Gesetz auf dem Weg

Merz-Regierung legt Rentenniveau fest: Bas-Entwurf bedeutet höhere Belastungen

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Die Merz-Regierung möchte das Rentenniveau bis 2031 stabil bei 48 Prozent bewahren. Damit folgt sie einem Entwurf von Sozialministerin Bärbel Bas.

Berlin – Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich auf höhere Belastungen einstellen: Der Rentenbeitrag soll ab 2027 von derzeit 18,6 auf 18,8 Prozent steigen – etwas mehr als ursprünglich erwartet. Nach bisherigem Recht wäre 2027 ein Anstieg auf 18,7 Prozent vorgesehen gewesen. Diese Beitragssteigerung ist Teil des Rentenpakets 2025, das die Merz-Regierung jetzt beschlossen hat.

Die Merz-Regierung will das Rentenniveau bis 2031 stabil halten und folgt so einer von Sozialministerin Bärbel Bas vorgelegten Reform. (Archivbild)

Der von Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) entwickelte Gesetzentwurf will das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabilisieren. Zusätzlich sollen Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern künftig drei statt bisher zweieinhalb Jahre Erziehungszeit angerechnet bekommen. „Gerade in unsicheren Zeiten sendet das Rentenpaket 2025 eine klare Botschaft an alle Generationen: Die Rente bleibt stabil und gerecht“, erklärte Bas nach dem Beschluss der Merz-Regierung.

Bas-Reform wird hauptsächlich über Steuergelder finanziert

Die Reform soll vor allem über Steuergelder finanziert werden. Um das Rentenniveau bei 48 Prozent zu halten, werden beträchtliche Beträge aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkassen fließen. Das Ministerium beziffert die Kosten für 2029 auf etwa 3,6 Milliarden Euro, für 2030 auf rund 9,3 Milliarden und für 2031 auf etwa elf Milliarden Euro. Die verbesserte Mütterrente schlägt ab 2027 jährlich mit rund fünf Milliarden Euro zu Buche.

Was das für Rentnerinnen und Rentner bedeutet, verdeutlicht das Sozialministerium anhand eines Beispiels: „Durch die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent fällt eine Rente von beispielsweise 1.500 Euro zum 1. Juli 2031 um etwa 35 Euro pro Monat höher aus. Das ist ein Plus von 420 Euro im Jahr.“ Von der verbesserten Mütterrente profitieren nach Regierungsangaben rund zehn Millionen Menschen, überwiegend Frauen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Die nun verabschiedeten Regelungen sind allerdings nur der Auftakt zu einer größeren Rentenreform. Weitergehende Änderungen bleiben vorerst offen und sollen von einer Rentenkommission ab 2026 erarbeitet werden. Hier zeigen sich bereits Meinungsverschiedenheiten zwischen den Koalitionspartnern. Während die CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ins Gespräch brachte, lehnt Sozialministerin Bas diesen Vorschlag ab.

Bas fordert Renten-Reformen: „Nicht alle zahlen ein“

Eine allgemeine Rente mit 70 käme für viele Menschen, die nicht so lange arbeiten können, einer faktischen Rentenkürzung gleich, argumentierte sie im ZDF-Morgenmagazin. Die Regierung mache es stattdessen denjenigen leichter, die im Alter weiterarbeiten möchten. „Es ist ja nicht verboten, länger zu arbeiten“, betonte Bas. Gleichzeitig sprach die Ministerin wieder von einer Erwerbstätigenversicherung. „Unser Problem ist doch, dass nicht alle in dieses System einzahlen“, sagte sie mit Blick auf Selbstständige und Beamte.

Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg zeigte sich bei RTL/ntv für diesen Ansatz grundsätzlich offen: „Der Vorschlag von Frau Bas ist mindestens einer, den man diskutieren kann. Ob er wirklich zur Lösung beiträgt, ist eine andere Frage.“ Der CDU-Politiker bereitete die Bürger allerdings auf einschneidende Veränderungen vor: „Wir müssen schmerzhafte Reformen angehen“, sagte er in der Sendung „Frühstart“. Der demografische Wandel mit steigender Zahl von Rentenbeziehern und sinkender Zahl von Beitragszahlern wird bereits in den Statistiken sichtbar.

Laut Gesetzentwurf steigen die Rentenausgaben einschließlich der Krankenversicherung für Rentner von 394,4 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 476,3 Milliarden Euro im Jahr 2029. Zusätzlich zur Stabilisierung des Rentenniveaus und der besseren Mütterrente bringt der Gesetzentwurf weitere Änderungen mit sich: Ältere Menschen sollen künftig leichter bei ihren bisherigen Arbeitgebern weiterarbeiten können, wenn sie das Rentenalter erreicht haben. Außerdem werden die Reserven der Rentenkassen von 20 auf 30 Prozent einer Monatsausgabe erhöht, um größeren finanziellen Spielraum zu schaffen. (rd/dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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