VonPatricia Huberschließen
Die Lkw-Maut verdoppelt sich durch einen CO₂-Aufschlag. Das bedeutet eine finanzielle Belastung für Transportunternehmen, die letztendlich beim Verbraucher landen könnte.
München – Verkehr und Mobilität klimafreundlicher machen: Dies ist eines von vielen Zielen, das sich die Ampel-Regierung gesetzt hat. Dabei steht auch der Transport von Waren via Lkw im Fokus. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, wird künftig die Lkw-Maut an die Höhe des CO₂-Ausstoßes gekoppelt.
CO₂-Aufschlag für Lkw: Maut verdoppelt sich
In der Pressemitteilung der Bundesregierung von vor wenigen Monaten hieß es hierzu: „Die CO₂-Differenzierung der Lkw-Maut ist eine wichtige Maßnahme für die Minderung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr und für die Erreichung der Klimaschutzziele. Durch die Einführung wird ein Preissignal gesetzt, das die Nutzung von Lkw mit alternativen Antrieben für die Güterverkehrsbranche deutlich attraktiver macht.“
Zum 1. Dezember müssen Transportunternehmen also einen CO₂-Aufschlag in Höhe von 200 Euro pro Tonne CO₂ bezahlen. Somit setzt sich die Maut künftig aus folgenden vier Punkten zusammen:
- Kosten der Infrastruktur
- Kosten der Luftverschmutzung
- Kosten der Lärmbelästigung
- Kosten des Co2-Ausstoßes
Maut-Erhöhung wird „schwierige Lage verschärfen“
Für die Lkw-Unternehmen bedeutet die Neuerung eine enorme Belastung. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt Sandra Hebst vom Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen, was der CO₂-Aufschlag konkret in Zahlen bedeutet: Für ihr Unternehmen mit 130 Lkw zahle sie derzeit „monatlich 200.000 Euro Maut. Und das wird sich dann ab 01.12.2023 auf nahezu 400.000 Euro erhöhen.”
Und höhere Kosten werden meist in Form von Preisaufschlägen weitergereicht. Heißt also: Am Ende wird sich die teurere Maut auf die Preise im Supermarkt niederschlagen. Damit rechnet auch CSU-Verkehrspolitikerin Martina Englhardt-Kopf. „Die Verdopplung der Maut wird die schwierige Lage kleinerer Unternehmen weiter verschärfen, während die Kosten letztendlich beim Verbraucher landen werden“, so Englhardt-Kopf gegenüber der Lebensmittelzeitung (LZ).
Lkw-Maut: Preis-Auswirkungen laut Grünen „überschaubar“
Auch beim Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) macht sich Sorge zu diesem Thema breit. Vorstandssprecher Dirk Engelhardt warnt gegenüber der Zeitung, dass nicht jedes Unternehmen dies stemmen könne und „die Eisenbahn wird die in Zukunft eventuell leer bleibenden Supermarkt-Regale auch nicht auffüllen können“.
Von den Grünen hingegen wird die Mauterhöhung als Erfolg bewertet. Grünen-Politiker Matthias Gastel nannte die Auswirkungen auf den Endverbraucher gegenüber der LZ „überschaubar“. Als Beispiel führte er den Preis einer Flasche Bier an, deren Transportkosten auf dem Weg von München nach Hamburg um 0,8 Cent steigen würde. (ph)
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