VonAntje Mathezschließen
Die KFW-Förderung für klimafreundliche Heizungen ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Vor allem Wärmepumpen sind bei den Antragstellern beliebt.
Hundert Tage nach dem Start der Förderung für klimafreundliche Heizungen hat die staatliche Förderbank KFW am Freitag eine erste Zwischenbilanz gezogen. Danach wurden bis zum 31. Mai 34 087 Zuschussanträge über insgesamt rund 507 Millionen Euro für den Austausch alter Heizungsanlagen zugesagt. „Die Förderung ist ein wichtiger Baustein der Energiewende im Gebäudesektor – und sie kommt an“, sagte die für das inländische Fördergeschäft zuständige KFW-Vorständin Katharina Herrmann bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.
Seit Jahresbeginn gilt das Heizungsgesetz der Bundesregierung, über das die Ampel-Koalitionäre monatelang erbittert gestritten hatten. Die Reform soll die Wärmewende im Gebäudebereich, der rund ein Drittel der klimaschädlichen Emissionen in Deutschland verursacht, voranbringen und Verbraucherinnen und Verbraucher vor Preissprüngen bei Öl und Gas schützen, wenn die CO2-Preise in den kommenden Jahren steigen.
Förderung für Wärmepumpen „Wir sind erst in der zweiten Phase“
Im Förderprogramm stark nachgefragt waren nach Angaben der KFW vor allem Wärmepumpen. Sie machten demnach zwei Drittel aller neuen Anlagen aus, gefolgt von Biomasseheizungen mit 22 Prozent und der Solarthermie. Knapp 90 Prozent der Zusagen, also rund 30 000, gingen dabei an Eigentümerinnen oder Eigentümer selbstgenutzter Einfamilienhäuser.
Grund dafür ist die stufenweise Freischaltung der Förderangebote. „Wir sind erst in der zweiten Phase“, erklärte Herrmann, die mit einer deutlich steigenden Nachfrage rechnet. Privatpersonen, die Eigentümer:in des von ihnen bewohnten Einfamilienhauses sind, können seit dem 27.Februar einen Antrag bei der KFW stellen. Die zweite Stufe startete am 28. Mai. Damit wurde der Fördertopf für private Eigentümer:innen von Mehrfamilienhäusern sowie für Wohneigentümergemeinschaften (WEG) geöffnet. Seitdem habe sich die Zahl der Anträge von einem auf den anderen Tag verdoppelt: von rund 2500 auf rund 5000 Anträge pro Woche.
Ende August soll dann die dritte und letzte Antragstellergruppe folgen. Dann werden auch Unternehmen, Kommunen sowie Eigentümer:innen vermieteter Einfamilienhäuser und Wohneigentümergemeinschaften beim Heizungstausch unterstützt.
Wie viel Geld gibt es für den Kauf einer Wärmepumpe dazu?
Im nächsten Schritt folgt dann die Einreichung der Nachweise für die Zuschüsse und die Auszahlung. Nach Angaben der KFW können jeweils ein halbes Jahr nach dem Start der jeweiligen Antragstellergruppen die Nachweise vorgelegt werden. Für die Eigentümer:innen selbstgenutzter Einfamilienhäuser gelte das ab September, ab Oktober würden die Zuschüsse ausbezahlt.
Dabei läuft der gesamte Prozess von der Antragstellung bis zur Nachweiseinreichung digital und vollständig automatisiert ab. „Bei vollständigen Unterlagen und förderfähigen Projekten übermitteln wir auf digitalem Wege binnen Minuten die Fördermittelzusage“, betonte Herrmann. „Damit hat der Kunde sofortige Sicherheit über die Höhe der finanziellen Unterstützung seines Vorhabens.“
Aber wie viel Geld gibt es überhaupt? Laut Förderbank liegt die Grundförderung für alle Antragstellenden bei 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Zusätzlich können kumulierbare Boni beantragt werden: Bis 2028 gibt es einen Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent, einen Einkommensbonus von 30 Prozent, den Hauseigentümer:innen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40 000 Euro bekommen, und einen Effizienzbonus von zusätzlich fünf Prozent für besonders klimaschonende Wärmepumpen. Maximal kann der Fördersatz für den Heizungstausch 70 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten betragen, gedeckelt ist der Betrag aber bei 21 000 Euro. Aktuell liegt die durchschnittlich bewilligte Summe nach Angaben der KFW bei 15 000 Euro.
Die Zuschüsse gibt es, solange die Fördermittel nicht ausgeschöpft sind. Insgesamt stellt der Bund in diesem Jahr mehr als sechs Milliarden Euro an Zuschüssen und zinsverbilligten Krediten für neue klimafreundlichere Heizungen bereit. Nach Ansicht der KFW ist man damit gut aufgestellt.
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