Wichtige Einnahmen betroffen

Nächster Schlag für Putin: Sanktionen führen zu Milliarden-Verlusten

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Russlands Wirtschaft erfährt einen erneuten Rückschlag. Nach Zolldaten reduzierten sich die Einnahmen aus dem Ölgeschäft um Milliarden Dollar.

Moskau – Sanktionen, sinkende Ölpreise und Zölle schmälern Wladimir Putins Gewinne, die er für die Finanzierung des Ukraine-Kriegs braucht. Wie aus russischen Zolldaten hervorgeht, sind die Ölexporte im ersten Halbjahr 2025 auf 110,1 Milliarden Dollar gesunken. Das sind 20,3 Milliarden Dollar weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Sanktionen wirken: Russlands Wirtschaft leidet unter sinkenden Einnahmen beim Öl

Russlands Wirtschaft ist auf Einnahmen aus dem Handel mit Öl angewiesen, da diese die Kriegskasse aufstocken. In jüngster Zeit gibt es allerdings herbe Rückgänge. Zwar konnte Russland im Jahr 2024 Einnahmen aus Öl und Gas von 11,1 Billionen Rubel erzielen, wie economicsobservatory berichtet. Doch die Sanktionen zeigen spürbare Auswirkungen und schränken die Geschäfte stark ein.

So hat der von den G7 beschlossene Preisdeckel die russische Wirtschaft laut economicobersvatory seit 2022 mehr als 100 Milliarden Euro US-Dollar an Exporteinnahmen gekostet. Der Preisdeckel lag lange bei 60 Dollar pro Barrel, im Juli hat die EU angekündigt, ihn auf 47,6 Dollar zu senken. 

Russlands Wirtschaft leidet unter sinkenden Einnahmen beim Öl. (Archivbild)

Auch die sinkenden Ölpreise machen das Geschäft beim Ölverkauf nicht einfach für den Kremlchef.  Im Januar lag der Durchschnittspreis für russisches Ural-Exportöl bei 67,7 Dollar pro Barrel, im Juni bereits bei 59,8 Dollar. 

Trump könnte auch Russlands Wirtschaft beim Öl unter Druck setzen – Hoffnung auf China 

Der von Donald Trump losgetretene Handelskrieg könnte die Situation zusätzlich verschärfen. Bereits im April reagierte der Ölmarkt und die Preise fielen aus Sorge über die US-Zölle. Ende Juli 2025 fielen die Preise erneut vor Ablauf der Zollfrist zum 1. August, welche Trump letztlich aufschob. 

„Die negativen Auswirkungen der Zollbeschränkungen werden weiterhin Druck auf die Preise an den Rohstoffmärkten ausüben“, erwartet die russische Zentralbank in einem Kommentar zur mittelfristigen makroökonomischen Prognose im Juli 2025. Die Ölpreise könnten im Zeitraum 2025–2026 im Durchschnitt unter dem Niveau von 2024 und 2019–2021 liegen, so die Zentralbank. Grund sei, dass sich das Gleichgewicht von Nachfrage und Angebot auf dem Markt verschlechtert, bevor sich der Markt wieder einpendelt, so die Zentralbank.

Entscheidend für die Ölpreisentwicklung wird auch Trumps Entscheidung sein, ob er Sekundärsanktionen gegen Länder verhängen wird, die weiterhin russisches Öl kaufen. Gegen Indien hat Trump bereits Zusatzzölle verhängt, weil das Land den Import von Putins Öl nicht einstellte. Russlands Hoffnung bleibt nun China, ebenfalls ein wichtiger Öl-Abnehmer. China blieb bislang von Trumps Sekundärsanktionen verschont. 

Russlands Wirtschaft verzeichnet Milliarden-Rückgänge bei den Exporten

Die Bilanz bei den russischen Ölexporten bleibt zusammenfassend ernüchternd. Doch auch in anderen Bereichen gingen die Auslieferungen zurück. Laut den russischen Zolldaten gab es bei den Warenexporten im Zeitraum von Januar bis Juni 2025 insgesamt ein Minus – sie gingen von 208,8 Milliarden Dollar auf 195,5 Milliarden Dollar zurück, also 13,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahreszeitraum.  Die Lebensmittellieferungen ins Ausland gingen um drei Milliarden Dollar zurück.

Einen Anstieg der Exporte gab es in der chemischen Industrie um drei Milliarden Dollar und beim Maschinen- und Anlagenbau um 4,2 Milliarden Dollar. Um denselben Beitrag, also 4,2 Milliarden Dollar, stiegen auch die Metallexporte. Rohstoffe machen mehr als die Hälfte der russischen Exporte aus: Hier sind es 56,3 Prozent im ersten Halbjahr (vor einem Jahr: 62,9 Prozent).

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press

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