BMW M3: Ikone kommt als E-Auto - so wird der fehlende Sound kompensiert
VonPatrick Freiwah
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Der BMW M3 gehört zu den Klassikern des Münchner Autobauers. Die nächste Generation wird als E-Auto aufgelegt. Der Entwicklungschef erklärt den Quantensprung.
München – Seit 1986 gibt es den BMW M3: eine Sportlimousine, die mit Agilität und imposanter Leistung glänzt – als Speerspitze der Mittelklasse 3er-BMW. Seit 2021 befindet sich das aktuelle Modell auf dem Markt, angetrieben von einem kraftvollen Reihensechszylinder-Benziner.
Mit der nächsten, dann siebten Generation wird das Spektrum der Motorenpalette erweitert: Wie der Entwicklungschef des Münchner Autobauers bestätigte, erscheint der Nachfolger als Elektroauto. Als „vollständig batterieelektrisch“ kündigte Frank Weber gegenüber Medienvertretern den nächsten BMW M3 an, schildert das australische Portal Carsales und bezieht sich auf eine Fahrzeugvorstellung in Portugal.
BMW M3 auf Basis der Neuen Klasse: „High-Performance-Elektroauto“
In Sachen Leistung dürfte bei der BMW-Neuheit, die um das Jahr 2027 erwartet wird, ein Quantensprung stattfinden: Der nächste M3 wird auf Basis der „Neuen Klasse“ entstehen, einer Architektur, mit der BMW die Evolution seiner Elektroauto-Modelle auf eine neue Entwicklungsstufe hebt.
Webers Namensvetter Frank Van Meel, Chef der Performance-Sparte BMW M, deutete bereits im Juli in einem Gespräch mit Bimmertoday.de an, dass das erste „High-Performance-Elektroauto“ des Hauses mit der früher startenden Neuen Klasse, auf die es kürzlich bei der IAA einen weiteren Ausblick gab, „vielleicht etwas miteinander zu tun haben”.
Mit Prototypen bereitet sich BMW derweil schon jetzt auf das BMW-M3-Elektroauto vor, offenkundig auf Basis des Sportcoupés i4, das sich seit 2022 auf dem Markt befindet. Eine der spannendsten Fragen: Wie ist es um die Motorenleistung bestellt? Hier kursieren interessante Infos: Entwicklungschef Weber stellte vergangenes Jahr ein Spektrum bis zu 1360 PS in Aussicht, als er von einer Performance „bis zu 1 Megawatt“ sprach, wenn es um die Leistungsfähigkeit der „Neuen Klasse“ ging.
Neuer M3 erhält innovatives Antriebssystem mit vier E-Motoren
Ob der BMW M3 EV in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts tatsächlich mit einer derartigen Kraft ausgestattet an den Start geht, erscheint fraglich: Die Kraftzufuhr würde im Vergleich zum aktuellen Verbrenner mehr als verdoppelt. Jedoch schwärmte der BMW-Manager dem Vernehmen nach in höchsten Tönen von den sich bietenden Möglichkeiten der neuen Elektro-Plattform:
„Die Neue Klasse (...) wurde für vier unabhängig voneinander arbeitenden Elektromaschinen bis zu einem Megawatt konzipiert“, erklärte Weber. „Und dann gibt es Einstellungen, bei denen man mit den Steuerungsmöglichkeiten bei Elektromaschinen tiefer in etwas hineingehen kann (...). Es ist zum verrückt werden.” Damit bezieht er sich offenbar auf die Fahrdynamik und den bis zu 250 kW starken E-Motoren an jedem einzelnen Rad.
Diese sollen mitsamt dem Allrad-Antriebssystem und der kombinierten Fahrdynamikregelung den Schlüssel zum neuen Fahrerlebnis bei BMW M liefern. Dieses Paket sorge für ein „bisher unerreichtes Performance-Niveau”, lässt die Performance-Sparte diesbezüglich wissen. Weber führte derweil aus, wie der fehlende Motorensound des M3 als Elektroauto kompensiert werden soll:
BMW verspricht Quantensprung für M3 - Sportlimousine auch als Verbrenner
Käufer von BMW-M-Fahrzeugen wollen ihm zufolge zwar „einfach die höchste und beste Leistung, die sie bekommen können“. Laut Weber sei die Leistung von möglicherweise fast einem Megawatt, die Kontrolle über jedes einzelne Rad sowie das damit verbundene Fahrverhalten „unglaublich“. „Es wird weit über dem liegen, was unsere Kunden heute gewohnt sind”, ist das Vorstandsmitglied überzeugt. Wesentlich früher erscheint derweil ein neues BMW-M-Modell, auf das viele Anhänger sehnlichst gewartet haben.
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Nichtsdestotrotz gibt es eine gute Notiz für jene M3-Fans, die sich mit dem Gedanken an eine Elektro-Version nicht anfreunden können: Denn die nächste, dann siebte Generation der Sportlimousine wird es ebenfalls auch mit Verbrennermotor geben. Kunden, die dann den Sound und die „Seele“ eines Benziners schätzen, werden also auch künftig genau das bekommen können.