Sanktionen zehren an Russland

Putin trifft Trump – Russlands Wirtschaft mit dem Rücken zur Wand

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Heute ist der Tag – Putin und Trump begegnen sich in Alaska. Es geht um viel und auch um Russlands Wirtschaft - denn die hat merklich unter dem Krieg in der Ukraine gelitten.

Washington – Russlands Wirtschaft geht es nicht gut. Putin kommt mit einer stark geschwächten russischen Binnenwirtschaft nach Alaska, was der Trump-Regierung während des Gipfels erheblichen Einfluss verschaffen könnte. Wie Bloomberg berichtete, haben die westlichen Sanktionen und die Kriegswirtschaft Russlands der russischen Wirtschaft ernsthaft geschadet. Putins Versuche, die Wirtschaft zu stabilisieren, fruchten nicht, da die russischen Öleinnahmen weiter sinken.

Fallende Ölpreise in Verbindung mit harten westlichen Sanktionen und sinkenden Energieeinnahmen haben den ohnehin schon angespannten Bundeshaushalt Russlands stark belastet, der laut Bloomberg nun das höchste Haushaltsdefizit seit 30 Jahren aufweist. Wie Bloomberg aus Beamtenkreisen erfahren haben will, soll Putin wiederholt eine Lockerung der Sanktionen gefordert haben und will dies in dem bevorstehenden Alaska-Treffen in einem Abkommen verhandeln, um eine wirtschaftliche Entlastung durch den Westen zu erreichen.

Wladimir Putin gerät durch die wirtschaftliche Lage in Russland unter Druck.

Putins Banken sind in Not

Putin unterzeichnete im Februar 2022 ein Gesetz, das russische Kreditgeber dazu zwingt, bevorzugte Kredite für kriegsbezogene Verträge zu einem von der Regierung festgelegten Zinssatz unterhalb des Marktzinses zu vergeben. Der Kreml hat dieses Gesetz entworfen, um den russischen Rüstungskomplex mit Geld zu versorgen, wodurch russische Banken der Regierung und ihren Kriegszielen untergeordnet wurden.

Das Institute for the study of war (ISW) berichtete zuvor, dass russische Banker zunehmend besorgt sind über die steigende Zahl notleidender Kredite und eine staatlich finanzierte Rettungsaktion anstreben. Das steht Putins langjähriger Behauptung entgegen, dass weder der Krieg in der Ukraine noch die westlichen Sanktionen der russischen Wirtschaft schaden würden. Die finanzielle Belastung der russischen Wirtschaft gefährdet die Fähigkeit des Kremls, seine Kriegsanstrengungen langfristig aufrechtzuerhalten, zehrt die Reserven auf und offenbart die zugrunde liegende wirtschaftliche Fragilität, so ISW.

Trump forciert Sanktionen gegen Russland

Trump drohte zuvor mit sekundären Sanktionen und Zöllen gegen Länder, die weiterhin russisches Öl importieren, was nach Einschätzung des ISW die russische Wirtschaft weiter beeinträchtigen dürfte. Es schmälert die Einnahmen, die für die Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine durch den Kreml unerlässlich sind. Deshalb ist zu erwarten, dass Putin in Alaska Bedingungen stellen wird, die Russland wirtschaftliche Entlastungen bringen werden. Die Trump-Regierung hat hingegen angedeutet, dass sie die wirtschaftliche Schwäche Russlands nutzen könnte, um Putin zu Zugeständnissen zu drängen.

Rubriklistenbild: © Mihail Metzel/dpa

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