- VonMax Schäferschließen
Vor der US-Wahl lästert Donald Trump über die deutsche Energiepolitik. Er behauptet, sie sei gescheitert und Deutschland kehre zu fossilen Kraftwerken zurück.
York, Pennsylvania – Donald Trump hat die aktuelle US-Vizepräsidentin Kamala Harris beschuldigt, auf einem „regulatorischen Dschihad“ sein. Die demokratische Kandidatin bei der Präsidentschaftswahl in den USA wolle Kraftwerke abschalten, behauptete Trump bei einem Wahlkampfauftritt in York im Bundesstaat Pennsylvania. Als abschreckendes Beispiel diente die deutsche Energiepolitik.
Donald Trump erklärt deutsche Energiepolitik für gescheitert – und hofft auf „saubere Kohle“
Trump erklärte: „Deutschland hat das vor ein paar Jahren versucht und ist seine politischen Anführer sehr schnell losgeworden“. Damit bezog er sich auf den Ausstieg aus der Atomenergie. „Jetzt bauen sie wahrscheinlich 50 oder 60 Kraftwerke, und sie wollen noch mehr bauen, aber sie haben alles abgeschafft und wollten auf Wind- und Solarenergie und viele andere Dinge umsteigen.“
Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien seien jedoch gescheitert, behauptete Trump. „Leider hat das nicht funktioniert.“ Deutschland setze nun wieder auf fossile Brennstoffe. „Ich hoffe, auf saubere fossile Brennstoffe, saubere Kohle“, ergänzte der Republikaner.
Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein und sich von fossilen Energieträgern wie Kohle zu verabschieden. Ein wichtiger Bestandteil der Energiewende ist der geplante Kohleausstieg bis spätestens 2038.
Entgegen Trump-Behauptung: Wie sich die Energiewende in Deutschland entwickelt
Seit 2002 hat der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix erheblich zugenommen. Im Jahr 2023 betrug ihr Anteil 56 Prozent, der Anteil fossiler Brennstoffe bei 44 Prozent. Im Vergleich zu 2022 ist die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken laut Statistischem Bundesamt um 30,8 Prozent gesunken.
Aktuelle Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme für das erste Halbjahr 2024 bestätigen diesen Trend. Demnach lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung in Deutschland bei 65,1 Prozent. Die Windkraft spielte dabei eine bedeutende Rolle und machte mehr als ein Drittel aus.
Der Anteil von Kohlestrom betrug hingegen 20,8 Prozent, während Erdgas 11,9 Prozent ausmachte. Die Denkfabrik Agora Energiewende hingegen gibt den Anteil erneuerbarer Energien mit 57 Prozent an. (ms/dpa)
Rubriklistenbild: © Julia Nikhinson/Patrick Pleul/dpa
