VonLisa Mayerhoferschließen
Die Rentenerhöhung 2024 fällt höher aus als erwartet und liegt deutlich über der Inflationsrate. Unsere Tabelle zeigt, wie viel mehr Geld Rentner ab Juli erwarten können.
Berlin – Endlich herrscht Gewissheit bei den 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland: Die Rentenerhöhung für Juli 2024 wird bei 4,57 Prozent liegen – damit steigen die Renten im Sommer stärker als erwartet. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte am Dienstag in Berlin, dass „der starke Arbeitsmarkt und gute Lohnabschlüsse“ die treibenden Kräfte hinter dieser signifikanten Rentenerhöhung seien.
Mehr als Inflationsrate: Renten sollen ab Juli um 4,57 Prozent steigen
Im Herbst gingen Experten noch von einer Rentensteigerung von nur etwa 3,5 Prozent im Juli 2024 aus. Heil betonte, dass die Rentenanpassung „deutlich“ über der Inflationsrate liege. Tatsächlich hat sich die Inflation in Deutschland zuletzt weiter abgeschwächt, mit Verbraucherpreisen, die im Februar noch 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen.
Eine weitere bedeutende Neuerung in diesem Jahr ist, dass die Rentenanpassung erstmals in ganz Deutschland gleich ausfällt. Heil betonte: „34 Jahre nach der Deutschen Einheit ist das ein Meilenstein für unser Land.“ Im vergangenen Sommer waren die Renten in den alten und neuen Bundesländern noch unterschiedlich gestiegen – im Westen um 4,39 Prozent und im Osten um 5,86 Prozent.
Die Renten hatten sich jedoch bereits im vergangenen Jahr angeglichen, früher als ursprünglich geplant. Dies war auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Löhne im Osten zuvor „deutlich“ stärker gestiegen waren als im Westen. Heil betonte: „Arbeit ist in Ost und West mit Blick auf die Rente gleich viel wert.“
Rentenerhöhung 2024: Tabelle zeigt, wie viel mehr Geld Rentner erhalten
Doch wie viel mehr Geld können Rentnerinnen und Rentner nun ab Juli erwarten? Das haben wir in unserer Tabelle zusammengefasst:
| Rente | Mögliche Rente ab Juli 2024 | Rentenerhöhung ab Sommer 2024 mit 4,57 Prozent |
|---|---|---|
| 700 Euro | 731,99 Euro | + 31,99 Euro |
| 800 Euro | 836,56 Euro | + 36.56 Euro |
| 900 Euro | 941,13 Euro | + 41,13 Euro |
| 1000 Euro | 1045,70Euro | + 45,70 Euro |
| 1100 Euro | 1150,27 Euro | + 50,27 Euro |
| 1200 Euro | 1254,84 Euro | + 54,84 Euro |
| 1300 Euro | 1359,41 Euro | + 59,41 Euro |
| 1400 Euro | 1463,98 Euro | + 63,98 Euro |
| 1500 Euro | 1568,55 Euro | + 68,55 Euro |
| 1600 Euro | 1673,12 Euro | + 73,12 Euro |
| 1700 Euro | 1777,69 Euro | + 77,69 Euro |
| 1800 Euro | 1882,26 Euro | + 82,26 Euro |
| 1900 Euro | 1986,83 Euro | + 86,83 Euro |
| 2000 Euro | 2091,40 Euro | + 91,40 Euro |
| 2100 Euro | 2195,97 Euro | + 95,97 Euro |
| 2200 Euro | 2300,54 Euro | + 100,54 Euro |
| 2300 Euro | 2405,11 Euro | + 105,11 Euro |
| 2400 Euro | 2509,68 Euro | + 109,68 Euro |
Wie steigen die Renten in Zukunft?
Allerdings sollten sich Rentner auf geringere Erhöhungen in den kommenden Jahren einstellen. Laut dem aktuellen Rentenversicherungsbericht wird erwartet, dass die Renten in Zukunft nicht mehr in dem Ausmaß wie in diesem Jahr steigen. Der Bericht prognostiziert bis 2037 eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr, insgesamt eine Erhöhung von gut 43 Prozent.
Gleichzeitig steigt der Druck auf die Rentenkasse aufgrund des Übergangs von Millionen Babyboomern in den Ruhestand. Der Rentenversicherungsbericht prognostiziert, dass das Rentenniveau ohne gesetzliche Eingriffe von derzeit 48,2 Prozent auf 45,0 Prozent im Jahr 2037 sinken könnte. Dies bedeutet, dass die Renten generell nicht mehr so stark steigen wie die Löhne.
„Die Rentenerhöhung verbessert die Kaufkraft der Senioren“
Heil wies dabei aber auf die Rentenpläne der Koalition hin. Die Regierung stabilisiere die Rente und entlaste mit dem Generationenkapital künftige Beitragszahler. Auch die junge Generation werde zukünftig vom Wachstum profitieren und nicht im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung ärmer werden. „Stabile Renten sind kein Luxus, sondern seit Jahrzehnten Grundlage unserer sozialen Marktwirtschaft und Garant für Stabilität und sozialen Frieden“, sagte Heil.
Markus Kurth, Berichterstatter für Rentenpolitik der Grünen Bundestagsfraktion, äußerte sich ebenfalls zufrieden: „Das deutliche Rentenplus von 4,57 Prozent ist eine positive Nachricht für alle Rentnerinnen und Rentner. Die starke arbeitsmarktpolitische Entwicklung schafft dafür die nötigen Voraussetzungen. Gute Tarifabschlüsse mit ordentlichen Lohnerhöhungen sind die Basis für gute Renten.“
Die FDP-Bundestagsabgeordnete Anja Schulz, Fachpolitikerin ihrer Partei für den Bereich Rentenpolitik, sagte gegenüber Ippen.Media: „Dass die Renten nun auch im dritten Jahr in Folge beachtlich steigen, freut mich sehr. Es ist wichtig, dass Rentnerinnen und Rentner an Lohnsteigerungen und am wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland teilhaben. Mit 4,57 Prozent liegt die Rentenerhöhung auch deutlich über der aktuellen Inflation und verbessert so die Kaufkraft der Senioren.“ Schulz mahnte aber auch, dass man sich „in der Rentenpolitik mit der Langfristperspektive beschäftigen“ müsse. „Denn junge Menschen müssen in der Rentenpolitik genauso berücksichtigt werden wie Ältere.“
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