Werk steht wochenlang still

Produktionsstopp bei Stellantis-Werk: Geringe E-Auto-Nachfrage trifft Opel-Mutterkonzern

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Die europäische Automobilindustrie leidet unter der geringen Nachfrage nach Elektroautos. Ein komplettes Werk in Italien muss nun sogar seine Tätigkeit länger einstellen als ursprünglich geplant.

Rom - Wegen der mauen Nachfrage nach seinen E-Autos wird die Opel-Mutter Stellantis Gewerkschaftsangaben zufolge den Produktionsstopp im Turiner Werk Mirafiori verlängern. Die Fließbänder würden nun bis zum 20. Januar stillstehen, sagte Gianni Mannori von der Gewerkschaft FIOM am Donnerstag (12. Januar) und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung MF. Vom Stellantis war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Bänder stehen mehrfach still: Stellantis hadert mit Märkten auf der ganzen Welt

Stellantis hatte Ende des vergangenen Monats angekündigt, dass die Produktion im gesamten Dezember bis zum 5. Januar unterbrochen werde wegen der „anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der Verkäufe“ von E-Autos in Europa und Luxusautos in China und den USA. Im Werk Mirafiori standen wegen der geringen Nachfrage nach dem elektrischen Stadtauto Fiat 500 und den beiden dort produzierten Maserati-Sportmodellen in diesem Jahr bereits mehrmals die Bänder still. 

Krise bei Stellantis: Chef musste Anfang Dezember gehen

Nach dem überraschenden Rücktritt von Stellantis-Chef Carlos Tavares will sich die italienische Regierung für die Arbeitsplätze und Lieferketten des heimischen Autobauers einsetzen. Dazu sei für den 17. Dezember ein Treffen mit der kriselnden Opel-Mutter geplant, sagte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einem Fernsehinterview. „Ich mische mich natürlich nicht in die Entscheidungen eines großen multinationalen Konzerns ein“, erklärte sie. Doch ihre Regierung wolle ihr Bestes geben, um die Beschäftigungsniveaus und die Lieferkette der Automobilindustrie zu halten.

Zuvor hatte der einst gefeierte Tavares mit sofortiger Wirkung vorzeitig seinen Hut genommen. Zur Begründung verwies das Unternehmen am Sonntagabend auf Meinungsverschiedenheiten von Tavares mit Vorstand und Hauptaktionären des Konzerns, ohne Details zu nennen.(lf, reuters)

Rubriklistenbild: © Martin Schutt / dpa

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