Kein Geiz beim Sportwagenbauer

Trotz wirtschaftlicher Krise: Porsche stockt Weihnachtsgeld auch 2024 deutlich auf

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Auch Porsche hat mit den wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen; stockt das Weihnachtsgeld aber auch 2024 erneut deutlich auf. So viel gibt es beim Stuttgarter Sportwagenbauer.

Stuttgart - Im vergangenen Jahr konnte Porsche erneut den Krisen trotzen und ließ die Belegschaft am Erfolg teilhaben. Porsche zahlte den Mitarbeitern eine noch höhere Prämie als im Jahr zuvor. Seitdem hat sich die Wirtschaftslage und speziell die der Autoindustrie aber deutlich verschlechtert. Während der Mutterkonzern Volkswagen in einer handfesten Krise steckt und massive Sparmaßnahmen ankündigte, ist die Sportwagentochter aus Stuttgart nach eigenen Angaben weiter auf Kurs. Dennoch musste auch Porsche in den ersten neun Monaten des Jahres einen deutlichen Umsatzeinbruch verkraften.

Ende des Jahres steht in der Metall- und Elektroindustrie traditionell eine tarifliche Sonderzahlung an, die allgemein Weihnachtsgeld genannt wird. Die Vorgabe beläuft sich auf 25 bis 55 Prozent eines Bruttomonatsgehalts, Porsche hat die Summe in den vergangenen Jahren aber stets auf bis zu 100 Prozent aufgestockt. Angesichts der aktuellen Lage ist jedoch die Frage, ob die VW-Tochter auch in diesem Jahr dazu fähig ist. IPPEN.MEDIA hat nachgefragt.

Porsche stockt Weihnachtsgeld 2024 erneut auf bis zu 100 Prozent auf - so viel gibt es wohl nirgendwo

Die Gehälter bei Porsche können sich mehr als sehen lassen und für immense Bonuszahlungen ist das Unternehmen ebenfalls bekannt. Dabei ist eben auch das Weihnachtsgeld nicht ausgeschlossen; der Sportwagenbauer zahlte vielen Mitarbeitern, wie bereits erwähnt, in den vergangenen Jahren ein vollständiges 13. Monatsgehalt aus. Das ist auch in diesem Jahr der Fall, wie eine Porsche-Sprecherin auf Anfrage von IPPEN.MEDIA erklärt: „Die Porsche AG zahlt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im November 2024 ein Weihnachtsgeld in Höhe von bis zu 100 Prozent eines Monatsentgelts.“ Die Sonderzahlung wird nach Konzernangaben an 23.300 Mitarbeiter ausgezahlt.

Trotz der herausfordernden Wirtschaftslage stockt Porsche das Weihnachtsgeld auch 2024 erneut auf bis zu 100 Prozent auf.

Da die tarifliche Sonderzahlung auf den jeweiligen Bruttomonatsgehältern basiert, fallen die Summen je nach Position unterschiedlich hoch aus. Nachfolgend finden Sie Beispielrechnungen, wie hoch das Weihnachtsgeld bei Porsche im Jahr 2024 je nach Position ausfallen könnte:

Position Weihnachtsgeld bei 100 Prozent Weihnachtsgeld bei tariflichen 55 Prozent
Ingenieur7.092 Euro/Brutto 3.900,60 Euro/Brutto
Einkäufer 7.700 Euro/Brutto 4.125 Euro/Brutto
Logistiker 4.400 Euro/Brutto 2.420 Euro/Brutto
Kfz-Mechatroniker 3.733 Euro/Brutto 2.053,15 Euro/Brutto
Industriemechaniker 4.803 Euro/Brutto 2.641,65 Euro/Brutto

(Quelle: kununu/Beträge stellenweise gerundet)

Porsche hält trotz herausfordernder Wirtschaftslage an Jahresendprognose fest

Im vergangenen Jahr hatte Porsche auf Anfrage erklärt, dass die Aufstockung von 55 auf bis zu 100 Prozent auf dem guten Geschäftsverlauf des Autobauers beruhen würde. Wie schon erwähnt, hatte das Unternehmen vor wenigen Wochen eingeräumt, dass das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld zusammen mit der umfassenden Erneuerung des Produktportfolios auf die Zahlen des dritten Quartals 2024 drücken würde. Konkret sank der Umsatz in den ersten neun Monaten um mehr als ein Viertel; der Autobauer hält aber dennoch an der Prognose für das Gesamtjahr fest.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
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Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

In der Automobilindustrie fallen die Sonderzahlungen – neben dem Weihnachtsgeld beispielsweise auch die Umsatzbeteiligung – traditionell sehr hoch aus. Auch der kriselnde Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat auf Anfrage erklärt, wie hoch das Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter im Jahr 2024 ausfallen wird.

Rubriklistenbild: © Porsche AG

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