Jacht im Wert von 400 Millionen Euro

Luxus-Jacht in Hamburg festgesetzt: Oligarch schreibt Brandbrief an Brüssel

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Die Luxus-Jacht „Luna“ liegt am 13.04.2022 im Blohm+Voss Dock 10 an der Elbe im Hamburger Hafen.
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Die deutschen Behörden haben in Hamburg die Luxus-Jacht „Luna“ des russischen Oligarchen Farkhad Akhmedov festgesetzt. In einem Brief wendet er sich nun an die EU.

Hamburg – Europäische und amerikanische Behörden machen seit Beginn der Sanktionen Jagd auf die Vermögenswerte von russischen Oligarchen. Dazu gehören Einlagen auf Bankkonten, Luxus-Villen – und eben Jachten. Im Mai konnten deutsche Behörden in Hamburg die Super-Jacht „Luna“ festsetzen. Sie gehört Ermittlungen zufolge dem Oligarchen Farkhad Akhmedov, der auf der Sanktionsliste der EU steht.

Luxus-Jacht „Luna“ von russischem Oligarchen in Hamburg festgesetzt

Akhmedov ist laut EU ein russischer Geschäftsmann, der im Energiesektor und in der russischen Kommunalpolitik tätig ist. „Er steht dem Kreml nahe und ist ein führender Geschäftsmann und in Bereichen der Wirtschaft tätig, die der Regierung der Russischen Föderation als wichtige Einnahmequelle dienen“, heißt es in der Liste zur Begründung der Sanktionen.

„Die Luxusyacht M/S Luna unterliegt somit dem Sanktionsrecht und konnte im Hamburger Hafen rechtssicher festgesetzt beziehungsweise eingefroren werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bundeskriminalamts. Damit dürfe die Jacht dauerhaft nicht auslaufen, sei aber „ohnehin aus technischen Gründen nicht auslauffähig“.

Konkret bedeutet das „Einfrieren von wirtschaftlichen Ressourcen“ wie der „Luna“ gemäß den EU-Vorschriften, dass die Jachten nicht für Dienstleistungen genutzt, aber auch nicht verkauft, vermietet oder belastet werden dürfen. Den geschätzten Wert des Schiffes gibt das BKA mit rund 400 Millionen Euro an.

Oligarch Akhmedov wehrt sich gegen die Sanktionen

Akhmedov selbst will sein Schiff offenbar wieder haben – und von der Sanktionsliste genommen werden. Laut der britischen Zeitung The Times reichte er dazu in Brüssel vergangene Woche juristische Unterlagen und einen Brief ein. Darin erklärte er über Anwälte, dass er dem Kreml überhaupt nicht nahe stehe und nie Teil des Kreises um Präsident Wladimir Putin gewesen sei. Er sei darüber hinaus schon seit mehreren Jahren nicht mehr im Energiesektor tätig und in einen Rechtsstreit mit dem russischen Staatskonzern Gazprom verwickelt. Eine Reaktion der EU-Behörden auf den Brief steht noch aus.

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Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die „Luna“ festgesetzt wird: Akhmedov erlangte schon vor einigen Jahren in der britischen Boulevardpresse durch den gigantischen Scheidungskrieg mit seiner Ex-Frau Tatiana zweifelhafte Berühmtheit. Diese ließ im Zuge der Streitigkeiten um Geldauszahlungen die Luxus-Jacht in Dubai festsetzen. (lma/dpa)

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