VonMarcel Reichschließen
Stromausfälle, selbst von kurzer Dauer, führen zu erheblichen Produktionsausfällen und Maschinenschäden in deutschen Unternehmen. Eine DIHK-Umfrage enthüllt das Ausmaß des Problems.
München – Im letzten Jahr führten temporäre Stromausfälle laut einer Umfrage vermehrt zu Produktionsstillständen und Beschädigungen von Maschinen in deutschen Firmen. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, die der Welt am Sonntag vorliegt und bei der 1000 Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren und Regionen teilnahmen.
Schon Stromausfälle im Sekundenbereich können massiven Schaden anrichten
Es stellte sich heraus, dass 28 Prozent der befragten Unternehmen von Stromausfällen betroffen waren, die länger als drei Minuten andauerten. Unterbrechungen der Stromversorgung, die weniger als drei Minuten dauerten, wurden von 42 Prozent der Unternehmen bestätigt.
Die Bundesnetzagentur erfasst Stromausfälle, die weniger als drei Minuten andauern, nicht und berücksichtigt sie auch nicht im sogenannten SAIDI-Wert, einem international anerkannten Indikator für die Qualität der Stromversorgung. Dennoch können bereits kurzzeitige Stromunterbrechungen im Sekundenbereich erhebliche Schäden an Präzisionsmaschinen in der Industrie verursachen.
„Die Probleme erstrecken sich über alle Spannungsebenen und führen zwangsläufig zu wirtschaftlichen Schäden“, so das Fazit laut des Berichts der DIHK-Umfrage. Ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen gab an, dass die Stromausfälle zusätzliche Kosten von bis zu 10.000 Euro verursachten. Für 15 Prozent der Teilnehmer beliefen sich die Kosten aufgrund von Stromausfällen auf 10.000 bis 100.000 Euro. Ein kleiner Prozentsatz (2 Prozent) der Befragten musste sogar Kosten von mehr als 100.000 Euro tragen.
Laut der Umfrage sind die genauen Ursachen für die Stromausfälle in den meisten Fällen ungeklärt. Zwei Drittel der Unternehmen erfahren den Grund für die Schwierigkeiten des eigenen Betriebs laut des Berichts nicht.
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