VonRichard Stroblschließen
Die Pläne zur Rente der Merz-Koalition kosten Milliarden. Arbeitgeber kritisieren die steigenden Beiträge. Welche Lösungen sind in Sicht?
Berlin – Die Rente wird immer mehr zu einem zentralen Kostenfaktor in den deutschen Staatsfinanzen. Friedrich Merz und die SPD wollen mit einer Rentenreform Rentner weiter mit einem stabilen Einkommen versorgen. Doch der Merz-Plan für die Rente wird wohl richtig teuer. Deshalb prangern die Arbeitgeber nun die geplanten Änderungen bei der Rente an.
Rente unter Merz: Arbeitgeber rechnen die Folgen vor - „noch weniger Netto für Beschäftigte“
Die Renten-Pläne der Union und SPD zur Sicherung eines stabilen Niveaus der Rente und zur Verbesserung der Mütterrenten werden nach Berechnungen der Arbeitgeber bis 2031 etwa 50 Milliarden Euro kosten. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Der Koalitionsvertrag lässt leider jegliche Anstrengungen vermissen, das Ausgabenwachstum in der Rentenversicherung zu begrenzen.“
Bereits in dieser Legislaturperiode könnte der Rentenbeitragssatz von derzeit 18,6 Prozent auf über 20 Prozent steigen. Kampeter kritisierte: „Das heißt noch höhere Arbeitskosten für die Arbeitgeber und noch weniger Netto für die Beschäftigten.“
Merz‘ Pläne für die Rente in Deutschland: besonders SPD-Ziel in der Kritik
Die zukünftige schwarz-rote Koalition plant, die Mehrkosten für die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent und die Verbesserungen bei der Mütterrente aus dem Staatshaushalt zu finanzieren. Kampeter bleibt jedoch skeptisch. Er erklärte: „Das führt lediglich dazu, dass die Beitragssätze nicht noch stärker anwachsen als ohnehin.“
Obwohl die Mittel aus dem Haushalt bereitgestellt werden, meinte er: „Die zusätzliche Mütterrente hätten die Koalitionäre sein lassen sollen.“ Die geschätzten jährlichen Ausgaben von fünf Milliarden Euro würden an anderer Stelle fehlen.
Rente im Fokus: Arbeitgeber loben Merz-Ideen - zeigen aber Schwachstelle auf
Unterstützung für die „Frühstartrente“ und „Aktivrente“ kommt hingegen von den Arbeitgebern. Die Frühstartrente bezieht sich auf private Rentensparpläne, die bereits im Kindesalter beginnen, während die „Aktivrente“ Steuervorteile für Personen bietet, die nach dem Rentenalter weiterarbeiten. Kampeter betonte: „Mehr Ältere in Beschäftigung zu halten, ist ein richtiges Ziel.“ Der Mangel an Arbeitskräften bremse die deutsche Wirtschaft. Er fügte hinzu: „Die Aktivrente macht aber keinen Sinn, wenn man nicht gleichzeitig Frühverrentungsanreize wie die abschlagsfreie vorzeitige Rente abschafft.“ (rjs/dpa)
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