrieb von Roadfans so stabil wie möglich halten und fortführen. Aus rechtlichen Gründen wurde die Vermietung von Wohnmobilen vorläufig eingestellt. Kunden, die noch mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs sind, können dieses bis zum Vertragsende weiter nutzen. Kautionen, die bis zum 17. Oktober für eine Anmietung gezahlt wurden, werden jedoch nicht mehr zurückerstattet.
Die beiden anderen Geschäftsbereiche, der Verkauf sowie die Reparatur und Wartung von Wohnmobilen, laufen jedoch ungehindert weiter. Neue Verkäufe von Wohnmobilen sollen laut Antoniadis abgewickelt werden, sofern die vollständige Zahlung erfolgt. Bereits vor der Insolvenz abgeschlossene Kaufverträge müssten jedoch im Einzelfall geprüft werden.
Nach Boom während der Corona-Pandemie: Schwankende Nachfrage Grund für Insolvenz
Für die 179 Mitarbeiter von Roadfans in den bundesweit 13 Filialen ist die Zahlung der Löhne und Gehälter bis Ende Dezember über das Insolvenzgeld gesichert. Geschäftsführer Jan Philipp Harmes, der das Unternehmen 2017 gegründet hat, ist optimistisch. Er betonte, das Team stehe „in dieser schwierigen Phase loyal zusammen“ und glaube an die Sanierung und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Als Grund für die Insolvenz von Roadfans nannte Geschäftsführer Harmes die stark schwankende Nachfrage. Ein Nachfrageboom bei gleichzeitig geringen Fahrzeugbeständen während der Corona-Pandemie führte zu hohen Preissteigerungen. Das Ende der Lieferengpässe ging jedoch mit einer Überproduktion einher. Steigende Zinsen erhöhten den Preisdruck im Neu- und Gebrauchtwagenhandel. Diese schwierigen Rahmenbedingungen hätten zu Insolvenzen geführt.
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Gespräche mit möglichen Investoren laufen nach der Roadfans-Insolvenz bereits
Nach einem Bericht der Auto Bild laufen bereits erste Gespräche mit potenziellen Investoren. Antoniadis sieht trotz der aktuellen Schwierigkeiten Potenzial für die Zukunft des Unternehmens. Der langfristige Trend zu Wohnmobilreisen und die Naturverbundenheit der Kunden seien ungebrochen.
Transparenzhinweis: In einer vorherigen Version dieses Artikels war einmal anstatt „Roadfans“ von „Roadsurfer“ die Rede. Das war nicht korrekt – die insolvente Firma ist, wie nun überall richtig im Artikel steht, die Firma Roadfans GmbH. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.