„Den Strom abstellen“

Konflikt mit Trump verschärft: Kanada warnt USA vor Stromausfall für 1,5 Millionen Haushalte

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Im Zollkonflikt mit den USA droht Kanada mit harten Maßnahmen. Ein Blackout könnte Millionen von US-Haushalten treffen.

Ontario – Die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada zu erheben, hat für Unruhe gesorgt. Die Absicht hinter diesen massiven Zöllen ist es, Unternehmen dazu zu bewegen, ihre Produktion wieder verstärkt in die USA zu verlagern. Bisher lag der Fokus der Sorgen hauptsächlich auf den Zöllen auf mexikanische Waren, da die Autoindustrie dort hauptsächlich für den US-Markt produziert. Nun jedoch zeigt auch Kanada Widerstand.

Kanada droht Trump mit Stromausfall: Energie für 1,5 Millionen Haushalte auf dem Spiel

Inmitten des von dem designierten US-Präsidenten Donald Trump ausgelösten Zollstreits hat die kanadische Provinz Ontario den USA mit einem Stopp der Energieexporte gedroht. Ontarios Ministerpräsident Doug Ford erklärte am Mittwoch (11. Dezember): „Je nachdem, wie weit die Sache geht, werden wir so weit gehen, dass wir ihnen den Strom abstellen, bis hinunter nach Michigan, bis hinunter in den Bundesstaat New York und hinüber nach Wisconsin“.

Trump hat Kanada mit hohen Einfuhrzöllen bei Amtsantritt gedroht. (Archivbild)

Ford, der Regierungschef der bevölkerungsreichsten Provinz Kanadas, äußerte sich nach einer Videokonferenz der Regionalchefs mit Premierminister Justin Trudeau. Trudeau hatte vorgehabt, seine Strategien zur Bewältigung von Trumps handelspolitischer Agenda vorzustellen. Der zukünftige US-Präsident hatte zuvor angekündigt, als eine seiner ersten Amtshandlungen Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada zu erheben.

Laut einer Anfrage von AFP an Fords Büro beliefen sich die Stromexporte Ontarios nach Minnesota, New York und Michigan im vergangenen Jahr auf zwölf Terawattstunden – genug Energie für etwa 1,5 Millionen Haushalte. Ford betonte, dass er keinen Lieferstopp wolle. „Aber meine wichtigste Aufgabe ist es, Ontario, die Ontarier und die Kanadier insgesamt zu schützen.“

Kanada plant „robuste Antwort“ auf Trumps Handelspolitik und Zölle

Auf Anfragen, ob die kanadische Regierung drastische Maßnahmen wie die von Ford unterstützen würde, reagierte Trudeaus Büro zunächst nicht. Die stellvertretende Premierministerin Chrystia Freeland äußerte jedoch nach der Videokonferenz vor Reportern in Ottawa, dass „eine Reihe von Ministerpräsidenten sich nachdrücklich für eine robuste kanadische Antwort auf ungerechtfertigte Zölle ausgesprochen“ habe.

Trudeau hatte in dieser Woche angesichts von Trumps Ankündigungen von einem „ernsten Moment für Kanada“ gesprochen. Trumps Zölle könnten für sein Land „verheerend“ sein. „Wir sind entschlossen, diesem Moment zu begegnen.“ (wal/AFP)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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