VonRichard Stroblschließen
Der nächste deutsche Weltmarktführer ist insolvent. Diesmal geht ein Maschinenbauer aus Baden-Württemberg den Schritt.
Albstadt – Die nächste Insolvenz eines großen und alteingesessenen Betriebs in Deutschland: Die Mayer & Cie. GmbH meldet nach einem aktuellen Bericht der Wirtschaftswoche Insolvenz in Eigenverwaltung an. Das Maschinenbau-Unternehmen aus dem schwäbischen Albstadt ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich von Strickmaschinen.
Noch im Juli feierte Mayer & Cie dem Bericht nach sein 120-jähriges Firmenunternehmen. Seit mehr als einem Jahrhundert produziert der Familienbetrieb im Süden von Baden-Württemberg. Doch jetzt folgt der Schritt in die Insolvenz.
Deutscher Weltmarktführer im Maschinenbau geht in die Insolvenz
Bei dem Modell der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung meist im Amt. Allerdings bekommt das bisherige Management einen vom Gericht eingesetzten Sachverwalter an die Seite gestellt. Dieser soll die Interessen der Gläubiger wahren. Daneben sollen externe Restrukturierer helfen.
Beide Personalien sind dem Bericht nach bereits geklärt. Um die Sanierung des Unternehmens soll sich demnach Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger kümmern. Das Amtsgericht Stuttgart hat daneben den Juristen Ilkin Bananyarli von der Kanzlei Pluta als Sachverwalter eingesetzt.
Das Tagesgeschäft soll aktuell wie bisher weiterlaufen. Die knapp 350 Mitarbeiter erhalten Insolvenzgeld.
Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen Weltmarktführer im Bereich von Rundstrickmaschinen. Diese Maschinen werden besonders in der Textilindustrie angewendet, kommen aber auch in der Automobilindustrie zum Einsatz. Daneben produziert Mayer & Cie. Flechtmaschinen. Diese werden demnach in der Autoindustrie, Luftfahrt, beim Gütertransport und sogar in der Öl- und Gasindustrie gebraucht.
Dem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge exportiert Mayer & Cie. mehr als 90 Prozent seiner Maschinen ins Ausland. Besonders in China, Bangladesch, Indien und der Türkei seien die Geräte demnach gefragt.
Familienbetrieb in der Insolvenz: Chef nannte schon vor Monaten die Problemhintergründe
Einem Bericht der Schwäbischen nach ist die Auftragslage aber schon seit 2022 stark zurückgegangen. Ende 2023 hatte man bereits Kurzarbeit angemeldet. Auch anderswo hatte die Firma ihre Kosten bereits versucht zu senken. So verzichtete die Belegschaft demnach etwa auf Sonderzahlungen.
Als Gründe hatte Geschäftsführer Benjamin Mayer Ende 2024 neben geopolitischen Spannungen zwischen dem Westen und China, die hohe Inflation, die die Lebensunterhaltungskosten gesteigert hätte sowie billige Textil-Konkurrenten aus China genannt.
Doch all das hat offenbar nicht ausgereicht. Nun soll das Insolvenzverfahren das Unternehmen retten.
Mayer & Cie. muss sich damit in eine längere Reihe von deutschen Weltmarktführern einreihen, die in die Insolvenz gehen mussten. (Verwendete Quellen: WIrtschaftswoche, Schwäbische)
