Streit zwischen Großmächten

Vermittler zwischen Trump und China? Bundesregierung hat im Handelsstreit brisante Pläne

  • schließen

Der Handelsstreit zwischen China und den USA trifft ein europäisches Unternehmen ins Mark. Die Bundesregierung will ihren Einfluss nutzen, um zwischen den Großmächten zu vermitteln.

Berlin – Angesichts der Lieferprobleme bei Halbleitern der niederländischen Firma Nexperia will die Bundesregierung versuchen, zwischen China, den Niederlanden und den USA zu vermitteln. Dies sei eins von drei Zielen, auf die sich Regierung und Wirtschaftsvertreter bei einem Gespräch am Mittwochabend geeinigt hätten, berichtete am Donnerstag (23. Oktober) das Handelsblatt.

Die Fahnen der USA und China im Wind: Die Bundesregierung möchte im Handelsstreit vermitteln.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, es sei mit den Unternehmen sowie den niederländischen und europäischen Partnern „in verschiedenen Formaten“ im Gespräch. „Wir setzen uns gegenüber China für die Interessen der deutschen Abnehmer der nun gesperrten Nexperia-Komponenten auf allen uns zur Verfügung stehenden Kanälen ein“, erklärte eine Sprecherin.

„Könnte große Auswirkungen haben“: Darum geht es im Streit um Nexperia

Weitere Details wollte das Ministerium nicht nennen; das Gespräch sei vertraulich. Das Handelsblatt berichtete aus Teilnehmerkreisen, festgehalten worden sei, dass die Industrie insgesamt die Substitution von Nexperia-Chips vorantreiben müsse. Gemeinsam würden Politik und Wirtschaft zudem daran arbeiten, welche Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen seien. Dabei dürfte es um den Aufbau einer unabhängigen Chipindustrie in Europa und um größere Sicherheitspuffer in den Lieferketten der Unternehmen gehen.

Die Bundesregierung hatte sich am Mittwoch „besorgt“ über mögliche Lieferschwierigkeiten geäußert. Chips seien aus modernen Produkten nicht wegzudenken, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. „Insofern könnte das große Auswirkungen haben.“ Wirtschaftsstaatssekretär Frank Wetzel sprach am Abend laut Handelsblatt mit Vertretern von Verbänden und Unternehmen. Die chinesische Regierung hat den Export bestimmter Bauteile von Nexperia-Chips zeitweise verboten. Hintergrund ist zum einen der Handelsstreit mit den USA: Der chinesische Eigner von Nexperia, Wingtech, steht auf einer US-Sanktionsliste. Zudem übernahm die niederländische Regierung Ende September die Kontrolle über Nexperia. (afp, lf)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Valerio Rosati

Kommentare