Steigende Kosten

Spritpreise in Deutschland: Warum Benzin und speziell Diesel wieder teurer sind

  • schließen

Die Preise für Sprit sind in Deutschland wieder angezogen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Experten erläutern die Lage - und die Besonderheit bei Diesel.

München - Viele Autofahrer, die Anfang September in Deutschland eine Tankstelle ansteuern, beschleicht ein unangenehmes Gefühl. Denn zuletzt sind die Spritpreise wieder deutlich angezogen. Diese Entwicklung vollzieht sich bereits seit August, was die jüngste ADAC-Auswertung verdeutlicht: Im vergangenen Monat hatte Super E10 einen neuen Jahreshöchststand erreicht, Benzin kostete demnach durchschnittlich 1,860 Euro pro Liter. Gegenüber Juli bedeutete dies eine Steigerung von knapp sechs Cent (1,805 Euro).

Noch stärker fiel der Preissprung bei Diesel aus, wo für einen Liter bundesweit im Schnitt 1,766 Euro veranschlagt wurde, während im Vormonat lediglich 1,641 Euro fällig wurden. Das bedeutet eine beträchtliche Erhöhung von 12,5 Prozent.

Spritpreise in Deutschland: Reiseverkehr und Öl-Embargo schlagen durch

Woran liegt die Preisentwicklung? Der Verkehrsclub lässt keinen Zweifel daran, dass der Sommerreiseverkehr im Urlaubsmonat August bei der Preispolitik ein wesentlicher Treiber ist. Ölriesen wie Shell, BP (Aral) oder Eni (Agip) drehen demnach an der Preisschraube, um die Gewinne weiter anzuheizen. Damit hat jedoch zwangsläufig auch die größere Nachfrage an Treibstoff aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens zu tun, das sich im Hinblick auf Rückreiseverkehr noch bis in den September ziehen dürfte. Ein weiterer Faktor: Der Ölpreis (Brent) ist im August zum Monatsende wieder angestiegen.

Ein wesentlicher Aspekt der höheren Spritpreise ist laut Handelsblatt zudem das Erdöl-Embargo der EU-Staaten gegen Russland: Noch im Dezember 2022 importierte die EU demnach 700.000 Barrel Diesel pro Tag, mittlerweile wird das „schwarze Gold“ jedoch aus Asien, arabischen Ländern oder auch den USA importiert. Längere Transportwege auf Frachtschiffen statt Pipelines in Verbindung mit höheren Kosten wirken sich wiederum auf die Treibstoffkosten für Endverbraucher aus.

Dazu kommt offenbar noch ein weiterer Punkt, führt Alexander von Gersdorff, Pressesprecher des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie en2x, in dem Bericht aus: „Das Problem ist, dass die Dieselausfuhren, die als Ersatz für russischen Diesel geliefert wurden, seit Juli dieses Jahres stark zurückgegangen sind. Das liegt daran, dass andere Käufer im Mittelmeerraum und Asien höhere Summen zahlen.“

Sprit kostet Geld - in Deutschland sind die Kosten für Benzin und Diesel zuletzt wieder gestiegen.

Dieselpreis und Benzin: Preisunterschied unverhältnismäßig gesunken

Besonders im Hinblick auf Diesel ist in den vergangenen Monaten eine enorme Teuerung zu spüren: Der Preisunterschied zwischen E10 und Diesel ist innerhalb weniger Monate von über 20 Cent auf aktuell teilweise nur acht bis zehn Cent gesunken. Dabei wird Dieselkraftstoff pro Liter über 18 Cent niedriger besteuert im Vergleich zu Superbenzin. Nichtsdestotrotz sieht der ADAC einen hohen Spielraum für Preissenkungen, welche die Ölkonzerne aktuell jedoch nicht an die Autofahrer und Autofahrerinnen weiterreichen würden.

Ein Beleg dafür: Bei einem ähnlichen Ölpreis sowie Wechselkurs kostete Super E10 vor wenigen Monaten etwa 15 Cent weniger als derzeit. Daher drängt der ADAC darauf, „die laufende Untersuchung des Bundeskartellamts zur Raffinerie- und Großhandelsebene für Kraftstoffe rasch abzuschließen“. Hier gibt es seit Veröffentlichung des letzten Zwischenberichts im November 2022 noch keine neuen Erkenntnisse, erläutert uns ein Sprecher auf Nachfrage.

Warum Verbrenner neben E-Autos existieren müssen

Infrastruktur: E-Autos benötigen eine entsprechende Infrastruktur, um aufgeladen zu werden. Derzeit gibt es noch nicht genügend öffentliche Ladestationen, um den Bedarf zu decken. Für lange Strecken oder abgelegene Orte sind Verbrenner daher immer noch die praktikablere Option.
Infrastruktur: E-Autos benötigen eine entsprechende Infrastruktur, um aufgeladen zu werden. Derzeit gibt es noch nicht genügend öffentliche Ladestationen, um den Bedarf zu decken. Für lange Strecken oder abgelegene Orte sind Verbrenner daher immer noch die praktikablere Option. © IMAGO/Robert Poorten
Kosten: E-Autos sind in der Regel teurer als Verbrenner und nicht jeder kann sich diese höheren Kosten leisten. Zudem sind E-Autos nicht in allen Größen und Varianten erhältlich, so dass es für manche Anforderungen noch keine entsprechenden E-Autos gibt.
Kosten: E-Autos sind in der Regel teurer als Verbrenner und nicht jeder kann sich diese höheren Kosten leisten. Zudem sind E-Autos nicht in allen Größen und Varianten erhältlich, so dass es für manche Anforderungen noch keine entsprechenden E-Autos gibt. © IMAGO
Reichweite: E-Autos haben im Vergleich zu Verbrennern immer noch eine begrenzte Reichweite, die oft nicht ausreicht, um lange Strecken zurückzulegen. Auch wenn die Reichweite von E-Autos in den letzten Jahren gestiegen ist, können Verbrenner immer noch eine größere Reichweite bieten.
Reichweite: E-Autos haben im Vergleich zu Verbrennern immer noch eine begrenzte Reichweite, die oft nicht ausreicht, um lange Strecken zurückzulegen. Auch wenn die Reichweite von E-Autos in den letzten Jahren gestiegen ist, können Verbrenner immer noch eine größere Reichweite bieten. © IMAGO/Ralf Homburg
Umwelt: Obwohl E-Autos eine sauberere und umweltfreundlichere Alternative zu Verbrennern sind, müssen auch ihre Produktionsprozesse und ihre Stromversorgung berücksichtigt werden. Bis zur vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien werden Verbrenner noch benötigt, um den Energiebedarf zu decken.
Umwelt: Obwohl E-Autos eine sauberere und umweltfreundlichere Alternative zu Verbrennern sind, müssen auch ihre Produktionsprozesse und ihre Stromversorgung berücksichtigt werden. Bis zur vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien werden Verbrenner noch benötigt, um den Energiebedarf zu decken. © IMAGO/Florian Gaertner
Bedienkomfort: Für viele Menschen ist das Fahren eines Verbrenners noch immer vertrauter und einfacher als das Fahren eines E-Autos. Auch wenn sich dies mit der Zeit ändern wird, kann es eine Weile dauern, bis sich die breite Bevölkerung an das Fahren von E-Autos gewöhnt hat.
Bedienkomfort: Für viele Menschen ist das Fahren eines Verbrenners noch immer vertrauter und einfacher als das Fahren eines E-Autos. Auch wenn sich dies mit der Zeit ändern wird, kann es eine Weile dauern, bis sich die breite Bevölkerung an das Fahren von E-Autos gewöhnt hat. © IMAGO/David Munoz
Ladezeit: Das Aufladen eines E-Autos dauert länger als das Betanken eines Verbrenners. Dies kann zu Verzögerungen und Wartezeiten führen, die bei Verbrennern nicht auftreten. Für Menschen, die viel unterwegs sind und nicht auf eine schnelle Mobilität verzichten können, sind Verbrenner daher oft die praktikablere Option.
Ladezeit: Das Aufladen eines E-Autos dauert länger als das Betanken eines Verbrenners. Dies kann zu Verzögerungen und Wartezeiten führen, die bei Verbrennern nicht auftreten. Für Menschen, die viel unterwegs sind und nicht auf eine schnelle Mobilität verzichten können, sind Verbrenner daher oft die praktikablere Option. © IMAGO/Michael Gstettenbauer
Verfügbarkeit von Ladestationen: Auch wenn die Anzahl der öffentlichen Ladestationen zunimmt, sind E-Auto-Fahrer immer noch auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Ladestationen angewiesen. In ländlichen Gebieten oder auf Fernstraßen kann es jedoch immer noch an Ladestationen mangeln, was Verbrenner zu einer zuverlässigeren Wahl macht.
Verfügbarkeit von Ladestationen: Auch wenn die Anzahl der öffentlichen Ladestationen zunimmt, sind E-Auto-Fahrer immer noch auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Ladestationen angewiesen. In ländlichen Gebieten oder auf Fernstraßen kann es jedoch immer noch an Ladestationen mangeln, was Verbrenner zu einer zuverlässigeren Wahl macht. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
Wartung: E-Autos haben in der Regel weniger bewegliche Teile als Verbrenner, was sie insgesamt wartungsärmer macht. Dennoch können Reparaturen oder Wartungsarbeiten an einem E-Auto teurer und zeitaufwendiger sein als an einem Verbrenner. Für Menschen, die keine Zeit oder das nötige Geld haben, können Verbrenner daher immer noch die bessere Wahl sein.
Wartung: E-Autos haben in der Regel weniger bewegliche Teile als Verbrenner, was sie insgesamt wartungsärmer macht. Dennoch können Reparaturen oder Wartungsarbeiten an einem E-Auto teurer und zeitaufwendiger sein als an einem Verbrenner. Für Menschen, die keine Zeit oder das nötige Geld haben, können Verbrenner daher immer noch die bessere Wahl sein. © IMAGO/Bernd Feil
Reichweite bei schlechtem Wetter: Die Reichweite von E-Autos kann bei extremen Temperaturen oder schlechtem Wetter beeinträchtigt werden. Dies kann zu Problemen führen, insbesondere wenn das E-Auto für lange Strecken eingesetzt werden soll. Verbrenner haben hier einen Vorteil, da sie nicht von solchen Faktoren beeinflusst werden.
Reichweite bei schlechtem Wetter: Die Reichweite von E-Autos kann bei extremen Temperaturen oder schlechtem Wetter beeinträchtigt werden. Dies kann zu Problemen führen, insbesondere wenn das E-Auto für lange Strecken eingesetzt werden soll. Verbrenner haben hier einen Vorteil, da sie nicht von solchen Faktoren beeinflusst werden. © IMAGO/Ray van Zeschau
Flexibilität bei der Energieversorgung: Verbrenner können mit einer Vielzahl von Brennstoffen betrieben werden, darunter Benzin, Diesel, Ethanol oder Wasserstoff. E-Autos sind hingegen auf eine Stromversorgung angewiesen und müssen daher an eine Stromquelle angeschlossen werden. In einigen Gebieten kann die Stromversorgung jedoch instabil sein oder es kann zu Stromausfällen kommen. Verbrenner bieten hier mehr Flexibilität in Bezug auf die Energieversorgung.
Flexibilität bei der Energieversorgung: Verbrenner können mit einer Vielzahl von Brennstoffen betrieben werden, darunter Benzin, Diesel, Ethanol oder Wasserstoff. E-Autos sind hingegen auf eine Stromversorgung angewiesen und müssen daher an eine Stromquelle angeschlossen werden. In einigen Gebieten kann die Stromversorgung jedoch instabil sein oder es kann zu Stromausfällen kommen. Verbrenner bieten hier mehr Flexibilität in Bezug auf die Energieversorgung. © IMAGO/Arnulf Hettrich

Wie entwickeln sich die Spritpreise in der näheren Zukunft? Allem Anschein nach zunächst nicht in eine verbraucherfreundliche Richtung: „Marktanalysten gehen in nächster Zeit unter anderem aufgrund der angekündigten Förderpolitik der Opec eher nicht von sinkenden Rohölpreisen aus“, führt von Gersdorff im Handelsblatt aus. Ein wirksames Mittel zur Vermeidung von erhöhten Spritkosten ist übrigens die Nutzung von entsprechenden Apps. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Robert Byron

Kommentare