Produktionspause

Jaguar setzt komplett auf E-Autos - Neuwagenverkauf für ein Jahr gestoppt

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Jaguar will ab 2025 eine reine Elektroautomarke werden. Das hat weitreichende Folgen für Händler und Käufer - auch in Deutschland.

Coventry - Jaguar will trotz unsicherer Marktlage ab 2025 eine reine Elektroauto-Marke sein. Ende des Jahres will der britisch-indische Autobauer das erste Elektroauto seiner neuen Fahrzeuggeneration vorstellen: den Jaguar GT. Ursprünglich sollte das Fahrzeug bereits im kommenden Jahr für rund 100.000 britische Pfund zu kaufen sein. Doch nun verschiebt sich die Markteinführung auf 2026 - mit entsprechenden Folgen für Händler und Käufer.

Jaguar verkauft ein Jahr lang keine Neuwagen: Drei von fünf Modellen werden bereits nicht mehr produziert

Denn trotz der verspäteten Markteinführung des Jaguar GT, so Jaguar-Chef Rawdon Glover gegenüber Auto Motor und Sport, werde man „nach und nach Produktion und Verkauf der aktuellen Modelle einstellen“. Vom Produktionsstopp betroffen sind bereits die Modelle XE, XF und F-Type, die im britischen Werk Castle Bromwich vom Band liefen. Lediglich der SUV F-Pace wird dort noch bis 2025 produziert. Die Fertigung des E-Pace und des elektrischen I-Pace soll im Magna-Werk in Österreich noch bis Ende des Jahres weiterlaufen, dann aber ebenfalls eingestellt werden.

Nur der Jaguar F-Pace wird noch in das Jahr 2025 hin produziert.

Das Ende fast aller aktuellen Modelle hat nicht nur mit dem Platzbedarf in den Werken für die Umstellung auf Elektroautos zu tun. Auch wirtschaftliche Interessen spielen eine Rolle, wie Adrian Mardell, CEO der Jaguar-Mutter JLR (Jaguar Land Rover), die wiederum eine Tochter des indischen Konzerns Tata ist, im Juli vor Investoren erklärte. Demnach würden die fünf Modelle, die aus dem Produktionsplan gestrichen werden, „nahezu keine Rentabilität aufweisen“.

Jaguar verkauft ein Jahr lang keine Neuwagen: Händler sollen sich auf Gebrauchtwagen und Service konzentrieren

Der Produktionsstopp und die verspätete Auslieferung des Jaguar GT haben natürlich auch Auswirkungen auf den Neuwagenmarkt. Glover sagte dem Magazin Autocar, dass Jaguar in bestimmten europäischen Märkten ab Ende dieses Jahres dann „keine neuen Fahrzeuge mehr verkaufen“ werde. In Großbritannien soll der Vertrieb von Neuautos „Anfang nächsten Jahres“ eingestellt werden. Dem Jaguar-Chef zufolge sollen sich die Händler während der rund zwölf Monate, in denen keine Neuwagen produziert werden, auf den Verkauf von Gebrauchtwagen und den Kundenservice konzentrieren. „Aber ja, es wird eine Zeit geben, in der Sie sich keinen Jaguar kaufen können“, bekräftigte Glover.

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Auch Deutschland soll von dem vorübergehenden Verkaufsstopp betroffen sein. „Jaguar befindet sich in einer Transformation“, heißt es in einer Stellungnahme von Jaguar gegenüber Auto Motor und Sport. Die meisten Modelle seien mit bestehender Konfiguration bei den Händlern erhältlich. Wer sich noch einen Jaguar mit Verbrennermotor kaufen möchte, müsse sich beeilen.

Rubriklistenbild: © jetcityimage2/imago

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