„Sturer Dummkopf“

Notenbank-Konflikt bietet Trump große Chance – Einfluss gegen Fed-Chef könnte wachsen

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Donald Trump kann einen Rücktritt im wichtigen Gremium der US-Notenbank als Chance nutzen. Im Zins-Konflikt könnte er Fed-Chef Powell ausmanövrieren.

Washington, D.C. – Donald Trump bekommt die Gelegenheit, seinen Einfluss auf die US-Notenbank Fed auszuweiten und künftige Zinsentscheidungen zu beeinflussen. Grund ist der Rücktritt von Adriana Kugler, die im Gouverneursrat vertreten war. Nun hat der US-Präsident die Gelegenheit, die Stelle neu zu besetzen.

US-Notenbankerin trifft zurück: Trump kann im Streit mit Powell Einfluss gewinnen

Die US-Notenbank gab am Freitag, 1. August, bekannt, dass Kugler ihr Amt zum 8. August niederlegen werde. Ihre reguläre Amtszeit hätte bis zum 31. Januar 2026 gedauert. Die im September 2023 ernannte Gouverneurin kehrt laut Mitteilung als Professorin an die Georgetown University zurück. In ihrem Rücktrittsschreiben an Trump betonte Kugler, dass sie ihre Rolle „mit Integrität, einem starken Engagement für den Dienst an der Öffentlichkeit und einem datengestützten Ansatz“ ausgeübt habe.

Donald Trump will den Rücktritt bei der Notenbank-Spitze nutzen, um seinen Einfluss auf die Zinsentscheidungen zu stärken.

Trump kann nun einen Kandidaten für die verbleibende Amtszeit ernennen. In den kommenden Tagen will der Präsident eine Person verkünden. Nach der Nominierung muss der Senat die Entscheidung jedoch bestätigen. Dort haben Trumps Republikaner die Mehrheit.

Trump beleidigt Notenbank-Chef Powell als „sturen Dummkopf“

Es wird gemunkelt, dass er die Position mit einem möglichen zukünftigen Vorsitzenden der Fed besetzen könnte, um die Nachfolge von Jerome Powell vorzubereiten. Trump kritisierte die Zentralbank und ihren Vorsitzenden wiederholt scharf wegen der seiner Meinung nach zu hohen Zinssätze. Powells Amtszeit endet im Mai.

Trump nutzte Kuglers Rücktritt, um im Streit mit Notenbank-Chef Jerome Powell nachzulegen. „Er sollte ebenfalls zurücktreten“, erklärte der Republikaner. Auf der Plattform Truth Social beleidigte Trump den Notenbank-Chef als „sturen Dummkopf“. Dazu erklärte Trump: „Wenn er sich weiterhin weigert, sollte der Vorstand die Kontrolle übernehmen und das tun, was jeder weiß, dass es getan werden muss.“

Neubesetzung im Fed-Gouverneursrat könnte Zinsentscheid zu Trumps Gunsten beeinflussen

Grund für die erneute Eskalation Trumps war der Zinsentscheid der Notenbank, die den Leitzins unverändert in der Spanne von 4,25 und 4,50 Prozent hielt. Bei der Entscheidung gab es zwei Gegenstimmen. Christopher Weller und Michelle Bowman stimmten für eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte.

Mit der Neubesetzung könnte Trump die Mehrheitsverhältnisse bei der Fed weiter verschieben. Der Präsident fordert massive Senkungen. Ziel ist etwa eine günstigere Verschuldung des Staates.

Rubriklistenbild: © Julia Demaree Nikhinson/dpa

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