Nach Aus der Ampel

Habeck als Kanzler nach der Bundestagswahl? Diese Erfolge in der Wirtschaft sprechen für ihn

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Robert Habeck (Die Grünen) nahm am „TV-Quadrell“ vor der Bundestagswahl teil.
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Trotz einiger Schwierigkeiten in seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister hat Robert Habeck seine Kanzlerkandidatur bekannt gegeben. Seine Erfolge könnten ein Schlüsselfaktor sein, um die Wähler für sich zu gewinnen.

Berlin – Noch wenige Tage bis zur Bundestagswahl und alle Umfragen deuten auf einen Wahlsieg von CDU-Kandidat Friedrich Merz hin. Doch es gibt sie noch, die Kanzlerkandidaten, die noch auf ein Wunder hoffen. Der grüne Wirtschaftsminister ist nach wie vor von sich überzeugt. War er wirklich so schlecht auf seinem Posten? Kann er Kanzler?

Robert Habeck will es zumindest versuchen. Nach dem Ampel-Aus hat Habeck seine Kandidatur am Freitag, dem 8. November 2024, offiziell bekannt gegeben. Als Wirtschaftsminister schleift er die Themen schlechte Wirtschaftslage und Konjunkturflaute in Deutschland mit. Viele assoziieren Habeck auch mit dem Durcheinander rund um das Heizungsgesetz. Dennoch könnte er in anderen Bereichen punkten. Hier ein Überblick über Habecks Erfolge und Misserfolge als Wirtschaftsminister.

Habeck bewirbt sich nach Ampel-Aus als Kanzlerkandidat – seine unterschätzten Erfolge

Einer seiner Erfolge ist der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Ein immer größerer Teil des deutschen Stroms wird durch erneuerbare Energien erzeugt. Laut dem Statistischen Bundesamt stammten im ersten Halbjahr 2024 61,5 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus Wind-, Solar-, Wasserkraft und Biomasse. Dies ist ein Anstieg von über neun Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 - ein Rekord.

Darüber hinaus hat Deutschland einen beachtlichen Fortschritt bei der Installation von Solaranlagen gemacht: Im ersten Halbjahr 2024 wurden bereits etwa 516.000 neue Solaranlagen mit einer Leistung von rund 7,6 GW in Betrieb genommen. Bei der Windenergie besteht jedoch noch Nachholbedarf. Habeck plant, den Ausbau erneuerbarer Energien bis 2030 weiter voranzutreiben.

Habeck konnte Energiekrise in Deutschland abwenden – trotz Ukraine-Krieg

Trotz des Krieges in der Ukraine konnte Habeck eine Energiekrise abwenden. „Es gibt keine Gasmangellage mehr“, erklärte Habeck im September bei einem Bürgerdialog der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Gasspeicher seien voll und durch neu errichtete Flüssiggasterminals gebe es ausreichende Reservekapazitäten. Habeck betonte, die Energieversorgung sei gesichert und die Krisen seien bewältigt.

Obwohl Deutschland weiterhin Gas aus dem Ausland importieren muss, hat Habeck dafür gesorgt, dass die Abhängigkeit von russischem Gas stark reduziert wurde. Er erklärte im April, dass Deutschland kein russisches LNG mehr benötige und setzte sich bereits vor der Erlassung für Sanktionen gegen russisches LNG ein. Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, führte Habeck Gespräche mit anderen Ländern. Mit Katar konnte er sich überraschend auf einen Gasvertrag einigen, was jedoch lange Zeit Kritik hervorrief.

Chaos um Heizungsgesetz: Was unter Habeck als Wirtschaftsminister nicht so gut lief

Ein Punkt, der vielen im Gedächtnis bleiben wird, ist das Chaos um Habecks Heizungsgesetz. Nachdem das Verfassungsgericht das Heizungsgesetz gestoppt hatte, musste Habeck Fehler eingestehen und Änderungen vornehmen. Ein wesentlicher Bestandteil des Heizungsgesetzes ist, dass seit dem 1. Januar 2024 in Neubauten innerhalb von Neubaugebieten nur Heizungen installiert werden dürfen, die auf 65 Prozent erneuerbaren Energien basieren. Das Gesetz wurde schließlich am 8. September 2023 im Bundestag verabschiedet, doch der Weg dorthin war von Anfang bis Ende chaotisch.

Nach dem Debakel um das Heizungsgesetz gab es Unruhe unter den Heizungskunden, die vor Wärmepumpen zurückschreckten. Die Nachfrage nach diesen Geräten ging stark zurück, nachdem es 2023 einen Boom gegeben hatte. Habeck versuchte daher, im Rahmen seiner Wärmepumpen-Tour für diese Energiequelle zu werben.

Habeck streicht Förderung für E-Autos – zum Ärger vieler Kunden

Habeck hat auch viele Menschen verärgert, als er die Förderung von E-Autos einstellte. Um den Absatz von E-Autos zu steigern, hatte die vorherige Bundesregierung 2016 eine Kaufprämie beschlossen. Im Rahmen der Verhandlungen zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) entschied die Bundesregierung, den Umweltbonus zu beenden. Überraschenderweise scheint es jedoch so, als könnten E-Auto-Kaufprämien bald wieder auf der Tagesordnung stehen.

Habeck will Kanzler werden – was der Wirtschaftsminister künftig plan

Was Habeck als Wirtschaftsminister in Zukunft plant und umsetzen wird, bleibt abzuwarten. „Blick nach vorn“ schreibt Habeck in seinem Impulspapier für die Wirtschaft - ein Leitspruch, den er wohl auch als Kanzlerkandidat beibehalten wird. In dem Papier fordert Habeck einen Abbau der Bürokratie, unter anderem bei der Erwerbsmigration, und eine neue Innovationsdynamik, um Deutschland wettbewerbsfähig zu machen.

Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf

Bundestag - Vertrauensfrage
„Fritze Merz erzählt gern Tünkram“ – SPD-Kanzler Scholz am 16. Dezember zu Vorwürfen von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU), der Amtsinhaber sei bei Debatten auf EU-Ebene passiv und melde sich nicht zu Wort. „Tünkram“ ist Plattdeutsch und bedeutet dummes Zeug oder Unsinn. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz, Wahlparteitag SPD
„Manch einer hat uns schon abgeschrieben. Das kann unsere sozialdemokratische Partei mit über 160 Jahren Kampferfahrung aber überhaupt nicht beeindrucken.“ – SPD-Ko-Chefin Saskia Esken (rechts) beim Parteitag am 11. Januar in Berlin zu den schwachen Umfragewerten für die Sozialdemokraten und der Hoffnung auf eine Aufholjagd bis zur Wahl. © Imago
Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg-Rechte Proteste
„Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ – AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa zur Aufnahme des umstrittenen Begriffs in das Wahlprogramm, der im rechten Spektrum für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht. © dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa
„Wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ – AfD-Kanzlerkandidatin Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa. © Sebastian Kahnert/dpa
Habeck liest aus seinem neuen Buch
„Ich war nicht gut in Rechtschreibung früher und hatte einen leichten Schlag in Richtung Legasthenie.“ – Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck räumt am 12. Januar ein, als Schüler eine Rechtschreibschwäche gehabt zu haben. Habeck thematisierte bei der „Wahlarena“ des „Mannheimer Morgen“ in Mannheim seine Schulzeit und persönliche Schwächen. © Kay Nietfeld/dpa
Wahlplakate in Wiesbaden - SPD
„Es gibt, glaube ich, keinen Kanzler in der Bundesrepublik, der sich so im Detail in Gesetze eingemischt hat, damit sie pragmatisch werden.“ – Olaf Scholz zieht am 13. Januar eine positive Bilanz seines Wirkens als Regierungschef. „Es sind unglaublich viele Entscheidungen getroffen worden, die ohne meine Intervention gar nicht zustande gekommen wären“, sagte er den NRW-Lokalradios. © Arne Dedert/dpa
Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg
„Das Maß ist endgültig voll.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz am 23. Januar nach dem Messerangriff von Aschaffenburg auf eine Kindergartengruppe mit zwei Toten, den ein Geflüchteter aus Afghanistan begangen haben soll. © Daniel Vogl/dpa
Demo gegen Rechts - Berlin
„Ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus.“ – Merz am 24. Januar bei der Ankündigung, für Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag auch eine Mehrheit mit AfD-Unterstützung zu tolerieren. Die Menschen sehen das kritisch und gehen auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin
„Die Brandmauer bröckelt.“ – Die AfD-Fraktion am 29. Januar im Online-Dienst X zur bisher geltenden Abgrenzung der CDU von der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei, nachdem erstmals mit ihrer Hilfe ein Unionsantrag eine Mehrheit im Bundestag erhalten hat. © Sebastian Gollnow/dpa
209. Bundestagssitzung: Heidi Reichinnek, Linke
„Allen politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert.“ – Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, am 29. Januar im Bundestag in ihrer viral gegangenen Rede zum mit AfD-Stimmen verabschiedeten Unionsantrag. © Imago
Bundestag - Regierungserklärung
„Und deshalb, finde ich, kann ich ihm nicht mehr trauen.“ – Kanzler Olaf Scholz über das Verhalten von Friedrich Merz am 29. Januar 2025. Das sei „wahrscheinlich ein ganz bedeutender Tag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Scholz in der ARD-Sendung „Maischberger“. Die Union habe einen Konsens aufgekündigt, den es die ganze Nachkriegsgeschichte über unter den Demokraten in Deutschland gegeben habe.  © Kay Nietfeld/dpa
Demonstration fuer die Brandmauer und gegen die CDU
„Für falsch halte ich es, (…) sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“ – Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert am 30. Januar das Vorgehen von Merz. © Matthias Gränzdörfer/Imago
Wahlkampf Grüne - Berlin
„Tun Sie es nicht, Herr Merz.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck appelliert am 28. Januar eindringlich an Unionsfraktionschef Friedrich Merz, keine gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.  © Christoph Soeder/dpa
Sitzung, Bundestag, Plenum
„Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am 31. Januar in der Bundestagsdebatte über eine angekündigte Zustimmung der AfD auch zu einem Migrationsgesetz der Union. Dieses scheiterte aber letztlich auch an fehlender Unterstützung aus der Union. © Bernd Elmenthaler/Imago
Bundestag
„Ich bin mit mir persönlich sehr im Reinen, dass wir es wenigstens versucht haben.“ – Merz am 31. Januar nach dem Scheitern seines Gesetzentwurfs zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag, obwohl auch dieser von den AfD-Abgeordneten geschlossen unterstützt wurde. © Kay Nietfeld/dpa
Nach tödlichem Angriff in Aschaffenburg - Trauerfeier
„Diese Woche hat die Union klargemacht, dass es ihr ernst ist. Und damit ist die Glaubwürdigkeit auch eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz enorm gestiegen.“ – CSU-Chef Markus Söder sieht am 2. Februar die Position der Union nach den umstrittenen Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag deutlich gestärkt.  © Daniel Vogl/dpa
Bundesparteitag der CDU - Friedrich Merz + Markus Söder
„Mit den Grünen ist kein Richtungswechsel und keine Koalition möglich.“ – CSU-Chef Markus Söder anlässlich des CDU-Parteitags am 3. Februar auf X. © Imago
Wahlkampf – ZDF-Livesendung "Schlagabtausch"
„Wie dumm kann man sein zu sagen, man macht Sanktionen, um Russland zu schaden. Am Ende schaden wir vor allem unserer Wirtschaft.“ – BSW-Chefin Sahra Wagenknecht am 6. Februar in einer ZDF-Wahlrunde zu ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. © Christoph Soeder/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Wir können auf die FDP keine Rücksicht nehmen.“ – Merz am 7. Februar, nachdem er mögliche Wähler der in Umfragen weiterhin schwächelnden FDP aufgerufen hat, ihre Stimme der Union zu geben. © Kay Nietfeld/dpa
FDP Bundesparteitag
„33 oder 31 Prozent für die CDU machen keinen Unterschied, aber vier oder sechs Prozent für die FDP ändern maßgeblich das Gefüge in der Bundesrepublik.“ – FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner reagiert beim Sonderparteitag in Potsdam am 9. Februar auf die Aussage von Merz. © Michael Kappeler/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Was ist Bubatz?“ – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kann am 9. Februar mit dem Begriff „Bubatz“ nichts anfangen. Auf dem Live-Streaming-Portal Twitch antwortete Merz nach dem TV-Duell bei ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf die Frage, ob „Bubatz“ legal bleibe: „Bleibt was legal?“ Daraufhin entgegnete die Moderatorin: „Bubatz“. Merz’ Replik: „Was ist Bubatz?“ Die Moderatorin: „Gras.“ Merz sagte dann: „Also wenn Sie meinen, Cannabis, dann sage ich: Nein, wir wollen das wieder korrigieren.“ © Kay Nietfeld/dpa
Kundgebung "Brandmauer statt Brandstiftung"
„Friedrich Merz tritt an, Europa zu Grabe zu tragen“ – Kanzler Scholz am 11. Februar in der letzten Plenardebatte des Bundestags vor der Wahl mit Blick auf Merz’ Pläne, Geflüchtete an den Grenzen zu den EU-Nachbarn zurückzuweisen. © Fabian Sommer/dpa
TV-Runde im Bundestagswahlkampf
„Weil ich dieses animalische Grunzen der AfD-Fraktion voraussehen konnte, möchte ich einordnen, worüber wir reden, wenn wir Klimaschutz sagen.“ – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck reagiert in einer Rede im Bundestag am 11. Februar auf Zwischenrufe der AfD, nachdem er den Klimaschutz als drängendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet hat. © Kay Nietfeld/dpa
Bundestag
„Wir werden möglicherweise miteinander reden müssen.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz wendet sich in seiner Plenarrede am 11. Februar im Bundestag an die SPD – und nimmt dabei eine mögliche Koalitionsoption für die Zeit nach der Wahl in den Blick. © Kay Nietfeld/dpa
ZDF-Sendung "Klartext"
„Wenn sich die Menschen zurückziehen, dann ist es vorbei mit Deutschland. (…) Demokratie ist kein Zuschauersport, es geht nur, wenn Menschen sich bei den Wahlen engagieren.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck am 13. Februar in der ZDF-Sendung „Klartext“ auf den Kommentar eines Zuschauers hin, der erklärt hatte, er wisse nicht mehr, was er wählen solle. © Michael Kappeler/dpa

Es wurde kürzlich berichtet, dass Habeck an einem Deutschlandfonds arbeitet, was der Wirtschaftsminister in dem Papier bestätigt. „Wir sollten Investitionen mit einer unbürokratischen Investitionsprämie von zehn Prozent fördern – und zwar für alle Unternehmen, gerade auch Handwerksbetriebe sowie kleine und mittelständische Betriebe“, schreibt Habeck. Die zweite Säule des Deutschlandfonds soll für Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung genutzt werden.

Habeck plant zudem, wie Scholz, die Stromkosten weiter zu senken, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Mit seiner „Offensive für neue Handelsverträge“ strebt der Wirtschaftsminister neue Handelsabkommen Europas mit anderen Regionen an. Es ist bereits jetzt klar, dass Habecks Wirtschaftspapier nicht so heftige Reaktionen hervorrufen wird wie das Papier des ehemaligen Finanzministers Christian Lindner (FDP). (bohy)

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