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Rente, Kfz, Hausrat, Rechtsschutz: So vermeiden Sie Ärger mit diesen Versicherungen

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Finanztip hilft: Vermeiden Sie Ärger mit diesen 4 Ver­si­che­rungen.
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  • Kathrin Gotthold
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Mit bestimmten Versicherungen (z. B. Kfz und Rechtsschutz) gibt es laut einer aktuellen Statistik besonders oft Ärger. Häufig können Sie Streit mit Ihrem Versicherer aber einfach vermeiden. Wir sagen Ihnen wie.

Bei Streit mit Ihrer Versicherung gibt es einen Weg, den Sie kennen sollten: den über die Versicherungsombudsfrau. Das ist eine außergerichtliche Schlichtungsstelle, die Beschwerden von Kundinnen und Kunden über ihre Versicherung objektiv und unabhängig prüft – und bei einem Streit bis zu 10.000 Euro sogar den Versicherer verknacken kann, zu zahlen.

Jetzt hat diese Schlichtungsstelle aktuelle Zahlen genannt, mit welchen Versicherungen es besonders oft Streit gibt (v. a. Lebens-, Rechtsschutz- und Kfz-Versicherungen) – und worüber. Was Ihnen dieser Bericht über den Ärger anderer bringt: Sie können daraus lernen und so nicht dieselben Fehler machen. Denn mit einigen Tipps können Sie bei Versicherungen viel zum Teil unnötigen Ärger vermeiden oder sich durchsetzen – wobei der Versicherer auch im Recht sein kann.

Beispiel 1: Lebens- und Rentenversicherung

Hier wird vor allem darüber gestritten, wieder aus dem Vertrag zu kommen – und dabei nicht zu viel Geld zu verlieren. Außerdem ging es zuletzt erstmals öfter um Riesterbanksparpläne: Den Versicherten waren die Abschlusskosten zu hoch, wenn sie bei Banken oder Sparkassen zur Auszahlphase von Riesterbanksparplänen in Rentenversicherungsverträge gewechselt sind.

Oft sind die Gebühren dafür unzulässig. Prüfen Sie also genau, wenn Sie von Ihrer Bank ein Angebot dafür bekommen. Dabei helfen Ihnen unser oben verlinkter Ratgeber von Finanztip und unser kostenloses Musterschreiben:

Zur Widerspruchs-Vorlage (PDF)

Beispiel 2: Kfz-Versicherung

Hier dreht sich der Streit oft darum, dass sich Versicherte nach einem Wechsel der Versicherung nicht in die richtige Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) eingestuft fühlen. Zum Teil werden Infos vom alten Versicherer nicht richtig an den neuen weitergegeben. Es kommt aber auch vor, dass sich Versicherte in einer falschen SF-Klasse wähnen, weil sie aus einem Vertrag mit SF-Klassen-Retter oder Rabattschutz kommen. In solchen Verträgen verlieren Sie keine SF-Klasse, auch wenn Sie einen Schaden melden.

Das Problem: Diese „gerettete“ Klasse gilt in aller Regel nur bei diesem einen Versicherer. Bei einem Wechsel gilt wieder die SF-Klasse, in die Sie ohne Rabattschutz eingestuft worden wären. Das kann sich dann so anfühlen, als würden Sie in eine schlechtere SF-Klasse rutschen – zumal Sie eventuell auch mehr zahlen als vorher.

Dagegen hilft: Planen Sie für den Wechsel der Kfz-Versicherung genug Zeit ein und fokussieren Sie sich dabei nicht nur auf den Beitrag, sondern lesen Sie auch das Kleingedruckte. Und: Wie viel Rabattretter und Co. bringen, haben wir uns in einem großen Kfz-Test angeschaut. Das Ergebnis: Die meisten Versicherten fahren mit einem gründlichen Vergleich einmal im Jahr besser.

Beispiel 3: Rechtsschutzversicherung

Hier wird vor allem um Auskunftsansprüche und Unterlassungsansprüche nach Datenlecks bei Social-Media-Plattformen gestritten – teils haben Rechtsschutzversicherungen das nicht übernommen. Auch hier hilft nur der genaue Blick ins Kleingedruckte, ehe Sie sich vielleicht aussichtslos beschweren: Wann springt die Versicherung ein? Und noch besser: Gehen Sie immer vorsichtig mit Ihren persönlichen Daten um.

Viel Streit gibt es weiter um einen Klassiker: Ging ein Konflikt, für den Sie Ihre Rechtsschutzversicherung nutzen möchten, bereits los, bevor Sie den Vertrag abgeschlossen haben? Falls ja, ist er in der Regel vom Schutz ausgeschlossen. Wichtig: Es kommt dabei darauf an, wann der Rechtsverstoß stattgefunden hat, nicht wann Sie davon erfahren haben. In den meisten Bereichen gilt sowieso eine Wartezeit: Erst drei Monate nach Abschluss können Sie die Versicherung nutzen. Heißt: Schließen Sie diese Versicherung, wenn überhaupt, nicht erst ab, wenn sich ein Streit anbahnt.

Beispiel 4: Hausratversicherung

Hier sind Beschwerden wegen Fahrraddiebstählen zum ersten Mal in den Top-3 der Streits, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Das liegt daran, dass immer mehr Menschen teure Fahrräder (E-Bikes) haben. Unser Tipp: Passen Sie ggf. Ihren Vertrag und v. a. die Versicherungssumme an und schauen Sie in den Bedingungen nach, wo Sie Ihr Fahrrad abstellen dürfen, damit es versichert ist.

Auch Streits um Diebstahl durch Phishing etc. haben stark zugenommen. Ein Problem ist zum Beispiel, dass Kriminelle Signale von Autoschlüsseln abfangen, statt klassisch den Schlüssel zu klauen oder das Auto zu knacken. Das kann dann für die Versicherung nicht als klassischer Einbruch bzw. Diebstahl zählen – sie stellt sich quer. Prüfen Sie deshalb vor allem bei älteren Hausratversicherungen, ob die Bedingungen noch zeitgemäß sind. Und informieren Sie sich über aktuelle Phishing-Maschen – im Finanztip Newsletter und in der Finanztip App warnen wir regelmäßig.

In unserem kostenlosen Ratgeber zur Versicherungsombudsfrau lesen Sie, wie Sie bei einer Beschwerde konkret vorgehen.

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit dem gemeinnützigen Geldratgeber Finanztip vor – das Original zu diesem Beitrag „So vermeidest Du Ärger mit diesen 4 Ver­si­che­rungen“ stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 24. Mai 2024.

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