Jahresrückblick

Menschen, die Hoffnung machen: Junge Leute, die uns 2023 beeindruckt haben

Krise – gefühlt in fast allen Lebensbereichen. Da braucht es Lichtblicke. Wir stellen junge Leute vor, die uns in diesem Jahr beeindruckt haben.

Hoch hinaus. Das wollte Max Wörner schon früh. Direkt nach dem Schulabschluss, mit 18, gründete der gebürtige Allgäuer 2008 seine erste Firma, als Dienstleister und Berater für die damals gerade in Mode gekommenen Kletteranlagen. 2011 eröffnete er dann seine eigene „Climbmax Kletterwelt“ in Stuttgart, 3000 Quadratmeter groß. Das kam gut an. Doch schon bald entwickelte er ein neues Geschäftsfeld, bei dem es noch höher hinausging. Mit der Aermax GmbH initiierte er ein Spezialunternehmen, das Arbeiten mit im Klettern geschulten Handwerker:innen dort ausführt, wo Gerüste oder Hebebühnen nicht gut eingesetzt werden können. Etwa bei Montagen an Industrieanlagen.

Damit war Wörner im Bausektor angekommen, in einem Feld, das er mit seiner neuesten Geschäftsidee aufmischen will. Hier fiel ihm auf, welch Ressourcen-Moloch das Bauwesen doch ist. „Rohstoffe, Energieverbrauch, Abfall, Bauschutt – alles im Megaformat“, sagt er. Und als er von einer neuen Idee hörte, wie das besser werden könnte, entwickelte Wörner gleich eine neue Unternehmensidee dazu: Bauen mit „Triqbriq“.

Lego in Holz: Max Wörner mit Tricbriq-Elementen, aus denen mehrgeschossige Häuser werden.

Das Wort „Triqbriq“ spielt auf brick (Ziegelstein) an und signalisiert: Es geht um die Neuerfindung der Stein-auf-Stein-Bauweise, allerdings mit Holz als Rohstoff. Die Bauelemente können einfach zu Mauern zusammenfügt werden, wobei Zapfen, ausgesparte Öffnungen und Buchenholz-Dübel die Verbindung herstellen. Sozusagen: Lego in Holz. Der Clou dabei aber ist: Um Triqbriqs herzustellen, braucht man kein hochwertiges, teures Holz, wie sonst bei Holzhäusern üblich. Wörners Firma nutzt Schwach- und Schadholz, das wegen der grassierenden Waldschäden stark zugenommen hat, und führt es einer dauerhaften Nutzung zu. CO₂ wird so langfristig gebunden.

Die Nachfrage ist hoch. In der ersten Triqbriq-Fertigung in Tübingen wird gerade die dritte Produktionsmaschine aufgestellt. Und Wörner will immer noch hoch hinaus. Es sind bereits mehrgeschossige Häuser mit Triqbriq gebaut worden, eines in Frankfurt. Doch Wörner denkt bereits an ein Hochhaus. Mit acht Geschossen. (Von Joachim Wille)

Carine Estelle Kone Doufoungognon: Biologin Mit Mission

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Sie sind ja ganz klein, die Mikroorganismen im Süßwasser, aber wenn sie durch die Klimaerwärmung Schaden nehmen, hat das Folgen für die ganze Umwelt. Das sagt Carine Estelle Kone Doufoungognon, die derzeit in einem Labor des französischen Forschungszentrums CNRS in den französischen Pyrenäen zu ergründen versucht, wie die Wassererwärmung besagten Kleinstorganismen zusetzt, was die Nahrungskette bis zu den Wirbeltieren beeinträchtigt. „Die Folgen sind dramatisch“, sagt die 28-jährige Biologin aus Côte d’Ivoire. Dort, an der Westküste Afrikas, war sie aufgewachsen, dort hatte sie die Giftkatastrophe des holländischen Frachters Probo Koala mit elf erlebt – mit 17 Toten und Zehntausenden von Geschädigten.

Carines Beschluss stand dann schnell fest, sie wollte Biologin werden. Von ihrem Vater und der Biochemikerin Odile Nacoulma im Nachbarland Burkina Faso ermutigt, erhielt sie einen Studienplatz in Frankreich. Derzeit bereitet sie neben ihrem Laborjob eine Dissertation vor. Im Oktober hat sie eine der 35 Auszeichnungen des L’Oréal-Unesco-Talentpreises gewonnen – unter 618 Kandidat:innen. „Excellence“ (Vortrefflichkeit) sei ein feminines Wort, lacht Carine. Ernster fügt sie an: „Ich will ein Vorbild für Mädchen sein, die eine wissenschaftliche Karriere einschlagen und eine Mutterschaft damit vereinen wollen.“

Und warum nicht in Côte d’Ivoire, wohin die grundsolide Frau nach ihrer Ausbildung in Frankreich zurückkehren will. Carine hat große Pläne, sie möchte in ihrem Ursprungsland die erste universitäre Abteilung für Ökotoxikologie gründen. (Von Stefan Brändle)

Hendrik Ridder: Ein Konstrukteur startet durch

Hendrik Ridder

Während viele Jugendliche in der Corona-Pandemie bei ihren schulischen Leistungen abstürzten, ist Hendrik Ridder durchgestartet – im wahrsten Sinne. Der 17 Jahre alte Gymnasiast aus Bremen hat eine drei Meter hohe Wasserrakete gebaut, dafür etliche Preise abgeräumt und in diesem Jahr bei der Regeneron International Science and Engineering Fair in Texas, dem weltweit größten naturwissenschaftlichen Nachwuchswettbewerb, den vierten Platz belegt.

Angefangen hatte alles mit einer AG Luft- und Raumfahrt am Gymnasium Vegesack im gleichnamigen Bremer Stadtteil. Dort sollten die Schülerinnen und Schüler eine Wasserrakete bauen; ein Thema, das in der Hansestadt, wo Airbus und die Ariane Group angesiedelt sind, naheliegt. Doch die Pandemie unterbrach das Vorhaben. Hendrik Ridder indes nutzte den Leerlauf, um in der Garage seines Opas selbst tätig zu werden. Das nötige Wissen schaffte er sich autodidaktisch drauf, mithilfe von Videos und Handbüchern. Das Ergebnis: eine drei Meter große Wasserrakete aus 16-PET-Flaschen, die – gefüllt mit Wasser und in Bewegung gesetzt mit Druckluft – von einer ebenfalls selbst konstruierten Startrampe aus bis zu 270 Meter hoch fliegt. Die mit einer Kamera an der Spitze ausgestattet ist, so dass man den Flug live mitverfolgen kann. Die von künstlicher Intelligenz gesteuert wird und an eine eigene App angebunden ist. Hendrik Ridder hat auch letztere selbst entwickelt. Das alles erzählt der junge Mann ohne angeberischen Habitus, gerade so, als wäre das nichts Besonderes.

„So ging das weiter, bis aus meiner Wasserrakete eine fliegende Wetterstation wurde, die Daten wie Höhe, Lufttemperatur und Luftqualität sammelt“, erklärt er. Mithilfe eines kleinen Fallschirms kann die Rakete nach getaner Arbeit zum Boden zurückgleiten. Inzwischen hat Hendrik Ridder in einem weiteren Projekt Mini-Satelliten gebaut, die auf der Technologie für seine Wasserrakete basieren. Auf die hat der 17-Jährige mittlerweile ein vorläufiges Patent – über sein Start-up „Ridder Technology“. (Von Pamela Dörhöfer)

Philippa Sigl-Glöckner: Ökonomin mit Weitblick

Annika Nagel

Mit ihren Positionen fordert Philippa Sigl-Glöckner die konventionelle Finanzpolitik heraus. Die Ökonomin, Jahrgang 1990, wurde 2023 bekannter, ihr Einfluss nahm zu, sie wurde häufiger zitiert. Sigl-Glöckner engagiert sich in der SPD, arbeitet im wirtschaftspolitischen Beirat des Bundesvorstands. Sie fordert eine Reform der Schuldenbremse im Grundgesetz, um dem Staat größere finanzielle Spielräume zu verschaffen. Die Begrenzung der jährlichen Neuverschuldung des Bundes auf 0,35 Prozent im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung hält sie für eine willkürliche Größe. Damit ist sie daran beteiligt, einen Wandel der Finanz-, Haushalts- und Steuerpolitik voranzutreiben.

Sigl-Glöckner weiß, wovon sie redet. Nach dem Studium der Philosophie, Politik und Volkswirtschaft in Oxford arbeitete sie unter anderem bei der Weltbank in Washington, im Finanzministerium von Liberia und im Bundesfinanzministerium. In München gehörte sie 2018 zum Gründungskreis des „Dezernat Zukunft“, einer Kombination aus Forschungsinstitut und Lobbyorganisation fungiert. Als dessen Geschäftsführerin will Sigl-Glöckner herausfinden, „wie eine an den Werten Würde, Wohlstand, und Demokratie ausgerichtete Finanz- und Wirtschaftspolitik eigentlich aussehen sollte“. (Von Hannes Koch)

Anne Lamp: Ingenieurin „ohne Spur“

Anne Lamp

Ein hoher Anspruch. Das Start-up „Traceless Materials“ verspricht nicht weniger als „eine Zukunft ohne Verschmutzung und Abfall“. Erreichen will das Hamburger Unternehmen dies mit einer „neuen Generation von Materialien“, die nicht nur herkömmliches Plastik aus Erdöl in vielen Anwendungen ersetzen kann, sondern auch die Nachteile bisher produzierter Bio-Kunststoffe vermeidet. Und Anne Lamp (32) hatte die Idee dazu.

Die Traceless-Mitgründerin ist Verfahrenstechnikerin. In ihrer Doktorarbeit an der TU Hamburg beschäftigte sie sich mit pflanzlichen Reststoffen, die in der Lebensmittelproduktion anfallen. Dabei stellte sie fest, „wie viel Potenzial in diesen ,Abfällen‘ noch steckt“ und dass man daraus eine Plastik-Alternative machen kann. Das neuartige Material hat gleich mehrere Vorteile: Es ist komplett pflanzenbasiert, lässt sich nach Verwendung zusammen mit Biomüll kompostieren, in der Produktion werden keine schädlichen Additive eingesetzt, auch Mikroplastik entsteht bei der Entsorgung nicht. Daher der Name „Traceless“ (spurlos). Lampe gründete das Start-up 2020 zusammen mit der Unternehmensberaterin Johanna Baare, heute arbeiten dort über 40 Leute. Es hat eine Reihe Preise und Förderungen erhalten. Ein Meilenstein: Das Bundesumweltministerium gab fünf Millionen Euro, um in Hamburg eine Demonstrationsanlage zu bauen, die die großtechnische Machbarkeit zeigt. (Von Joachim Wille)

Ryohei Kobayashi: Architekt fürs Weltall

Ryohei Kobayshi

„Ziele auf den Mond, denn wenn du ihn verfehlst, triffst du immer noch die Sterne.“ Dieses Poesiealbumsprichwort, das es so ähnlich in diversen Sprachen gibt, trifft ziemlich gut auf Ryohei Kobayashi zu. Der 25-Jährige ist Gründer und CEO des Start-up Elevation Space, das verspricht, in Kürze mehrere Satelliten in die Erdumlaufbahn zu befördern. Kobayashi will eine Technik entwickelt haben, die die Satelliten günstiger und leichter als bisherige Entwicklungen macht.

Perspektivisch soll sein Unternehmen aber auch Häuser im Weltall bauen. Auf der Website des Unternehmens heißt es: „Durch diese Projekte werden wir eine Zukunft kreieren, in der Menschen nachhaltig in der Erdumlaufbahn, auf dem Mond und Mars leben können.“ Und falls Elevation Space den Mond verfehlt, bleiben eben immer noch die Satelliten. Für die hat Kobayashi immerhin schon ordentlich Geld beisammen: 540 Millionen Yen (rund 3,44 Millionen Euro) an Risikokapital wurden eingespielt, ein knappes Viertel davon ist öffentliches Geld.

Ryohei Kobayashi ist auch längst kein Nobody mehr. Nicht nur in seinem Heimatland Japan ist er schon öfter in großen Medien erschienen. Das US-amerikanische Businessmagazin Forbes hat ihn 2023 in die Liste der „30 under 30“ in Asien berufen. Immerhin gilt das Weltall als Zukunftsmarkt. Die Nachfrage nach günstigen Satelliten wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.

Dabei wollte Kobayashi zuerst Architekt werden, interessierte sich im Studium aber plötzlich für Schwerelosigkeit und hängte einen Master in Raumfahrttechnik dran. Elevation Space gründete er im Jahr 2021, mitten in der Pandemie. Die ersten Satelliten sollen schon 2025 in die Erdumlaufbahn kommen. Und dann, irgendwann, will er doch wieder Architekt werden – aber fürs Weltall. (Von Felix Lill)

Celina Goette: Brückenbauerin für Jugendliche

Celine Goette

Noch bevor Celina Goette das Abiturzeugnis in den Händen hielt, gründete sie ihr eigenes Unternehmen: Heute führt die 20-Jährige gemeinsam mit ihrer Co-Gründerin Bersa Shazimani (21) das Start-up Junior Job. Die Mission der beiden jungen Frauen: eine Brücke bauen zwischen Schülerinnen und Schülern auf der einen und Unternehmen auf der anderen Seite. Junior Job ist eine Jobbörse, die Jugendlichen mit einer App dabei hilft, Praktika, Nebenjobs, Ausbildungsplätze und Ehrenämter zu finden.

Die Idee kam den Gründerinnen in der eigenen Schulzeit. „Ich habe ein Pflichtpraktikum gesucht und gemerkt: Das ist gar nicht so einfach“, erinnert sich Goette. „Viele Schülerinnen und Schüler trauen sich nicht, bei Unternehmen anzurufen, oder sie kennen nicht die richtigen Leute, die ihnen einen Nebenjob vermitteln können.“ Auch aus einem anderen Grund war die Suche nach Nebenjobs schwierig für die damals 15-Jährige. Viele Unternehmen, bei denen sie sich damals bewarb, hätten nicht gewusst, dass sie Menschen unter 18 Jahren beschäftigen dürfen.

Mit ihrer App adressieren Goette und Shazimani die Probleme. Jugendliche füllen dort einen Lebenslauf aus und können dann nach einer passenden Stelle suchen. Bewerben kann man sich „mit nur einem Klick“. Den Arbeitgebern versprechen die beiden Gründerinnen Zugang zu einem häufig kaum genutzten Potenzial an Arbeitskräften. Kein schlechtes Argument in Zeiten des Personalmangels.

Und das Konzept scheint aufzugehen: Zweieinhalb Jahre nach der Gründung finanziere das Start-up sich selbst, sagt Goette, der Umsatz habe sich gut entwickelt. „Wir haben rund 60 000 Schülerinnen und Schüler auf der App, dazu 200 bis 300 Unternehmen.“ Für das Start-up arbeiten 13 Menschen. Im kommenden Jahr soll die Plattform kräftig wachsen, schließlich gibt es deutschlandweit rund zwei Millionen Schüler:innen. An ein Studium hat Celina Goette bislang noch nicht gedacht. „Ich habe das Gefühl, dass ich mit Job Junior mehr bewegen kann“, sagt die 20-Jährige. (Von Steffen Herrmann)

Rokhaya Diagne: Spielerin mit Forschungsdrang

Rokhaya Diagne

Eine bessere Ehrenrettung für Computerspiele kann es kaum geben. Hätte sich Rokhaya Diagne nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Zimmer ihres Bruders geschlichen, um an dessen Rechner stundenlang der bei den Eltern verpönten Kurzweil zu frönen: Die Welt müsste womöglich noch viel länger mit der Krankheit leben, die jährlich mehr als 600 000 Menschenleben fordert: Malaria.

Ihre entnervte Mutter habe ihr die Spielerei schließlich verboten, erzählt Rokhaya der „New York Times“. „Du bist süchtig“, sagte sie: „Wenn Du nicht aufhörst, bringe ich dich zu einem Psychiater.“ Rokhaya besänftigte ihren Spieldrang – doch ihre Leidenschaft für Computer hielt an. Heute experimentiert die 25-jährige Bioinformatikerin mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz, um eine Malariaerkrankung schneller und sicherer als das menschliche Auge unter einem Mikroskop diagnostizieren zu können. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Parasiten-Erkrankung bis 2030 aus der Welt zu schaffen, ist damit einen Schritt näher gerückt.

Nach dem Abitur nahm Rokhaya ein Biologiestudium an der École Supérieure Polytechnique in Senegals Hauptstadt Dakar auf und sicherte sich ein Labor-Praktikum. Nachdem sie dort tagelang ins Mikroskop gestarrt hatte, wusste sie, dass das kein Job für sie war. „Ich wollte meinen Kopf für neue Lösungen einsetzen und nicht bloß Protokollen folgen“, erzählt die Senegalesin. Sie schrieb sich in der neugegründeten „American University of Science and Technology“ in der Hauptstadt Dakar für Bioinformatik ein.

Keine 25 Jahre alt gründete Rokhaya bereits ihre eigene Firma „AfriAI“ (AI für artificial intelligence), die mittels künstlicher Intelligenz nach Lösungen für Herausforderungen unter anderem im Gesundheitswesen sucht. Sie selbst fand eine Methode, mit der Blutproben wesentlich schneller und akkurater als von Laborassistentinnen unterm Mikroskop untersucht werden können. Als nächstes will die preisgekrönte Forscherin ein Programm zur schnellen und sicheren Diagnose von Krebszellen entwickeln . (Von Johannes Dieterich)

Anas Andaloussi: Dickkopf mit Geschäftssinn

Anas Andaloussi

Künstliche Intelligenz (KI) wird uns nicht den Arbeitsplatz wegnehmen, glaubt Anas Andaloussi. Das werden die Leute tun, die mit der KI umzugehen verstehen. Vor ein paar Tagen hatte Andaloussi seinen ersten, kurzen Auftritt im spanischen Fernsehen, in einer vielgesehenen Talkshow. Gelegenheit für die Spanier und Spanierinnen, ihr Wunderkind kennenzulernen, eben erst 19 Jahre alt geworden, aufgewachsen unter Touristen in San Fernando de Maspalomas im Süden Gran Canarias, wo seine Eltern „Basare“ betreiben, so nennt er das, für „Strandsachen, Klamotten, ganz einfache Dinge“. Fast jeden Tag seines Lebens, von klein auf, habe er seine Mutter in den Laden begleitet und erlebt, wie sie mit Lieferanten verhandelte und wie sie verkaufte. „Das prägt deine Mentalität“, erzählte er vor ein paar Tagen der Lokalzeitung „Canarias 7“. Er hat die Mentalität eines Geschäftsmannes. Und einen Dickkopf, sagt er selbst.

Sein Dickkopf, verbunden mit Geschäftssinn, hat ihn schon weit gebracht. Mit 13 begann er einen Blog über das Videospiel Minecraft zu veröffentlichen, mit dem er Geld verdienen wollte. Dafür brauchte er Klicks. Dazu musste sein Blog bei der Google-Suche weit oben erscheinen. Er lernte, was Suchmaschinenoptimierung ist. Und kam auf die Idee, dass die Arbeit, Texte so zu schreiben, dass Google auf sie anspringt, auch von einer KI übernommen werden könnte. Gemeinsam mit ein paar anderen jungen Leuten entwickelte er das Programm escribelo.ai („Schreib es“), das er im Juli 2022 auf den Markt brachte. Damit hat er seine ersten etlichen Hunderttausend Euro verdient. So soll es weitergehen. Sein nächstes Projekt heißt quicktoc.ai, noch eine KI, diesmal zur Unterstützung von Videoproduktionen.

In Madrid begann er ein Betriebswirtschaftsstudium und gab es gleich wieder auf. „Die Inhalte waren nicht auf dem neuesten Stand“, fand er. Er arbeitet gerne und hart. Aber nicht, um seine Zeit zu vergeuden. (Martin Dahms)

Rubriklistenbild: © Tricbriq

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