Aktivrente

Merz kündigt an: Brisante 2000-Euro-Steuerfreiheit für Rentner startet 2026

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Rentner profitieren von 2000 Euro steuerfrei: Die Aktivrente soll laut Merz schon 2026 kommen. Die finanzielle Belastung der Reform wird jedoch von Experten bemängelt.

Berlin – 2000 Euro steuerfrei pro Monat: Nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz (CDU) soll die Regierung sich auf die Einführung der sogenannten Aktivrente geeinigt haben. Mit einem steuerlichen Freibetrag von 2000 Euro monatlich solle ein Anreiz geschaffen werden, damit Beschäftigte über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeiten, sagte der Kanzler demnach am Dienstag (16. September) auf dem Maschinenbaugipfel des VDMA in Berlin.

Fachkräftemangel: CDU setzt auf Aktivrente als Lösung - 2000 Euro steuerfrei für Rentner

„Wir haben uns vor wenigen Stunden darauf verständigt, die sogenannte Aktivrente zum 1. Januar 2026 einzuführen“, erklärte Merz dazu. Ein Sprecher des für das Konzept zuständigen Bundesfinanzministeriums sagte, dass das Ministerium in Kürze einen Entwurf für das geplante Gesetz vorlegen wolle. 

2000 Euro steuerfrei für Rentner: Die Merz-Regierung will die Aktivrente 2026 einführen. (Symbolbild)

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Rentnerinnen und Rentner künftig 2000 Euro im Monat oder 24.000 Euro im Jahr steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Ziel des Vorhabens ist es, Rentnerinnen und Rentner durch einen steuerlichen Vorteil zu motivieren, im Rentenalter weiterzuarbeiten. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten rund 230.000 Beschäftigte davon profitieren. 

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann möchte mit der Aktivrente zudem dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken. Diese setze „wichtige Anreize, dass Menschen, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben, ihren Erfahrungsschatz, ihr Wissen und ihre Leistungsbereitschaft weiter einsetzen“, sagte Linnemann vor kurzem der Rheinischen Post. 

Kritik an Aktivrente: „Die Regelung kostet Milliarden, löst aber keins der vorhandenen Probleme“

Allerdings stößt die geplante Aktivrente auch auf Kritik – und zwar bei Arbeitgebern wie auch -nehmern. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, sagte demnach den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland: „Die Aktivrente soll längeres Arbeiten fördern, gleichzeitig belohnt die abschlagsfreie Frühverrentung aber den vorzeitigen Ausstieg. Die Politik drückt auf Gas und Bremse zugleich.“ Das sei in der Anreizwirkung wenig effektiv und teuer für Beitrags- und Steuerzahler.

Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und gleichzeitig Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, sagte: „Die Regelung kostet Milliarden, löst aber keins der vorhandenen Probleme.“ Dass Menschen nach dem Eintritt in die Rente nicht weiterarbeiteten, liege an ihrer Gesundheit, den Arbeitsbedingungen oder schlicht daran, dass der Arbeitgeber sie nicht mehr wolle.

„Statt pauschaler Steuervorteile für einige wenige helfen gezielte Maßnahmen allen: bessere Arbeitsbedingungen, damit Menschen gesund bis 65 arbeiten können, altersgerechte Arbeitsplätze und Wege für Frauen aus unfreiwilliger Teilzeit“, sagte Piel. Das wären laut Piel die richtigen Antworten auf den demografischen Wandel. (lma mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Benjamin Nolte/dpa-tmn

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