„Sehr bitter“

Traditionsunternehmen in Bayern erneut insolvent: Über 300 Mitarbeiter betroffen – „Schwerer Schlag“

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Der Insolvenzverwalter sieht schwierige Zeiten auf das bayerische Traditionsunternehmen zu kommen. Auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist nach der erneuten Insolvenz in Sorge um die Region und die Mitarbeiter.
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Seit 1954 ist die Rohrwerk Maxhütte GmbH aus Bayern nicht mehr wegzudenken. Nun musste das Traditionsunternehmen allerdings wieder Insolvenz anmelden.

Suzbach-Rosenberg – Die Pleitewelle in Deutschland erreicht abermals Bayern. Denn nach dem Beben in der Baubranche, dass eine große deutsche Immobilien-Firma Insolvenz anmelden muss, ist nun ein Traditionsunternehmen im Freistaat erneut insolvent. Der Schock kam kurz vor Ostern. Und wieder sind die 320 Mitarbeiter des Rohrwerks Maxhütte GmbH gezwungen, sich um ihren Job Sorgen zu machen.

Zu den wichtigsten Geschäftsfeldern des Rohrherstellers gehört die Autoindustrie. Aber auch in der Industrie finden die Produkte der bayerischen Traditionsfirma Verwendung – unter anderem im Maschinenbau, im Bergbau sowie in Brücken und Gebäuden. Zudem kommen Kesselrohre des Rohrwerks Maxhütte weltweit im Kessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau zur Anwendung.

Traditionsunternehmen in Bayern ist insolvent: Rohrwerk Maxhütte stellt erneut Insolvenzantrag

In einer Pressemitteilung zu dem gestellten Insolvenzantrag des Traditionsunternehmens aus Bayern informierte die SRI Rechtsanwaltsgesellschaft über die Gründe der erneuten Insolvenz. In dem Schreiben heißt es, dass der Schritt wegen einer nicht zufriedenstellenden Auslastung sowie des drohenden Wegbruchs eines Hauptkunden bei Rohrwerk eingeleitet werden musste.

„Nach der gelungenen übertragenden Sanierung an die Mertex-Gruppe vor zwei Jahren hatte das Traditionsunternehmen zunächst mit Anlaufverlusten zu kämpfen“, so die Pressemitteilung. Jedoch sei es der Geschäftsführung gelungen, einen Großkunden zu gewinnen und so das Unternehmen zu stabilisieren. Das sieht mit der erneuten Insolvenz nun deutlich schwieriger aus. Rohrwerk könnte somit ein ähnliches Schicksal wie einem insolventen Giganten aus einer anderen Branche blühen.

Traditionsfirma Rohrwerk Maxhütte meldet erneut Insolvenz an: Insolvenzverwalter vor Herkulesaufgabe

„Dass nun erneut der Schritt in die Insolvenz unvermeidbar war, ist sowohl für die Region als auch für die Belegschaft sehr bitter“, erklärte der vom Amtsgericht Amberg bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Jochen Zaremba in der Mittelbayerischen Zeitung über die Auswirkungen der erneut angemeldeten Insolvenz der Traditionsfirma, die es damit ähnlich trifft wie eine große Modemarke.

Der Jurist gehört zu den erfahrensten Sanierungsexperten Bayerns, steht aber offenbar vor einer Herkulesaufgabe, die Rohrwerk Maxhütte GmbH wieder auf die Beine zu stellen. „Die Voraussetzungen für eine übertragende Sanierung sind dieses Mal deutlich schlechter“, äußerte sich Zaremba skeptisch über die Zukunft des Unternehmens und dessen Belegschaft. „Nachdem bei der letzten Insolvenz die Immobilie und die Fertigungsanlagen auf andere Gesellschaften übertragen wurden, die von der Insolvenz formal nicht betroffen sind, schrumpft die Attraktivität der Rohrwerk Maxhütte GmbH für potenzielle Investoren.“

Traditionsunternehmen in Bayern ist insolvent: Aiwanger sieht schweren „Schlag für die ganze Region“

Auch den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ließ die erneute Insolvenz des Unternehmens keineswegs kalt. „Die heutige Nachricht ist ein schwerer Schlag für die Beschäftigten und die ganze Region“, zeigte sich der Chef der Freien Wähler betroffen. „Die Beamten im Wirtschaftsministerium und ich sind seit mehreren Jahren quasi im Dauerkontakt mit dem Unternehmen, um eine tragfähige Zukunftslösung für das Rohrwerk Maxhütte zu finden. Leider dürfen wir aber nicht so einfach mit Steuergeldern helfen“, führte der Minister in einer Pressemeldung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie aus.

„Das Rohrwerk hat hervorragende Produkte, es besteht aber das Problem eines schwierigen Marktumfeldes. Meine Gedanken sind bei den hoch motivierten und qualifizierten Beschäftigten und ihren Familien, die mit einer unsicheren Zukunftsperspektive konfrontiert sind“, heißt es weiter in der Meldung. „Mir sind noch die Gespräche bei meinem Unternehmensbesuch mit Auszubildenden in bester Erinnerung, die an ihrem Betrieb und ihrem Beruf hängen. Ich hoffe, es gibt noch eine Lösung.“

Bayerische Traditionsfirma ist insolvent: Gründung von Rohrwerk Maxhütte im Jahr 1954

Die Gründung des Rohrwerk Maxhütte geht auf das Jahr 1954 zurück. Seit 2003 ist es ein eigenständiges Unternehmen. 2021 leitete das Unternehmen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ein. 2022 übernahm dann die britische Mertex-Gruppe das Rohrwerk, bevor sich 2023 wieder Probleme im Traditionsunternehmen einstellten.

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