Geld im Ruhestand

Ist die Rente wirklich sicher vor der Inflation?

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Zwar gibt es ab Juli eine satte Rentenerhöhung – doch diese bleibt trotzdem hinter der Inflation zurück. Laut dem Bundesarbeitsministerium handelt es sich dabei aber nur um eine „Momentaufnahme“.

Berlin – Zum 1. Juli kommt die geplante Rentenerhöhung. Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner gibt es damit das zweite Jahr in Folge deutlich mehr Geld. Im Westen steigen die Bezüge um 4,39 und im Osten um 5,86 Prozent. Doch kann die Erhöhung auch die gestiegene Inflation abfangen?

Renten steigen ab 1. Juli

Dazu lohnt sich erst einmal ein Blick auf die aktuelle Rentenerhöhung: Dadurch steigt ab Juli eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, um rund 44 Euro, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um fast 60 Euro. Die Rentenerhöhung bringt vielen Ruheständlern also ein Plus von mehreren Hundert Euro im Jahr. 

Zwar gibt es ab Juli eine satte Rentenerhöhung – doch diese bleibt trotzdem hinter der Inflation zurück. (Archivbild)

Ganz auffangen kann diese satte Erhöhung die Folgen der Inflation aber auch nicht: Die Inflationsrate beträgt rund sechs Prozent, während Nahrungsmittel sogar rund 15 Prozent teurer als vor einem Jahr sind. Damit bleibt die Rentenanpassung hinter der Inflation zurück.

Rente bleibt hinter Inflation zurück – eine „Momentaufnahme“?

Das Bundesarbeitsministerium betont jedoch, es sei „nur eine Momentaufnahme“. Denn: Die Rentenanpassung richtet sich nach der Lohnentwicklung im Land. Das Prinzip, dass die Renten den Löhnen folgen, habe sich mit Blick auf die Einkommensentwicklung von Rentnerinnen und Rentnern bewährt, so das Ministerium. Da es dieses Jahr zahlreiche Lohnerhöhungen gebe – wie etwa durch die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst – erwarte man, dass diese sich dann „in der Rentenanpassung zum 1. Juli 2024 abbilden“.

Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, ruft dazu auf, die Rentenerhöhung in Bezug auf die Inflation in einem längeren Zeitverlauf zu betrachten: „Rückblickend hat es für die Rentnerinnen und Rentner seit 2010 ein deutliches Plus bei der Rente gegeben. Die Renten sind von 2010 bis 2022 im Westen um über 32 Prozent und im Osten um über 47 Prozent gestiegen. Der Anstieg lag damit deutlich über der Entwicklung der Inflation in diesem Zeitraum.“ Die Inflation lag über diesen Zeitraum laut Statistischem Bundesamt bei etwa 25 Prozent.

Ausblick im Rentenversicherungsbericht

Zudem sollen die Renten bis 2036 weiter steigen – und zwar um weitere 43 Prozent. So steht es im Rentenversicherungsbericht. Damit würden sich die Bezüge bis 2036 jedes Jahr durchschnittlich um 2,6 Prozent erhöhen.

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Emma Innocenti/Imago

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