VonMomir Takacschließen
Innerhalb eines Jahres ist in Deutschland die Zahl der armen Rentner erheblich gestiegen. Etwa zehn Prozent mehr benötigen Grundsicherung.
Berlin - In Deutschland leben immer mehr Menschen, deren Rente nicht zum Leben ausreicht, und die auf Grundsicherung angewiesen sind. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamts, welche die Linksfraktion im Bundestag anfragte, und die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen.
Demnach bezogen im Juni 2023 bundesweit 691.820 Menschen im Rentenalter neben ihrer Altersrente Grundsicherung. Das sind etwa zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Im Juni 2022 wies die Statistik 628.570 bedürftige Rentner aus. Damit setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort. Die Not ein wenig lindern könnte ein Extra-Geld, von dem viele Rentner gar nichts wissen.
Indiz für wachsende Altersarmut: Deutlich mehr Rentner brauchen Grundsicherung
Etwas relativierend wirkt die Tatsache, dass die Zahl der Rentner in Deutschland stetig ansteigt und seit dem vergangenen Jahr auch Flüchtlinge aus der Ukraine einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter besitzen.
„Die Altersarmut in unserem Land jagt von Rekord zu Rekord. Die aktuelle Bundesregierung tut gegen Altersarmut weniger als die Vorgängerregierung“, sagte der Fraktionschef der Partei Die Linke im Bundestag, Dietmar Bartsch, dem RND. Der 65-Jährige forderte ein „Rentenniveau, das den Lebensstandard sichert“ sowie eine „armutsfeste Mindestrente von 1200 Euro“.
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Anstieg der auf Grundsicherung angewiesenen Rentner in Ostdeutschland am stärksten
Auffällig bei den Zahlen des Statistischen Bundesamts ist, dass in den neuen Bundesländern im Osten der Anstieg am höchsten ist. Während in Brandenburg 14 Prozent mehr arme Rentner auf Grundsicherung angewiesen sind, sind es in Sachsen 22,8 Prozent und in Thüringen 21,2 Prozent. Dazwischen liegen Sachsen-Anhalt mit 17,1 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit 17,3 Prozent.
In den westlichen Bundesländern war der Anstieg der von Altersarmut betroffenen Rentner weniger hoch. Während etwa Hamburg, Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein unter dem bundesweiten Durchschnitt von zehn Prozent lagen, stieg die Zahl im Saarland, in Niedersachsen, Bayern und Hessen überdurchschnittlich. In einer anderen Anfrage erfuhr die Linksfraktion, dass in Deutschland immer mehr Rentner arbeiten. (mt)
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