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Das Modehaus Aachener hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Kette wollte mehrere Galeria-Standorte neu eröffnen, deren Zukunft nun fraglich ist.
Aachen – Im Zuge der Galeria Karstadt Kaufhof-Insolvenz sollten sechs ehemalige Filialen durch die Modekette Aachener übernommen werden. Doch daraus könnte womöglich nichts werden. Denn die Modekette ist jetzt selbst in finanzielle Schieflage geraten. „Wir haben Insolvenzantrag gestellt“, sagte am Freitag (24. November) eine Sprecherin der zuständigen Firma TEH Textilhandel GmbH der Deutsche Presse-Agentur. Das Dortmunder Amtsgericht hat bereits den Rechtsanwalt Christoph Schulte-Kaubrügger zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Diese Ex-Galeria-Filialen wurden von Aachener übernommen – Zukunft aller Standorte unklar
- Leverkusen
- Frankfurt (Zeil)
- Saarbrücken (Bahnhof)
- Cottbus
- Coburg
- Nürnberg-Langwasser
Aachener selbst hat derzeit sieben Geschäfte, zu denen aber noch sechs ehemalige Filialen von Galeria hinzukommen sollten. Diese wurden nach dem Auszug von Galeria Karstadt Kaufhof auch bereits angemietet, aber noch nicht eröffnet. Einzig am Standort in Frankfurt-Zeil hatte ein Sport-Outlet als Übergangslösung eröffnet.
Mit dem Insolvenzantrag ist nun fraglich, ob die einstigen Galeria-Häuser ihre Tore jemals wieder öffnen. Kommunalpolitiker, Einzelhändler und Anwohner fürchten, dass diese zu riesigen leerstehenden Häusern in den Stadtzentren werden. Darunter könnten Image und Anziehungskraft einer Innenstadt leiden. Im Leverkusener Kaufhaus-Gebäude hing am Freitag (24. November) noch ein Plakat am Fenster, das eine Neueröffnung im Herbst 2023 bewarb, dieser Plan könnte nun überholt sein. Laut Unternehmensangaben werde aber gegebenenfalls eine zeitnahe Eröffnung der ehemaligen Kaufhäuser geprüft. Ursprünglich war Aachener sogar an 25 Galeria-Geschäften interessiert.
Wo Aachener bereits eigene Filialen hat – und was aus ihnen wird
- Brühl
- Bad Kreuznach
- Flensburg
- Göppingen
- Koblenz (Haupthaus)
- Koblenz (Wäschehaus)
- Mayen
Der Geschäftsbetrieb in den Bestandsfilialen soll Firmenangaben zufolge jedoch so reibungslos wie möglich fortgeführt werden. Die Geschäftsführung wolle die Chance wahren, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der TEH Textilhandel wiederherstellen zu können. Der vorläufige Insolvenzverwalter zeigte sich zuversichtlich und sagte, er sehe Möglichkeiten der Sanierung. „Die Fortführung des operativen Geschäfts ist bis auf Weiteres gesichert“, sagt eine Sprechering der dpa. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben derzeit 355 Beschäftigte. (os mit dpa) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Hinweis: Dieser Text wurde am 24. November um 16:41 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Details zur Zukunft der Filialen ergänzt.
Rubriklistenbild: © Sascha Ditscher/imago

