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Angebote zum Online-Shopping sind vor dem Black Friday verlockend – doch auch Betrüger sind auf der Lauer. Eine bestimmte PayPal-Funktion wird dabei oft zum Ziel.
Luxemburg - Die Woche vor dem Black Friday sorgt mit attraktiven Angeboten für intensives Online-Shopping vieler Verbraucher. Mit dem Zahlungsdienst PayPal lässt sich ein Produkt schnell erwerben. Doch gerade die sogenannte Black Week zieht nicht nur Shoppingfreunde an, sondern auch Betrüger. Besonders eine Betrugsmasche breitet sich unter PayPal aus – wirklich schützen können sich Verbraucher dabei kaum.
Betrüger nutzen Gastkonten von Paypal, um Produkte zu erwerben
Durch Gastkonten bietet PayPal die Möglichkeit, den Onlineanbieter zu nutzen, ohne ein Konto zu eröffnen. So ist es möglich eine Zahlung zu tätigen ohne sich anzumelden, die dann durch ein Lastschriftverfahren vom Konto abgebucht wird. Was zunächst wie eine Erleichterung für Verbraucher klingt, kann sich schnell als Ärgernis entpuppen. So berichtet ein Betrugsopfer in der Wirtschaftswoche, wie ihm 70 Euro abgebucht wurden, für ein Produkt, dass er gar nicht bestellt hatte.
Der Arzt aus Niedersachsen erzählt, dass er eine E-Mail erhalten hat, in der ihm das Geld für eine Bestellung von Papiertüten abgezogen wurde – via PayPal. Zunächst vermutete er eine Phishing-Mail, doch auf Anfrage wurde ihm mitgeteilt, dass das Produkt tatsächlich über ein Gastkonto gekauft worden war. Obwohl die Bestellung auf seinen Anruf hin storniert wurde, wurde dem Arzt das Geld abgebucht. „Wenn ich PayPal nutze, muss ich Zahlungen mit etwas Aufwand freigeben. Bei den Gastkonten reicht offenbar die Kenntnis nur weniger Daten aus, um auf meine Kosten etwas zu bestellen“, sagt er im Bericht. Sein Konto hat er danach geschlossen.
Verbraucher vor Betrug nicht geschützt – das empfiehlt die Verbraucherzentrale
Der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) sieht in den Betrügereien mit den PayPal-Gastkonten einen Trend. „Da Zahlungsdienste die Identität des Zahlers nicht zuverlässig prüfen, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor diesem Betrug nicht schützen“, erklärt Heiko Fürst des vzbv in der Wirtschaftswoche. Indem Pakete dann an Packstationen gesendet werden oder die Lieferadresse umgeleitet wird, wäre es sehr leicht für Betrüger an die Produkte zu gelangen.
Die Richtlinien von PayPal besagen, dass ein Gastkonto bis zu dreimal benutzt werden kann, ohne dass ein Konto eröffnet werden muss, oder bis zu einem Betrag von 1500 Euro. Bei Gastzahlungen findet laut Informationen auf der Website eine Überprüfung der Daten statt, doch aus Sicht des Händlers wirkt der Einkauf oft rechtens. Oft bemerken die Opfer den Betrug erst dann, wenn sie Schreiben von Inkassobüros erhalten. Den Verbrauchern empfiehlt Fürst daher, der Zahlungsforderung zu widersprechen.
Verbraucherzentrale meldet weitere Betrugsversuche durch Pishing-Mails
Die Verbraucherzentrale warnte bereits Ende September vor Betrugsmaschen, bei denen Phishing-Mails an Kunden verschickt wurden, die angeblich von PayPal stammten. In diesen Mails wurde den Kunden mitgeteilt, dass ihr Konto vorübergehend gesperrt sei und eine Anmeldung von einem ungewöhnlichen Ort stattgefunden habe. Hier empfiehlt die Verbraucherzentrale immer erstmal den Absender zu überprüfen.
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