Nächster Trump-Deal?

KI-Chip-Konflikt zwischen USA und China: Hersteller zahlen massive Abgabe – Trump profitiert

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Im Chip-Streit mit China soll es eine Lösung geben. Die Hersteller Nvidia und AMD sollen einen Teil ihrer Einnahmen an die Trump-Regierung zahlen.

Update vom 11. August, 19.46 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass der US-Chiphersteller Nvidia künftig einen Teil seiner Einnahmen in China an die US-Regierung abtritt. Trump sagte am Montag in Washington, im Gegenzug habe er Nvidia die Exportgenehmigung für einen Computerchip für China erteilt. US-Medien zufolge hat der US-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) eine ähnliche Vereinbarung mit Trump getroffen, dazu äußerte sich der Präsident jedoch nicht.

Trump sagte weiter, Nvidia trete 15 Prozent der Einnahmen aus Verkäufen des „H20“-Chips in China an die US-Regierung ab. Der Chip ist für Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) geeignet. Der Präsident nannte den „H20“-Chip allerdings „veraltet“, weshalb er der Freigabe für China zugestimmt habe. Trump ergänzte, der neueste Nvidia-Chip vom Typ Blackwell sei dagegen „superduper fortschrittlich“ und werde vorerst nicht exportiert.

Erstmeldung vom 11. August, 09.54 Uhr: Washington, D.C. – Die Chiphersteller Nvidia und AMD sollen laut einem Medienbericht künftig 15 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Verkauf von Chips in China an die US-Regierung abführen. Diese Vereinbarung hätten die Unternehmen getroffen, um Exportlizenzen für Halbleiter zu erhalten, berichtete die Financial Times am Sonntag, 10. August. Weder die Unternehmen noch die US-Regierung gaben zunächst eine Stellungnahme ab.

China drängt auf Einigung im Chip-Streit mit US-Regierung von Donald Trump

Die Wirtschaftszeitung hatte zuvor gemeldet, dass China vor einem möglichen Gipfeltreffen zwischen Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump eine Lockerung der US-Exportkontrollen für wichtige KI-Chips anstrebe. Es solle Teil eines neuen Handelsabkommens sein.

US-Regierungen wollen die Exporte von Chips nach China einschränken, doch für Nvidia und AMD bleibt der Markt wichtig. Nun könnte eine Abgabe der Hersteller Teil eines Handelsabkommens von US-Präsident Trump mit Chinas Präsident Xi werden. (Montage)

Chinesische Vertreter hätten Experten in Washington mitgeteilt, dass Peking eine Lockerung der Ausfuhrbeschränkungen für HBM-Chips (High-Bandwidth Memory) wünsche. Das Weiße Haus, das US-Außenministerium und das chinesische Außenministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen zu diesem Bericht.

HBM-Chips spielen wichtige Rolle bei Künstlicher Intelligenz – China fürchtet Rückstand eigener Hersteller

HBM-Chips sind entscheidend für die schnelle Bearbeitung datenintensiver Aufgaben der Künstlichen Intelligenz (KI). Investoren beobachten sie genau, da sie zusammen mit KI-Grafikprozessoren, insbesondere von Nvidia, verwendet werden. Laut der Financial Times ist China besorgt, dass die US-Kontrollen für HBM die Fähigkeit chinesischer Unternehmen wie Huawei beeinträchtigen könnten, eigene KI-Chips zu entwickeln.

Mehrere aufeinanderfolgende US-Regierungen haben die Ausfuhr moderner Chips nach China eingeschränkt. Ziel ist es, die Entwicklung in China im Bereich Künstliche Intelligenz und Verteidigung zu verlangsamen. Diese Maßnahmen haben zwar die Möglichkeiten von US-Unternehmen eingeschränkt, die stark wachsende Nachfrage aus China, einem der größten Halbleitermärkte der Welt, zu bedienen. Dennoch bleibt China ein bedeutender Umsatzträger für amerikanische Chiphersteller. (ms/reuters)

Rubriklistenbild: © Mahesh Kumar A./Susan Walsh/dpa

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